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 Betreff des Beitrags: Wie bringe ich zwei Fäden zusammen?
BeitragVerfasst: Di 8. Jul 2008, 10:06 
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Geisterwesen aus dem alten Forum

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im alten Forum schrieb Fuchsschaf am 08.10.2006 - 11:44:

Hallo,

schön das es für das Spinnen ein Forum gibt, denn ich werde bestimmt viele Fragen haben, die sich erst mit der Zeit herauskristallisieren.

Ich habe mit den Ashford Traditional einer Freundin (sie kann leider auch nicht besonders gut spinnen) meine ersten Spindeln vollgemacht. Es hat erstaunlich gut geklappt und ich bin ganz begeistert.
Nun habe ich, um dickere Wolle zu erhalten zwei der dünnen Fäden miteinander versponnen und das Ergebnis ist leider nicht sehr überzeugend.
Schon beim Spinnen hatte ich das Problem, dass sich der doppelte Faden viel schwerer auf die Spindel aufdreht. Ich musste das Bremsband sehr stark spannen, damit es überhaupt funktionierte. Trotzdem ist der Faden jetzt sehr unregelmäßig und an vielen Stellen zu stark verdrillt.

Vielleicht ist es ja ein ganz dummer Fehler: ich spinne die Wolle im Uhrzeigersinn, erfolgt das verdrehen zweier Fäden dann dagegen??

Ich freue mich schon auf die Tipps, FuchsschafBild


_________________
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BeitragVerfasst: Di 8. Jul 2008, 10:08 
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Spinning-Jenny
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im alten Forum geschrieben am 08.10.2006 - 14:43


Huhu,

Fuchsschaf schrieb
    ich spinne die Wolle im Uhrzeigersinn, erfolgt das verdrehen zweier Fäden dann dagegen??



Das ist völlig korrekt!
Man spinnt normalerweise* in die eine Richtung und verzwirnt in die andere.

Zwirnen ist der Fachausdruck für das "Verdrehen von zwei Fäden". Man sagt dann, dass man 2 (oder X) Fäden miteinandern verzwirnt. Das Ergebnis nennt man dann 2fach Zwirn (oder x-fach Zwirn).
(dies nur so am Rande)


Fuchsschaf schrieb
    Schon beim Spinnen hatte ich das Problem, dass sich der doppelte Faden viel schwerer auf die Spindel aufdreht. Ich musste das Bremsband sehr stark spannen, damit es überhaupt funktionierte. Trotzdem ist der Faden jetzt sehr unregelmäßig und an vielen Stellen zu stark verdrillt.



mhhh ... ich denke mit "Spindel" meinst Du die Spule. So nennt sich nämlich das Teil, auf dem bei einem (Flügel-) Spinnrad das Garn aufgewickelt wird.

Warum sich der Faden jetzt so viel schwerer auf die Spule aufgewickelt hat?

mögliche Gründe:
  • war der Faden evtl. stellenweise jetzt zu dick, so dass er im Einzugsloch (Spinnöffnung) steckengeblieben ist?

  • War der gezwirnte Faden evtl. zu ungleichmäßig oder zu faserig/haarig, so dass er in den Haken des Spinnflügels hängenbleiben konnte?

  • Vielleicht könnte der Fehler auch in der Art, wie Du das "technisch" gemacht hast, liegen?
      [punkt]Also in so Sachen, wie Du den Faden geführt hast (Handhaltung z.B.)
    • wie sich die beiden Einzelfäden abgewickelt haben (hast Du einen Faulenzer/Lazy Kate/Spulenständer benützt? ... o. 2 Knäule in Gläsern oder ähnliches/ging das leicht o. schwer?/hat da was gehakt?)
    • Hast Du das Spinnrad das Garn heranziehen lassen oder hast Du es mit Deiner Hand/Deinen Händen von den Spulen/Knäuel runtergezogen und selbst zur Spinnöffnung geführt?

  • Vielleicht war ja auch in dem Moment was am Spinnrad faul?
    Vielleicht musste es wieder geschmiert werden? (die Ashfords schlucken ziemlich Öl&Co.)
    Oder vielleicht hast sich irgendwas (z.B. Fasern) auf der Spinnflügelachse, an den Spulen, Spinnflügel o.ä. verklemmt?

  • und noch eine Ashford-"Krankheit":
    Vor dem Zwirnen hast Du ja sicher die Spulen gewechselt. Dazu verdreht man ja auch die Pfosten der Spinnflügelhalterung. Hast Du nach dem Einsetzen der neuen leeren Spule darauf geachtet, dass beide Spinnradlager (die Plastikteile in denen der Spinnflügel steckt) wirklich hundertprozentig genau senkrecht zur Spinnflügelachse stehen?
    Sind sie nämlich nur ein klein bißchen schief, läuft das ganze nicht mehr richtig. Wobei das ehrlich gesagt dann insgesamt hätte schwergehen müssen und nicht nur nicht mehr richtig einziehen

Wie Du siehst, ist es etwas schwierig, per Ferndiagnose die genaue Ursache herauszufinden. Vielleicht versuchst Du nochmal etwas genauer zu beschreiben, wie Du das gemacht hast.
(Falls Du einen Scanner oder eine Digi-Knips zur Verfügung hast und irgendwo Bilder hochladen kannst, kann man auch sehr gut darüber genaueres herauskriegen).

Wir werden uns aber bemühen, Dir weiterzuhelfen. Vielleicht hat ja auch noch jemand anderes eine Idee, woran es evtl. liegen könnte?
Und auf jeden Fall kannst Du auf diesem Wege viel lernen.

Und falls alles nichts hilft, vielleicht können wir Dir ja dabei helfen, noch andere SpinnerInnen in Deiner Gegend zu finden, bei denen Du Live-Nachhilfe bekommen könntest.

tschau spinntantchen

P.S.
(*) ich schrieb oben "normalerweise", weil man zur Produktion von Effekt- oder Designergarnen es auch tw. anders machen kann. Aber dies ist "Stoff" für Fortgeschrittene.

P.P.S.
Bitte nimm' es nicht übel, wenn ich die Benutzung von irgendwelchen Spinnfachbegriffen verbessert habe. Es ist heutzutage schwierig, diese zu lernen, da es keine deutschsprachige Spinnliteratur mehr auf dem (Neubuch-) Markt gibt. Trotzdem halte ich die Verwendung von (einigermaßen richtigen) Begriffen für wichtig, weil es sonst sehr schwierig ist, sich hier nur mit Worten über Spinnkram zu unterhalten. Ansonsten entstehen sehr schnell Mißverständnisse.

Wenn Du irgendwelche Begriffe nicht verstehst, frage ruhig nach! Die alte externe Begriffserklärungsseite ist zwar noch eine richtige Baustelle, da die Links noch ins alte Forum führen aber hier in diesem Thread kannst Du Fragen nach bestimmten Begriffen stellen.
Und falls Du noch etwas mehr Zeit hast, dann schau Dir mal diese Seiten der Handspinngilde an. Dort sind sehr viele Begriffe rund um das Spinnrad den Zeichnungen zu entnehmen (auf die lila umrandeten Bilder klicken!).

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Meine Seiten: www.spinntantchen.de und www.nadelbindung.de



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BeitragVerfasst: Di 8. Jul 2008, 10:11 
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Geisterwesen aus dem alten Forum

Registriert: Di 8. Jul 2008, 02:27
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im alten Forum schrieb Fuchsschaf am 08.10.2006 - 21:58:

Hallo spinntantchen,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Ich werde gleich versuchen mir die richtigen Begriffe zu merken, also "Spule" und "zwirnen". Die Literatur ist wirklich das Problem. ich habe nur die englische Anleitung zum Spinnrad und darin hat es lange genug gedauert, bis ich mir über die Begriffe im Klaren, die deutsche "Übersetzung" war jetzt mehr geraten. Ich bin eben noch richtiger Anfänger und habe viel zu lernen.

Nachdem ich in der Anleitung nochmal genauer gelesen habe und dort tatsächlich das Wort "counter-clockwise" stand, habe ich es heute Mittag nochmal gegen den Uhrzeigersinn versucht. Und was soll ich sagen, es flutschte nur so. Das verzwirnte Garn ist bereits gewaschen und hängt zum Trocknen. Das Ergebnis ist mit dem ersten Versuch nicht vergleichbar.
Ich glaube beim ersten Mal lief es nicht gut, da durch das zusätzliche drehen im Uhrzeigersinn ("overspinning") viele kleine Knubbel entstanden sind, die dann an den Führungshaken hängen geblieben sind. Das war jetzt mit korrekter Laufrichtung kein Problem mehr.

Die erste, falsch verzwirnte Wolle werde ich nochmal in Angriff nehmen, sobald sie trocken ist.

Ich freue mich schon auf das erste Selbstgestrickte, FuchsschafBild

P.S.: Kann ich hier direkt ins Forum Bilder stellen. Wenn ja, habe ich den richtigen Button noch nicht gefunden


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Dieser Beitrag wurde aus dem alten Handspinn-Forum zitiert und stammt von einem Nutzer, der sich hier im neuen Forum noch nicht registriert hat.


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BeitragVerfasst: Di 8. Jul 2008, 10:11 
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Spinning-Jenny
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Land: Deutschland

im alten Forum geschrieben am 09.10.2006 - 01:19


Fuchsschaf schrieb
    P.S.: Kann ich hier direkt ins Forum Bilder stellen. Wenn ja, habe ich den richtigen Button noch nicht gefunden


siehe dazu hier und hier

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Meine Seiten: www.spinntantchen.de und www.nadelbindung.de



Zuletzt geändert von spinntantchen am Di 8. Mär 2016, 18:15, insgesamt 1-mal geändert.
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BeitragVerfasst: So 31. Aug 2008, 09:14 
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Navajo-Spindel

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Falsch rum verzwirnte Stränge kann man, wenn man vorsichtig und langsam arbeitet und die Ursprungsfäden ausreichend stabil gesponnen waren, nochmal umzwirnen. D.h. man geht erst zurück, kommt über den Ausgangszustand und dann in die richtige Zwirnrichtung. Ist aber ggf. nichts für Anfänger, weil nicht ganz ohne. Oft hilft nur Wegschmeissen des verunglückten Strangs.

Sigrid

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Geschichte und Bedeutung des Spinnrads in Europa, gebunde Ausgabe, Shaker-Media-Verlag
http://www.spinnrad.jimdo.com


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