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BeitragVerfasst: Do 10. Nov 2016, 05:27 
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Spinning-Jenny
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Registriert: Mo 7. Jul 2008, 01:10
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Hallöchen,

in einem anderen Thread tauchte die Frage auf, ob Spinnflügel mit Häkchen abschreckend seien.
Zitat:
Falls ja, schrecken Dich die Häckchen nicht ab?

Ich habe vor ca. 1 Jahr für meine Frau einen Standardflügel (Holz) auf Schiebehaken umgebaut, und dabei den Originalwirtel nachgedreht für höhere Übersetzungen (bis theoretisch 23:1). Falls Du jemanden mit einer Drehmaschine kennst, kannst Du gern auf Zeichnungen zurückgreifen, die ich hier veröffentlicht habe:
http://www.scforum.spinnradclub.de/view ... 14&t=27624
http://www.scforum.spinnradclub.de/view ... 14&t=28074

Hier im Forum gibt es lediglich einige wenige Fotos:
viewtopic.php?f=50&t=4518&start=10

Gruß
Borek
Quelle: viewtopic.php?p=32182#p32182


Eine interessante Frage, leider dort wo sie gestellt wurde, total OT. Deshalb habe ich ihr hier einen eigenen Thread gegönnt.

Ich selbst habe nur Spinnräder mit Häkchen, habe aber schon mal solche Haken bei einer Spinnfreundin probiert.
Bei Spinnrädern/Spinnflügeln mit denen man eher dünne/gleichmäßige Garne spinnt, sehe ich keine Veranlassung für mich, einen Schiebehaken zu brauchen. Auch beim Schiebhaken muss ich jedes Mal zum Flügel greifen um ihn weiterzuschieben. Da bringt er mir überhaupt keine Vorteile. Warum sollte ich also Geld für einen neuen Spinnflügel mit Schiebehaken ausgeben? Häkchen funktionieren für diese Fälle genauso gut.

Die Frage wurde ja bezüglich eines Lace Flyers bzw. Hochgeschwindigkeitsflügel mit Häkchen gestellt. Gerade bei einem solchen sind die Häken genauso gut ... vielleicht sogar besser. Bei einer so schnellen Übersetzung gerät ein Flügel sehr schnell ins Schwingen. Von daher sind fest angebrachte Häkchen sogar von Vorteil, denn das Gewicht der Häkchen kann von vorneherein mit beachtet werden und der Flügel damit perfekt ausgewuchtet werden.
Mit einem Schiebehaken verändere ich ja die Gewichtsposition am Spinnflügel laufen - das lässt sich deshalb gar nicht perfekt auswuchten und ist deshalb vermutlich bei so hohen Umdrehungszahlen, die mit einem so schnell übersetzten Flügel gar nicht geeignet weil die Unwucht zu unerwünschtem Flattern des Flügels führen würde.

Für mich haben diese Schiebehaken eigentlich nur im Bereich der Artyarn-Spinnerei einen Sinn und zwar weniger deshalb, weil sie zu verschieben sind, sondern weil es an sich ja meist keine Haken sondern geschlossene Ringe ist, durch den das Garn geführt wird. Dadurch verhindert man das Einhaken von Schlaufen, Locken oder dickeren Garnstellen an einem Häkchen. Außerdem werden solche Flügel i.R. nur mit sehr langsamen Übersetzungen angetrieben und haben schon ein e recht hohe Grundmasse, so dass das wandernde Gewicht des Schiebhakens nicht so ins Gewicht fällt.

Einen Ashford Standardflügel auf Schiebhaken umzubauen ist eine Spielerei oder Liebhaberei aber bringt IMHO keine wirklichen Vorteile.

lg spinntantchen

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Meine Seiten: www.spinntantchen.de und www.nadelbindung.de



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BeitragVerfasst: Do 10. Nov 2016, 17:50 
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Akha-Spindel

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Beiträge: 77
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Ich spinne sehr gerne mit verschiebbaren Haken/Ösen. Und vor allen Dingen grad mit den schnellen Rädern.
Wie z.B. von T. Walther den Triskel und die Anna. Beide nicht grad langsame Räder.
Auch am aufmodernisierten Traddi liebe ich den Sliding Hook Flyer.

Und beim langsamen S10 mag ich eher die großen Haken.
Der Artyarnflyer hat auch eine verscheibbare Öse, aber da bleiben tatsächlich die Bobbels eher hängen, als an den Haken.

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Liebe Grüße Basteline.


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BeitragVerfasst: So 13. Nov 2016, 08:53 
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Flügelspinnrad

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Land: Deutschland
Ein Rad mit Schiebehaken habe ich noch nicht gesponnen, also keine Erfahrung damit.

Allerdings habe ich keinerlei Probleme mit Häkchen und sehe an dieser Stelle für mich keinen Optimierungsbedarf, so dass es mir auch noch nicht in den Sinn kam, mir einen Schiebehaken zu wünschen.
Das Garn von einem Haken in den anderen zu hängen ist ein minimaler Handgriff, der bei mir automatisiert und "hirnlos" geht.
Jetzt einen Haken zusammendrücken und verschieben zu müssen und dabei noch die Entscheidung treffen zu müssen, wie weit ich den nun schieben soll, stell' ich mir direkt anstrengender vor.

Allerdings finde ich runde Häkchen, die versetzt angebracht sind (wie beim Bliss) optimal, wobei ich die weit auseinanderstehenden und auf beiden Flügelschenkeln symmetrisch angebrachten Haken am Sonata im Vergleich dazu eher unpraktisch finde. Ich komme jedoch auch mit denen so gut zurecht, dass die Motivation nicht groß genug ist, an dem Flügel Häkchen anders zu montieren oder mir Schiebehaken zu wünschen.
Die beiden Hakenformen habe ich übrigens mal auf meinem Blog verglichen:
https://hummelbrummel.blogspot.de/2016/ ... -oder.html

Meine meist genutzte Übersetzung ist auf beiden Rädern übrigens 1:18.
Basteline, wie schnell ist für Dich ein "schnelles Rad" - neugierig frag, weil manchmal hätt ich's durchaus gerne schneller, 18 ist bei meinen Rädern jedoch die Obergrenze.

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http://www.hummelbrummel.blogspot.de/


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BeitragVerfasst: So 13. Nov 2016, 10:15 
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Navajo-Spindel

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Land: Schweiz
Ich habe beide Varianten und habe mit beiden keine Probleme.

Für sehr dünnes Garn mag ich die Schiebehaken lieber, damit kann ich die Spulen gleichmässiger füllen. Und ein grosser Vorteil sind die Schiebehaken bei einem Fadenbruch. Gerade bei sehr dünner Seide ist das Ende auf der Spule oft kaum zu finden. Da ist mit dem Schiebehaken sofort klar, wo ich suchen muss. Ich weiss nämlich oft nicht mehr, über welchen Haken das Garn gerade gelaufen ist... ;)

Von Unwucht habe ich nie was gemerkt, das Ding ist ja so leicht.

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Geld haben ist schön, solange man nicht die Freude an Dingen verloren hat, die man für Geld nicht kaufen kann. Salvador Dali


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BeitragVerfasst: So 13. Nov 2016, 11:15 
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Akha-Spindel

Registriert: Sa 6. Apr 2013, 23:42
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Land: Deutschland
Hummelbrummel hat geschrieben:

Meine meist genutzte Übersetzung ist auf beiden Rädern übrigens 1:18.
Basteline, wie schnell ist für Dich ein "schnelles Rad" - neugierig frag, weil manchmal hätt ich's durchaus gerne schneller, 18 ist bei meinen Rädern jedoch die Obergrenze.


Für mich sind 1: 21, 1:26 auf Anna mit Zwischengetriebe oder auf dem Triskel oder der Ella sehr hohe Geschindigkeiten.
Die ich aber nur nehme, wenn ich wirklich dünn spinnen will.
Ansonsten ist mein Wohlfühlbereich bei 1:11 bis 1:15 rum. Da ich dann ein nettes, mittelstarkes Garn habe, mit dem ich auch gut stricken kann und mag. ;)
Und die Scheibehaken finde ich auf diesen Rädern sehr gut. Und wenn ein Rad die eingeschraubten Haken hat, ist es auch ok, würde mir dann auch nicht die Mühe machen es umzurüsten.
Mir ist nur halt am Artyarnflyer vom L S10 aufgefallen, dass der zwar ein großes Einzugsloch hat, aber der Schiebehaken bei der dicken Wolle, die man damit spinnen kann, besonders wenn es Bobbels sind, sehr supobtimal ist. Die Bobbels passen nicht gut durch diese geschlossenen Öse durch. Die hätte man offen oder größer bauen müssen.
Für mich besteht daher kein großer Zusammenhang von Garnstärke zur Hakenlösung.

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Liebe Grüße Basteline.


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BeitragVerfasst: Mo 28. Nov 2016, 19:05 
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Taiga-Rad

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Beiträge: 906
Postleitzahl: 44670
Ich hab' Schiebehaken - eigentlich Schiebering - am miniSpinner, Haken an allen anderen Rädern. Und mit keiner Version Probleme. Etwas unangenehm finde ich aber, an Kromskis sehr zu spinnen - da stehen die Haken weiter auseinander, als optimal wäre, so dass sich dauernd Berge und Täler bilden und ein verlorener Faden unauffindbar verschwiniden kann.

Andererseits muss man beim Schiebering genau zielen, damit es passt. Und auf beiden Seiten schieben (Hansencrafts verbaut aus Gleichgewichtsgründen auf jeder Seite einen Haken). Allerdings ohne zusammendrücken...

Bei haarigen Garnen, die an Häkchen gerne hängenbleiben, ist ein geschlossener Ring eindeutig von Vorteil. Aber auf die Idee, einen Flügel umzubauen würde ich auch nicht kommen.

Ciao, Klara

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http://www.lahottee.info


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BeitragVerfasst: Mo 5. Dez 2016, 12:22 
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CD-Spindel

Registriert: Sa 8. Aug 2015, 17:24
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Wohnort: Dresden
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spinntantchen hat geschrieben:
Einen Ashford Standardflügel auf Schiebhaken umzubauen ist eine Spielerei oder Liebhaberei aber bringt IMHO keine wirklichen Vorteile.


Da gibt es wohl einige Missverständnisse über die Herangehensweise und den Umfang des Umbaus des Standartflügel auf eine Schiebehakenflügel. Bei Borek hat er für das Traveller bzw. die Eigenkreation auf Grundlage eines Travellers einem Standartspinnflügel nicht nur Eigenbauschiebehaken verpasst, sondern auch die Geometrie des Flügels verändert.

Im Resultat kann nun auf diesen umgebauten Flügel sowohl eine Ashford Standartspule als auch eine Ashford Sliding Hook Spule mit 90 mm Außendurchmesser.

Dies ist ohne einen neuen Flügel für die 90 mm Variante zu kaufen, nicht nur preiswert sondern der richtige Ansatz zum Umbau.
Hier ging es damit nicht um die Frage Starre- oder Schiebehaken sondern, somit ist der Schiebehaken nur die logische Lösung für so einen Umbau.

Da ich die gleiche Aufgabenstellung der Nutzung eines Standartflügel für 60mm bzw. 90mm Spulen hatte, fand ich die Idee richtig gut.
Nun bin ich wegen meiner handwerklichen Fähigkeiten und technischen Voraussetzungen einen anderen Weg zu Lösung gegangen. Ich habe eine neue "Brücke" für den alten Standartflügel gebaut und konnte einfach die nötigen Schiebehaken bei Fachhändler einkaufen.

Habe ich hier als Schritt für Schritt Anleitung mit jeder Menge Fotos und möglichen Fehlern beim Bau beschrieben.
Umbau alter Ashford Standardflügel auf Sliding Hook
http://www.scforum.spinnradclub.de/view ... 36#p498867

Grüße aus Dresden
Technik der Lisel


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