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 Betreff des Beitrags: Spindelkritiken
BeitragVerfasst: Di 8. Jul 2008, 21:02 
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Taiga-Rad

Registriert: Sa 12. Jul 2008, 12:48
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im alten Forum geschrieben am 28.04.2006 - 12:55


Ich hatte mal Spindelkritiken angeregt und dachte mir, ich fange mal mit meinen Erfahrungen an. Obermoderator kann den Beitrag ja dann woanders hin kopieren, oder zerstückeln, oder was auch immer. Zu den Spindeln:

Selbstgebaut:

Meine erste: Holzscheibe ausgesägt (mit Stichsäge, also nicht wirklich rund), Loch reingebohrt, Holsstab durchgeschoben, oben Haken rein. Wirtel ist unten. Gewicht kann ich nicht mehr feststellen, weil ich die Spindel einer Bekannten geschenkt habe. Spann ganz ordentlich - meiner Meinung nach angenehmer als die CD-Spindeln (habe ich ein paar versucht, bin aber nicht damit warm geworden).

Die zweite: Eine Kreuzspindel, wie auf Spinntantchen's Seite beschrieben. Gewicht ca. 15 g, Wirtel unten (Querhölzer 15 cm lang), mit Kerbe oben, Schaft 26 cm lang und 6 mm Durchmesser. Damit habe ich mindestens einen Schal ersponnen. Die Spindel dreht ordentlich, wenn auch langsamer als die Hochwirtelspindeln, die danach kamen. Grösster Vorteil: schnell gemacht und spottbillig. Ausserdem zerlegbar, und kaputtgehen kann auch nichts.

Die dritte: Hochwirtelspindel mit ewig langem Schaft und Metallring als Wirtel. Bauanleitung ist bei den Spindel-Selbstbau-Themen. Ringdurchmesser 5,5 cm, Schaftlänge 33 cm, Schaftdurchmesser 6 mm, Gewicht 28 g. Die Spindel dreht sehr schnell, wenn nicht ewig lange, und ist ziemlich robust (zigmal runtergeflogen, auch vom Barhocker auf den Fliesenboden, ohne das was dran wäre). Ich habe vorgestern in einem anderen Baumarkt noch grössere und kleinere Anbinderinge gefunden und werde weiterbasteln...

Gekauft:

Holzradspindel von der „Fliegenden Spindel". 6 Euro, Gewicht 51 g. Eine Tiefwirtelspindel, und um sie umzudrehen finde ich den Schaft zu dünn. Sie dreht schnell und lang, aber da ich inzwischen auf Hochwirtelspindeln eingeschworen bin, wartet die Spindel auf einen Anfänger (zum Lernen finde ich Tiefwirtelspindeln besser, da sie gewohnter aussehen und ich die Drehung für den Anfang besser kontrollierbar finde) der sie zu schätzen weiss.

Sleeping Beauty von Simple Market Farms (http://www.simplemarketfarms.com). Gab's über E-Bay Irland (http://www.ebay.ie - Pure Inspiration spinning shop). Ich hab' sie gleich zusammen mit Briar Rose gekauft, das ist die kleine Ausführung, da sie zusammen „nur" 30 £ kosten, einzeln wird's teurer. Die Spindeln sind schön und drehen ordentlich, aber nicht _so_ gut, wie ich dem Design nach (Speichenrad) erwartet hätte. Kann's daran liegen, dass der Schaft von Sleeping Beauty relativ dick (10 mm) ist, und wohl aus dem gleichen Holz wie der Wirtel? Der Kupferhaken ist ziemlich empfindlich und verbiegt sich, wenn die Spindel mal runterfällt. Angenehm finde ich den lackierten Schaft - das erleichtert es, den Fadenkegel im ganzen abzunehmen, vor allem bei der Briar Rose (die mir sympathischer ist als die Sleeping Beauty). Sleeping Beauty wiegt 30 g, Briar Rose 11 g.

Bosworth Spindeln (http://www.journeywheel.com), ich habe zwei Midis (1,4 ounces = 35 g) und eine Featherweight (13 g) (ich habe Sheila Bosworth getroffen, sie hatte 4 Spindeln dabei und natürlich konnte ich mich nicht entscheiden!). Die Spindeln sind einfach nur traumhaft: Man dreht sie an, und dann kann man sie (beinahe) vergessen, bis sie auf dem Boden ankommen (was an der Konstruktion liegen dürfte: Der Rand des Wirtels ist wesentlich breiter als die Mitte - sie sehen fast aus wie kleine, fast zylindrische Schüsselchen). Dazu wunderschön, und jede ist anders. Ausserdem war ich verblüfft zu erfahren, dass sie nicht lackiert sind, sondern die Wirtel sind eingeölt und poliert. Der Schaft ist aus hellem (und ich vermut, leichterem) Holz und unpoliert (auf Wunsch und gegen Aufpreis gibt es auch Schäfte aus Edelhölzern). Den relativ hohen Preis von 42 $ für die Midis und 33 $ für die Featherweight finde ich durchaus gerechtfertigt.

Und weil frau sich ja sonst nichts gönnt, habe ich auch gleich noch eine Golding-Spindel bestellt (http://www.dropspindle.info). Es ist die Celtic Ring Spindle mit 3 inches (7,6 cm) Durchmesser und 1,9 ounces (54 g) Gewicht, Preis 67 $ plus knapp 30 $ für die Lieferung nach Frankreich, kam in 5 Tagen an. Diese Spindel dreht ewig (als Sitzgelegenheit empfiehlt sich ein Barhocker), und ist wunder-wunder-schön. Dazu kann man sie angeblich auch in eine Tiefwirtelspindel umbauen (Gebrauchsanweisung liegt bei, aber da ich im Moment keine Verwendung für eine Tiefwirtel habe, habe ich es nicht ausprobiert). Der Schaft ist unten geriffelt, was einen guten Griff zum Drehen bietet. Der Metallring bringt das Gewicht nach aussen, was wohl der Grund für das lange Drehen ist.

Zwischen Bosworth und Golding zu entscheiden, finde ich fast unmöglich - ich denke, bei gleichem Gewicht dürfte man ziemlich gleiche Spinnleistungen erwarten (hat's jemand ausprobiert? Meine sind unterschiedlich, also kann ich nicht direkt vergleichen). Der Rest ist Geschmackssache, die Preise sind in etwa vergleichbar, und der Service bei beiden Lieferanten exzellent.

Ob man überhaupt ein „Vermögen" für eine Spindel ausgeben muss? Natürlich nicht, man kann auch mit einem Eigenbau hervorragendes Garn produzieren, aber wenn man sich mal was Besonderes leisten will... Nach meinen bisherigen Erfahrungen neige ich allerdings zu entweder/oder: Entweder selber bauen, wenn einem das Spass macht, und mit vernachlässigbarem Geldeinsatz zu einer zumindest brauchbaren Spindel kommen. Oder richtig Geld ausgeben und eine wirklich tolle Spindel kaufen, an der dann nichts auszusetzen ist. Einen Mittelweg habe ich bis jetzt noch nicht gefunden. (Hilfe! Wo sind die „Anonymen Spinner"? Ich brauche dringend Unterstützung: HEUTE kaufe ich KEINE Spindel! Da wären noch die Greensleeves, und Ann Grout's Keramik-Wirtel-Spindeln, und die Kosovoko sollen auch sehr gut sein, und ...)

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 Betreff des Beitrags: Re: Spindelkritiken
BeitragVerfasst: Di 8. Jul 2008, 21:03 
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Spinning-Jenny
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im alten Forum geschrieben am 17.05.2006 - 20:19


Hallo Klara,

boah, danke für die Mühe mit den tollen Beschreibungen und Meinungen zu diesen Spindeln.

Eigentlich dachte ich, dass wir die Spindelkritiken auch so ähnlich aufbauen könnten, wie die Spinnradvorstellungen und die Spinnradgalerie.

Also jede Spindel einen eigenen Thread und ein Bild in einer extra Galerie.

Gibt es denn noch andere, die mitziehen würden?
Bilder von Ihren Spindeln haben?
... und eine Beschreibung und eigene Meinungen zu diesen Spindeln niederschreiben würden?

Bis Mitte/Ende Juni hätte ich noch etwas Zeit und könnte so was anfangen, wenn ich wüsste, dass so etwas gewünscht wäre und unterstützt würde?

tschau Spinntantchen

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Meine Seiten: www.spinntantchen.de und www.nadelbindung.de



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 Betreff des Beitrags: Re: Spindelkritiken
BeitragVerfasst: Di 8. Jul 2008, 21:04 
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Geisterwesen aus dem alten Forum

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im alten Forum schrieb Marie am 18.05.2006 - 00:48:

Ich würde auch mitmachen, auch wenn ich bisher erst zwei Stück beisteuern kann (hoffentlich bald mehr).


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 Betreff des Beitrags: Re: Spindelkritiken
BeitragVerfasst: Di 8. Jul 2008, 21:05 
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Taiga-Rad

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im alten Forum geschrieben am 23.05.2006 - 12:14


Spinntantchen,

klar könnte man jeder Spindel (oder zumindest jedem Fabrikanten?) einen eigenen Thread gönnen, ich wollte die Sache für den Anfang nur mal einfach halten. Fotos kann ich machen, meine Digi-Cam ist gut, du musst mir nur sagen, wohin damit...

Klara

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 Betreff des Beitrags: Re: Spindelkritiken
BeitragVerfasst: Di 8. Jul 2008, 21:05 
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Geisterwesen aus dem alten Forum

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im alten Forum schrieb Tina am 24.05.2006 - 08:13:

Ich bin auch dabei, da ich geschworen habe Spindeln zu sammeln *lach (also bevor ich anfange Spinnräder zusammeln, weil eine solche Sammlung übersteigt mein aktuelles Budget)
Allerdings bin ich grade sehr unflexibel.
Ich bin scheinbar auf meine erste Spindel extrem eingeschworen. Gestern habe ich mit meinem neuen Kromskiteil rumprobiert und naja.....sah nach Anfängergarn aus *lach Nach 100m wurds dann schönes dickes Dochtgarn. Aber ich hab scheinbar wirklich probleme mit anderen Spindeln. Und mein allererstes Schätzchen hab ich am Wochenende verloren (ich weiss darf nicht passieren.......) kann mich da mal noch jemand bedauern? (wenigstens hatte ich das Teil zweimal in baugleich......abba trotzdes es war die ERSTE :(((((((


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 Betreff des Beitrags: Re: Spindelkritiken
BeitragVerfasst: Di 8. Jul 2008, 21:06 
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Taiga-Rad

Registriert: Sa 12. Jul 2008, 12:48
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im alten Forum geschrieben am 11.06.2006 - 21:47


Arme Tina, ich fühle mit dir! Wirklich nicht mehr aufzufinden, die Spindel? Und was für eine war's denn?

Ciao, Klara

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 Betreff des Beitrags: Re: Spindelkritiken
BeitragVerfasst: Di 8. Jul 2008, 21:06 
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Geisterwesen aus dem alten Forum

Registriert: Di 8. Jul 2008, 02:27
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im alten Forum schrieb Marie am 12.06.2006 - 10:28:

Ich bedauere dich auch! Ich mag ja auch meine erste Spindel am liebsten...


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 Betreff des Beitrags: Re: Spindelkritiken
BeitragVerfasst: Fr 9. Mär 2012, 20:52 
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Akha-Spindel

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Hallo Klara,
Golding- und Bosworth- Spindeln sind physikalisch sehr ausgereift. Wenn man schon solche besitzt, dann kann man sie gut als Vorlage für den Eigenbau verwenden. Ich habe zwar keine gekauften Spindeln, jedoch habe ich mir im Internet diverse betrachtet und die am physikalisch für das Drehverhalten optimierten Spindeln als Vorbild genommen oder gar noch verbessert. Schwierig ist nur, aus ein Stück Holz mit Hilfe einer Bohrmaschine, ein paar Feilen, Schnitzmessern und Schmirgelpapier soetwas zu fertigen. Da ich auch wunderschön mit geschnitzten Ornamenten versehende Spindeln sah, dachte ich, so etwas kann ich auch. Es ist eine Herausforderung, dieses zu wagen. Das Aufsetzen von Metallringen finde ich jedoch sehr schwierig, weswegen Bosworth-Spindel- Nachahmungen schon einfacher zu realisieren sind. Damit der Wirtel einer solchen Spindel später nicht eiert, kann man mit Hilfe eines Fadens den Schwerpunkt des Wirtels bestimmen, indem man ihn zweimal an verschiedenen Punkten ihn aufhängt. Hängt der Wirtel nicht waagerecht, bzw. stimmt die Symmetrieachse nicht mit der Drehachse überein, dann muß man solange an bestimmten Stellen feilen, bis das der Fall ist.
Für eine gute Handspindel nehme ich mir schon eine Woche im Urlaub Zeit oder einige Wochenenden und Feierabende.

Da in meiner Gegend im Frühjahr fast überall Bäume abgeholzt werden und diese dann zerschreddert oder verfeuert werden, so habe ich mir gleiche schöne Äste aus Flieder, Thuja, Hartriegel, Mirabellen usw. gesichert. Da habe ich wieder Material für schöne Wirtel und Orenburgspindeln. Inzwischen habe ich neue Kreuzspindeln gefertigt, wo die Hölzer kreisförmig gebogen sind und wo in einen Holz man das Andere durch ein Loch schieben kann. Da brauchte ich dann auch drei Tage, bis sie fertig waren. Sie wurden dann sehr schön.


Gruß Wolfgang


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 Betreff des Beitrags: Re: Spindelkritiken
BeitragVerfasst: Sa 10. Mär 2012, 22:23 
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Taiga-Rad

Registriert: Sa 12. Jul 2008, 12:48
Beiträge: 907
Postleitzahl: 44670
Ich habe kein Wochenende Zeit für eine Spindel - ich mach' 8 Anfänger-Fussspindeln in einer guten Stunde. Der Wirtel muss nämlich mitnichten rund sein - 8-Eck aussägen geht auch. (Sogar Quadrate würden gut drehen, aber ich finde, sie sehen doch ein bisschen zu seltsam aus).

Aber eigentlich wollte ich ja schreiben, dass ich den goldenen Mittelweg zwischen Eigenbau und Golding gefunden habe: Tracy Eichheim (Woolly Designs). Die Spindeln drehen - bei gleichem Gewicht und mit gleichem Garn - ganz genauso gut wie gute Goldings (die sind nämlich nicht alle gleich), sehen nur nicht so schick aus, sind dafür aber wesentlich preiswerter. Hier: http://www.woollydesigns.com/ (im Sommer nimmt Tracy keine Aufträge für neu anzufertigende Spindeln an, ist aber durchaus bereit, seine Lagerbestände zu verkaufen. Als einfach hinmailen.)

Ciao, Klara

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 Betreff des Beitrags: Re: Spindelkritiken
BeitragVerfasst: So 11. Mär 2012, 09:09 
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Großes Wollrad

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Land: Deutschland
Also der Begriff Goldings ist ja weit gefasst, wie Klara schon schreibt.
Ich finde es gibt von dort super laufende Arbeitsspindeln, und dann welche die mir deutlich zu schwer sind , und der Fokus eher auf dekorativ ausgerichtet ist.
Die Laufeigenschaften der Blütenspindel z.B. fand ich eher mäßig.

Von den Laufeigenschaften mag ich z.B. genauso die IST craft Spindeln von Ian.
Er hat uns die Herstellung seiner Spindel ganz genau erklärt.

Ist halt ne Zeitfrage und auch der Fertigkeiten.

Karin


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