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 Betreff des Beitrags: Beinabrollen (e: tight rolling)
BeitragVerfasst: Di 8. Jul 2008, 16:33 
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Spinning-Jenny
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im alten Forum geschrieben am 02.01.2007 - 02:51


Das Beinabrollen
englisch: tigh-rolling



Ein Vorteil von Hochwirtelspindeln, ist die Anwendbarkeit dieser besonderen "Antriebstechnik" des Beinabrollens (e: tigh-rolling).
Die Spindel kann nicht nur in herkömmlicher Art und Weise in Drehung versetzt werden, sondern auch durch Abrollen des Schaftes mit der Hand auf dem Oberschenkel.

Bild
hier die "traditionelle" Variante auf der Außenseite des Oberschenkels



Bild
Ich selbst bevorzuge dagegen das Abrollen auf der Innenseite des Oberschenkels



Bild
Natürlich geht das ganze auch im Sitzen!



Hier in den Bildern ist immer die Aufwärtsbewegung (d.h. zum Schoß hin) gezeigt.

aufwärts -> Drehung im Uhrzeigersinn / rechtsherum / S-Drehung
abwärts -> Drehung gegen den Uhrzeigersinn / linksherum / Z-Drehung


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 Betreff des Beitrags: Re: Beinabrollen (e: tight rolling)
BeitragVerfasst: Di 8. Jul 2008, 16:35 
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Geisterwesen aus dem alten Forum

Registriert: Di 8. Jul 2008, 02:27
Beiträge: 509
im alten Forum schrieb Muschelschubbserin am 12.10.2007 - 16:54:

Diese Technik stammt übrigends aus dem alten Ägypten und wurde dort vermutlich sogar ausschließlich verwendet. Wahrscheinlich haben die Ägypter ihr Leinen gar nicht gesponnen, so wie wir es tun.
Meine Lieblingsautorin, J.E.W.Barber, beschreibt in ihrem Monumentalwerk "prehistoric textiles", dass die einzelnen flachsfasern per Hand aneinander gedreht wurde und dann mittel der Kopfspindel gezwirnt wurden. Mikroskopische Aufnahmen von Leinengeweben belegen diese Technik. es ist deutlich zu sehen, dass die Fasern innerhalb der Fäden immer paralel liegen und nur an den enden mit der nächsten Faser verbunden sind.
Zusätzlich wird ihre These dadurch gestützt, dass auf Abbildungen immer nur diese Abrolltechnik gezeigt wird, die wohl fürs einfache Spinnen ungeeignet ist (das weiß ich allerdings nicht, habs noch nie probiert)
Total verrückt, erscheint es mir, aber ihre Ausführungen sind absolut plausibel. Zumal sie nicht nur Archäologin ist, sondern auch eine ausgebildete Handweberin.


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Dieser Beitrag wurde aus dem alten Handspinn-Forum zitiert und stammt von einem Nutzer, der sich hier im neuen Forum noch nicht registriert hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beinabrollen (e: tight rolling)
BeitragVerfasst: Di 8. Jul 2008, 16:36 
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Spinning-Jenny
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Registriert: Mo 7. Jul 2008, 01:10
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Huhu,

noch mein ein Nachtrag zu der obigen Anleitung:

das Beinabrollen dient nur zum Andrehen der Spindel. Sobald man sie so in Bewegung versetzt hat, spinnt man ganz normal mit einer an dem Spinnfaden frei hängenden Spindel.



Schaut mal hier, da gibt's Videos, wo diese Technik zu bewundern ist:

http://www.youtube.com/watch?v=pq5LIY2CNGA
und
http://www.ispindle.com/thighroll.htm




Muschelschubserin schrieb
    Zusätzlich wird ihre These dadurch gestützt, dass auf Abbildungen immer nur diese Abrolltechnik gezeigt wird, die wohl fürs einfache Spinnen ungeeignet ist (das weiß ich allerdings nicht, habs noch nie probiert)



Kann ich so nicht nachvollziehen. Warum sollte man das Beinabrollen nicht immer verwenden können?

Diese Technik ist doch der Grund, dass unter den heutigen Handspindel-SpinnerInnen die Hochwirtelspindeln so beliebt sind.

Ich spinne fast ausschließlich nur mit Beinabrollen, weil das Anschubsen der Spindel mit den Fingern meine Fingergelenke nicht auf Dauer mitmachen.

Durch das Beinabrollen kann man die Spindel halt in sehr schnelle Drehung versetzen. Dadurch kann man viel schneller spinnen und auch leichtere (Hochwirtel-) Spindeln verwenden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beinabrollen (e: tight rolling)
BeitragVerfasst: Mo 4. Jul 2011, 05:52 
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Akha-Spindel

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Ich habe das ausprobiert und finde das Abrollen am Bein uneffektiv. Spindeln mit sehr dünnen Spindelstäben kann man in schnellere Drehrung mit den Fingern versetzen, als mit dicken Stäben. Dabei dreht man die Spindel am unteren Stabende mit den Fingern, was viel effektiver ist, als das Abrollen am Bein. Besonders spitze Stabenden kann man mehrmals hintereinander in Schwung versetzten, weil man dann die Spindel in der Hand rehen läßt.

Gruß Wolfgang


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 Betreff des Beitrags: Re: Beinabrollen (e: tight rolling)
BeitragVerfasst: Mo 4. Jul 2011, 06:15 
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Großes Wollrad

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Ich denke, da muss jeder einfach auch ein bißerl testen und seine eigene Technik entwickeln.
Bei mir wird am Bein abrollen bei kleinen schnellen Kopfspindeln definitiv viel schneller als ich die Spindel mit den Fingern anzwirbeln kann.
Spinnpolizei gibts ja keine, und kein gänzlich richtig oder falsch.
Liebe Grüße
Karin


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 Betreff des Beitrags: Re: Beinabrollen (e: tight rolling)
BeitragVerfasst: Di 5. Jul 2011, 09:24 
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Buch-Charka
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Registriert: Do 16. Jul 2009, 10:52
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kommt auch auf die spindel an finde ich, aber in der norm bevorzuge ich das beinabrollen da es eben schneller geht als mit den fingern


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 Betreff des Beitrags: Re: Beinabrollen (e: tight rolling)
BeitragVerfasst: Sa 25. Jun 2016, 10:51 
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CD-Spindel

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Moin,

ich geb auch mal meinen Senf zu diesem alten Thread: das Beinanrollen geht auch mit Fußspindeln und sorgt für prima schnellen Drall. Allerdings hab ich das bis jetzt nur mit meiner relativ großen, mittelschweren Spindel ausprobiert. Insofern neige ich zu der Ansicht, dass jeder sich im Prinzip die Technik raussuchen kann, mit der er gut klarkommt. Funktionieren tut eh fast alles, nur halt nicht für jeden. :)

Gruß

Gemellacastricis


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