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 Betreff des Beitrags: Bremse an schwedischem Spinnrad?
BeitragVerfasst: Mo 1. Jul 2013, 21:55 
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Spinn-Stöckchen

Registriert: Do 27. Jun 2013, 14:44
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Wohnort: Risum-Lindholm
Land: Deutschland
Hallo Spinnbegeisterte!

Ich brauche ne Ferndiagnose! Ich habe seit kurzen ein altes Spinnrad aus Schweden. Es ist eine 2fädige Ziege mit einem großen Schwungrad (70 cm). Der Vorbesitzer versicherte mir, dass es absolut spinntauglich sei, seine Schwester habe es ausprobiert. Auf der Spule war auch der Anfang eines ordentlich aussehenden Garns (ca. 2 Meter).
Nun bin ich blutige Anfängerin, habe einige Knäule mit der Fallspindel kreiert und möchte das Rad benutzen. Ich habe das Problem, dass das Garn zu viel Drall bekommt, sich aber nicht wirklich auf die Spule aufwickelt. Deshalb habe ich schon enige Threads zu diesem Thema gelesen, in den meisten Beiträgen wird von einer Flügelbremse gesprochen. Aber...wo finde ich die bei meinem Rad? Oder überhaupt eine Bremse?
Das Einzige, was sich verstellen lässt, ist der Abstand der Spinneinheit zum Rad, der Antriebsfaden wird lockerer oder straffer. Das hatte aber bisher keine Auswirkungen bei mir. Die Flügelachse ist vorne und hinten in Lederlaschen gelagert. Diese sind an Holzstäben befestigt, die sich etwas hin und her drehen lassen.
Ich hoffe, ich habe alles Wesentliche geschildert.
Ich hoffe auf erhellende Ratschläge.
Danke schon einmal!
Nordfriesische Gröötnise von Angi


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 Betreff des Beitrags: Re: Bremse an schwedischem Spinnrad?
BeitragVerfasst: Di 2. Jul 2013, 04:56 
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CD-Spindel
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Hallo,

bei einem zweidfädigen Rad regulierst du den Einzug über die Spannung des Antriebsriemens. Probier mal die Spannung zu erhöhen und schau was passiert. Wichtig auch: Zweifädig ist irrefühend, es ist immer EIN Antriebsfaden, der über beide Wirtel läuft und sich dabei einmal überkreuzt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bremse an schwedischem Spinnrad?
BeitragVerfasst: Di 2. Jul 2013, 07:38 
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Akha-Spindel
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Ich vermute fast, das es ein Flachsrad ist. Und da sind die Übersetzungen meist minimal, Einzug ist wenig vorhanden und deswegen sehr schwierig spinnbar. Da würde nur eine Spule oder Wirtel mit anderer Übersetzung helfen. Ich hab das auch gerade durch bei meiner Altmärker Ziege und meinem Kromski Mazurka...
Vielleicht machst Du mal Fotos ?
Martina


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 Betreff des Beitrags: Re: Bremse an schwedischem Spinnrad?
BeitragVerfasst: Di 2. Jul 2013, 07:49 
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Flügelspinnrad
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Registriert: Fr 27. Mär 2009, 15:42
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Wohnort: Cottbus
Land: Deutschland
Hallo,

Du mußt alles über die Funktionsweise zweifädiger Räder lesen, was Dir in die Finger kommt. Zum Beispiel HIER. Arachnida hat recht, an einem zweifädigen Rad gibt es keine Flügelbremse. Wichtig bei so alten Schätzchen ist am Anfang, dass man alles mal vorsichtig auseinander nimmt und reinigt und wachst oder ölt - je nach dem was das jeweilige Bauteil verlangt. ;) Das macht alles geschmeidiger und man macht sich mit der Bau- und Funktionsweise seines Rades vertraut. 8-)

Das Holzgewinde zur Regulierung der Antriebsspannung freut sich über Wachs und z.B. die Spule auf der Spinnflügelachse verträgt auch ein wenig Öl, damit sie sich frei dreht.

Wenn alles sauber, geölt und leichtgängig ist, nimmst Du Dir ein Knäuel Kaufgarn und übst einziehen, aufwickeln und spielst mit dem Einzug. Spannung des Antriebsriemens erhöhen erhöht den Einzug. Du setzt Dich ans Rad und übst mit dem Fertiggarn erst einmal das aufwickeln, dann klärt sich schon einiges. 8-)

Man kann dann mit einem Flachsrad auch hervorragend Wolle spinnen, nur sind sie für die Produktion von dünnen Fädchen ausgelegt und die produziert man als Anfänger noch nicht gleich.
Viel Spaß beim Weitertüfteln! Und frag ruhig weiter, wenn es noch nicht klarer werden sollte. Alte Schätzchen sind vor allem für Anfänger manchmal schwierig (aber dafür kann man, wenn man die beherrscht, alles spinnen was dreht! :lol: :lol: ).

_________________
LG,

Vlasta
http://mesicni-ovce.blogspot.com/


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 Betreff des Beitrags: Re: Bremse an schwedischem Spinnrad?
BeitragVerfasst: Di 2. Jul 2013, 09:42 
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Spinning-Jenny
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Registriert: Mo 7. Jul 2008, 01:10
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Coraeick hat geschrieben:
... und meinem Kromski Mazurka...

@ Coraeick,
wenn ich mich recht erinnere hast Du kein richtiges Kromski Mazurka sondern so ein Fake-/Deko-Mazurka wie hier beschrieben. Würdest Du deshalb bitte davon absehen es als Kromski Mazurka zu bezeichnen und ihm gleichzeitig schlechte Spinneigenschaften zuzuschreiben.
Ich möchte nicht mit Kromski oder Kromski-Händlern wegen übler Nachrede oder Geschäftsschädigung als Forenbetreiber belangt werden, weil Du Sachen hier solche unkorrekten bzw. ungenauen Äußerungen einstellst, denn an den Spinneigenschaften der echten Kromski Mazurkas gibt es nichts derartiges auszusetzen. Vielen Dank!

@Nordfriesin: sorry für die Unterbrechung und @all: bitte wieder zurück zum Thema

Ansonsten kann ich mich nur meinen Vorrednern anschließen und Dir den genannten Link zum Thema 2-fädige Spinnräder empfehlen.

_________________

Meine Seiten: www.spinntantchen.de und www.nadelbindung.de



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 Betreff des Beitrags: Re: Bremse an schwedischem Spinnrad?
BeitragVerfasst: Di 2. Jul 2013, 11:26 
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Spinn-Stöckchen

Registriert: Do 27. Jun 2013, 14:44
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Vielen Dank für eure Antworten.
Habe in der Nacht zu heute mit dem Auseinanderbauen und Reinigen begonnen. Das Garn, was schon auf der Spule war, ist Schafswolle, mehrere Lagen scheinen uralt zu sein, darüber einige Meter relativ frisch gesponnene, die ich schon erwähnt hatte. Deswegen gehe ich davon aus, dass es früher für Schafswolle genutzt wurde. An Spulscheibe und Wirtel mit einem größeren Unterschied habe ich auch schon gedacht, die jetzigen haben nur einen recht geringen Unterschied, den ich noch nicht ausgemessen habe. Ich habe irgendwo gelesen, dass das Verhältnis zwischen 1:1,2 bis 1:2 sein könnte - stimmt das?
Auf jeden Fall bin ich ganz zuversichtlich, dass ich das noch heraustüfteln werde, wie alles so zusammenhängt, so lernen das Rad und ich uns kennen und verstehen.
Womit fette, bzw. öle ich am Besten?
Mein Tischlergatte meint, Sonnenblumenöl täte gut, aber es sind ja nicht nur Holzteile...
Danke noch einmal,
viele Grüße vom Nordseedeich von Angi


Zuletzt geändert von Nordfriesin am Di 2. Jul 2013, 12:08, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Bremse an schwedischem Spinnrad?
BeitragVerfasst: Di 2. Jul 2013, 11:45 
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Akha-Spindel
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Registriert: Di 12. Mär 2013, 10:00
Beiträge: 77
Postleitzahl: 38464
Land: Deutschland
spinntantchen hat geschrieben:
Coraeick hat geschrieben:
... und meinem Kromski Mazurka...

@ Coraeick,
wenn ich mich recht erinnere hast Du kein richtiges Kromski Mazurka sondern so ein Fake-/Deko-Mazurka wie hier beschrieben. Würdest Du deshalb bitte davon absehen es als Kromski Mazurka zu bezeichnen und ihm gleichzeitig schlechte Spinneigenschaften zuzuschreiben.
Ich möchte nicht mit Kromski oder Kromski-Händlern wegen übler Nachrede oder Geschäftsschädigung als Forenbetreiber belangt werden, weil Du Sachen hier solche unkorrekten bzw. ungenauen Äußerungen einstellst, denn an den Spinneigenschaften der echten Kromski Mazurkas gibt es nichts derartiges auszusetzen. Vielen Dank!


Sorry, das war nicht meine Absicht :oops: Hätte ich drauf hinweisen sollen/können...
Dem was Vlasta schreibt, kann ich mich nur anschließen. Durch Lesen, suchen, ausprobieren, Rad zerlegen und wieder zusammenbauen bin ich auch hinter die Technik gestiegen... Ist ungemein hilfreich ;)
Martina


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 Betreff des Beitrags: Re: Bremse an schwedischem Spinnrad?
BeitragVerfasst: Di 2. Jul 2013, 12:43 
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Tahkli

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Mich irritiert, dass es keine Auswirkungen hat, wenn du die Spannung des Antriebsfadens änderst. Es könnte sein, dass er zu dick ist und deswegen nicht rutscht (das Durchrutschen hat eine Bremsfunktion, der Erklärungen dazu füllen in den einschlägigen Büchern mehrere Seiten) . Da lohnt es vielleicht, mit dem Material zu spielen. Meine Antriebsschnur habe ich unter dem Namen Küchenfaden in der Haushaltsabteilung eines großen Supermarktes gefunden. Ich ziehe sie ein paarmal über eine Bienenwachskerze, bin aber nicht sicher, ob das wirklich nötig ist. Wurstgarn oder dünne Hanfschnur gehen auch. Die richtige Spannung findest du so: Erst so locker einstellen, dass sich beim Drehen des Antriebsrads garnicht rührt, langsam die Spannung erhöhen, bis das Antriebsrad Flügel und Spule gleichmäßig mitnimmt. Dann stoppen und langsam den Anfangsfaden aus dem Spinnloch herausziehen. Es sollte sich nur die Spule drehen. Dann die Spannung soweit erhöhen, dass der Flügel gerade noch nicht mitdreht. Wenn alles gut geschmiert ist und der Spinnradbauer sein Handwerk verstand, hast du dann die richtige Spannung. Du wirst auch bald ein Gefühl dafür bekommen. Wenn die Spule voller wird, muss man gelegentlich nachspannen. Allerdings ist der maximale Einzug durch das Größenverhältnis der Wirtel vorgegeben. Sobald die Schur nicht mehr durchrutschen kann, hast du das Ende der Fahnenstange erreicht. Flexibler bist du, wenn du eine Spulenbrems nachrüstest, das geht bei allen zweifädigen Rädern.
Ein Teil des Problems wird allerdings darin liegen, dass das Spinnrad wegen des großen Antriebsrades eine anfängerunfreundlich hohe Übersetzung hat. Außerdem wird es nur für dünnes Garn gebaut sein. Bei dickerem Garn und zögerlichem Auszug führt das dann zu Überdrall. Aber mit ein bisschen Übung wirst du die Vorteile des großen Rades lieben lernen. Für mich sind die skandinavischen Ziegen der Goldstandard unter den alten Rädern.

lG
Tulipan


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 Betreff des Beitrags: Re: Bremse an schwedischem Spinnrad?
BeitragVerfasst: Di 2. Jul 2013, 14:02 
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Flügelspinnrad
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Registriert: Fr 27. Mär 2009, 15:42
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Land: Deutschland
Hallo Angi,

bis sich Dein Spinnrädchen besinnt und Dir schönes Garn produziert, kann es ja noch ein Weilchen dauern. Bis dahin kannst Du Dich ja unseren neugierigen Haufen HIER noch kurz vorstellen.

_________________
LG,

Vlasta
http://mesicni-ovce.blogspot.com/


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