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 Betreff des Beitrags: Nadelbinden und Garndrehung
BeitragVerfasst: Mi 23. Jul 2008, 04:12 
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Akha-Spindel

Registriert: Di 8. Jul 2008, 13:51
Beiträge: 76

im alten Forum geschrieben am 06.06.2005 - 10:04


Hallo,
hier mal eine Frage an die Spinnprofis, die auch nadelbinden:
Habt Ihr Erfahrungen damit, ob und was es für Unterschiede macht, ob mit (ungezwirntem) s- oder z-gedrehtem Garn genadelt wird?
Beim Nadelbinden ist ja jede Masche ein Kreis, und somit hat das Ganze einen Dreh, immer in die selbe Richtung (welche?), es müsste ja einen Unterschied machen, ob die Wolle die Drehung eher verstärkt oder eher neutralisiert.
Auf der Nadelbinde-Mailingliste wurde mal kurz angesprochen, wie sehr das häufige Phänomen, dass Anfangsketten sich stark verdrehen, an der Spinntechnik liegen könnte. Es liegt zwar sicher auch am Stich (manche drehen mehr als andere), aber vielleicht doch auch am Drall des Garns?

Ich nadle gerade mit (nicht von mir) handgesponnener Wolle, die ziemlich überdreht ist. Weiß jemand, ob sich das langfristig auf die Qualität des Nadelbindewerkes auswirkt?

Gruß
Lunula


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 Betreff des Beitrags: Re: Nadelbinden und Garndrehung
BeitragVerfasst: Mi 23. Jul 2008, 04:12 
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Spinning-Jenny
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Registriert: Mo 7. Jul 2008, 01:10
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im alten Forum geschrieben am 06.06.2005 - 14:06


Huhu lunula,

die Vermutung, dass man beim Nadelbinden irgendwie Drehung dem Arbeitsfaden zufügt (die dann entweder die Drehung der Fadens verstärkt oder aber Drehung aufhebt - wie beim Häkeln), hatte ich auch schon. Aber wie rum, kann ich Dir jetzt so aus dem Stehgreif nicht sagen. (mit rechts-links-Schwäche und dem ganzen Z-S-Kram kriege ich erst mal ein Kuddelmuddel in meinem Koof, dass ich langsam mal mit einem Blatt Papier u. in einer ruhigen Minute überdenken muss).

Mit überdrehtem Garn habe ich auch schon gearbeitet ... besser gesagt, ich habe mein ganzes Anfängergarn von meinen ersten Spindelspinnversuchen so verarbeitet. Am Anfang mögen die Maschen(schlangen)schlaufen sich etwas eindrehen, aber sobald's größer wird, gibt sich das wieder. So lange sich das Garn beim Arbeiten nicht "störend" verhält (z.B. eine andauernde Tendenz hat, sich trotz Waschen und evtl. blocken (unter ganz leicher Spannung nach dem Waschen trocknen) sich immer noch mit sich selbst zu verzwirnen), spricht meiner Meinung eigentlich nichts gegen das Vernadeln. Ganz im Gegenteil es ist anderen Techniken wie z.B. dem Stricken (wo das Strickstück sich dann trapezförmig verziehen würde) sogar überlegen.

_________________

Meine Seiten: www.spinntantchen.de und www.nadelbindung.de



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 Betreff des Beitrags: Re: Nadelbinden und Garndrehung
BeitragVerfasst: Di 26. Aug 2008, 18:41 
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Spinn-Stöckchen

Registriert: So 24. Aug 2008, 11:15
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Hi!

Also ich hatte mal ein Garn,
(Aber fragt mich nicht ob s oder z, ich gaube es war das unüblichere, bzw bei Kaufwolle passiert mir das Gegenteil)
das ist mir bein Nadelbinden immer nach ner Weile, und noch vor dem verfilzen aufgezwirnt. War doof, weil es dann natürlich leichter gerissen ist.
Ich denke, das hat mit der Nadelbewegung bzw mit dem Umgreifen beim Durchziehen zu tun. Kann also von Nadelbinder zu Nadelbinder verschieden sein.
Ansonsten habe ich keine Unterschiede im Ergebnis gesehn. Die Schlaufen von denen du sprichst liegen ja beim Nadelbinden dann nicht mehr richtig schön rund (wie zB sone rechte Masche beim Stricken), sondern verlaufen ja hin und zurück durch mehrere andere Maschen. Ich meine, der Kreis der Schlaufe wird dadurch in sich verdreht und abgestützt.

Grüße
Cynthia


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 Betreff des Beitrags: Re: Nadelbinden und Garndrehung
BeitragVerfasst: Mi 3. Sep 2008, 13:29 
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Spinning-Jenny
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Registriert: Mo 7. Jul 2008, 01:10
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Huhu,

normaler Weise machst Du ja die Schlaufen rechts herum. Pro in dieser Richtung gemachten Schlaufe addierst Du durch die Nadelbewegung eine Drehung im Garn.

Insofern verhinderst Du das langsame Aufdröseln Deines Garnes oder Zwirns, wenn die letzte Drehung bei Deinem Garn auch rechts herum ist. Das wäre bei einem Einfachgarn rechtsherum gesponnen (Z) und ein Zwirn links herum (S) gesponnen und rechts herum (Z) verzwirnt wäre. (Erklärung Z- und S-Drehung siehe hier).

Stelle mal eine Klopapierrolle mit der Schnittseite auf den Boden und ziehe das Papier nach oben weg. Dann wirst Du sehen, dass sich der Papierstreifen verdreht. Hier ist der Vorgang nur genau umgekehrt, da kommst Du mit einem "ungedrehten Papierstreifen" an und addierst im Reststreifen Drehung, weil Du beim um-Runde-legen das Papier drehen musst.

lg spinntantchen

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Meine Seiten: www.spinntantchen.de und www.nadelbindung.de



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 Betreff des Beitrags: Re: Nadelbinden und Garndrehung
BeitragVerfasst: Mi 6. Jul 2011, 22:16 
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Akha-Spindel

Registriert: Mo 4. Jul 2011, 01:29
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Ich hatte Probleme mit den Drall beim Nadelbinden nur dann gehabt, wenn das Garn nicht gut gehaspelt wurde und einen leichten Drall hatte. Der verstärkte sich aber nicht durch die Schlaufen, sondern beim Durchziehen des Fadens durch das Gewebe, weil Reibung vorhanden ist. So geht der Drall über in den freien Faden, da der Drall durch die Reibung im Gewebe veringert und auf den Restfaden verschoben wird. Es hat also nichts mit den Schlaufen zu tun. Ist der Faden gut gehaspelt worden mit reichlich Feuchtigkeit, dann hat er keinen Drall mehr, und das Problem taucht nicht mehr auf. Wenn allerdings die Schlaufenkette einen Drall bekommt, dann liegt es am Stich. Der Faden verdrillt hierbei nicht. Beispielsweise verdrillt die Schlaufenkette sehr stark beim York-Stich, jedoch hebt sie sich auf, wenn die Schlaufen nachher beim Verbinden an die alte Schlaufenkette angenäht werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Nadelbinden und Garndrehung
BeitragVerfasst: Do 7. Jul 2011, 06:22 
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Großes Wollrad

Registriert: Mi 16. Sep 2009, 19:07
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Was das Nadelbinden betrifft kann ich nichts zu sagen, da ich diese Technik nicht beherrsche.

Was den Drall betrifft schon.
Im Grunde hast Du wenn Du haspelst und anfeuchtest den Drall nur zeitweise herausgezogen, da der Faden auf der Haspel gespannt ist, weg ist er nicht.
Es mag zwar sein, dass Du dadurch beim Nadelbinden besser arbeiten kannst, weil der Faden schön glatt ist. Richtig ausgewogen ist ein Zwirn auf diese Art trotzdem nicht.
Im Grunde legt man nen Strang ins Enstpannungsbad, ohen Hapsel,ungespannt, erst da kann er seine bleibende Drallsitaution und auch LL "annehmen".
Alles andere gespannte ,gestreckte ändert sich wieder,sofern nicht bewusst angefilzt, sobald die Wolle nass wird und Raum zur Veränderung hat.

Fällt natürlich bei manchen Techniken mehr auf als bei anderen, evlt beim Nadelbinden nicht so ähnlich wie beim Häkeln.Überdrall kann übrigens auch kreativ eingesetzt werden.

Karin


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 Betreff des Beitrags: Re: Nadelbinden und Garndrehung
BeitragVerfasst: Di 12. Jul 2011, 10:44 
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Fallspindel
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Registriert: Di 21. Sep 2010, 13:21
Beiträge: 60
Postleitzahl: 8107
Land: Deutschland
Ich spinne in S-Richtung und zwirne in Z-Richtung. Perfekt ausgewogen sind meine Stränge noch nicht, aber ich kann nicht sagen ob der Drall vom Spinnen oder Zwirnen kommt (da krieg ich Knoten im Hirn).
Jedenfalls ist mir letztens beim Nadeln aufgefallen, dass sich mein Faden mit der Zeit "entzwirnt", also der Zwirndrall rausgeht. Ich habe dann einfach mal die Nadel hängen lassen und der Faden hat sich wieder eingekriegt :D

Dummerweise entspricht das nun genau dem Gegenteil deiner Erklärung, spinntantchen.....
spinntantchen hat geschrieben:
<span>Insofern verhinderst Du das langsame Aufdröseln Deines Garnes oder Zwirns, wenn die letzte Drehung bei Deinem Garn auch rechts herum ist. Das wäre bei einem Einfachgarn rechtsherum gesponnen (Z) und ein Zwirn links herum (S) gesponnen und rechts herum (Z) verzwirnt wäre.

Ich bin mir aber wirklich sicher, dass ich S-spinne und Z-zwirne.....*grübel*
Oder liegt das jetzt wieder am mysteriösen Überdrall?

Jetzt bin ich völlig verwirrt.... :?

_________________
Wollhexe ist jetzt als ErzgebirgsWollkyre bei Etsy und Dawanda. ^^


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