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BeitragVerfasst: Fr 11. Dez 2015, 08:54 
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Kreuzspindel

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Guten Morgen!

Nach ein paar Wochen spinnen mit der Kreuzspindel hat sich der Wunsch nach einem Spinnrad gemeldet...
Tatsächlich ist das meiner Uroma (Oma-Bj. 1887, Spinnrad-Bj unbekannt) noch in Familienbesitz und wird zu Weihnachten zu mir ziehen.
Mist...Bilder hochladen geht nicht....dann in der Theorie:
Es ist eine Ziege und der Tritt sieht aus wie ein liegendes A, wobei der linke Balken zwischen den beiden mir zugewandten Beinen starr ist, der Querbalken ist zum Fuß draufstellen und am Ende vom rechten Balken ist der Knecht.
Die beweglichen Verbindungen sind Lederstückchen (so sieht´s auf den Fotos zumindset aus).
Kann man der Beschriebung noch folgen?
So, nun bin ich Anfänger und dachte, Wipptritt könnte einfacher sein, also auf den A-Querbalken ein längeres Brettchen monitieren, ggf. mit Erhöhung, wegen der Nach-unten Bewegung der Ferse.
Was meint Ihr, kann das klappen?
Natürlich probier ich erst mal so, aber da mir bis Weihnachten außer Handspindel nur Theorie möglich ist, denk ich halt gern ein wenig drauf herum...
Vielen Dank für´s lesen,
LG,
Iris


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BeitragVerfasst: Fr 11. Dez 2015, 09:13 
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Kreuzspindel

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Nachtrag...
Dateianhang:
Spinnrad1klein.jpg


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BeitragVerfasst: Fr 11. Dez 2015, 14:00 
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Spinning-Jenny
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Zitat:
wobei der linke Balken zwischen den beiden mir zugewandten Beinen starr ist, der Querbalken ist zum Fuß draufstellen und am Ende vom rechten Balken ist der Knecht.
Die beweglichen Verbindungen sind Lederstückchen (so sieht´s auf den Fotos zumindset aus)

Diese Konstruktion sieht wirklich interessant aus. Der Querbalken sieht heller aus als der Rest des Rades, von daher vermute ich, dass das Rad dort schon mal geflickt wurde.

Was Du Wipptritt nennst, kenne ich als Wiegetritt. Der Vorteil eines Wiegetrittes ist, dass man mit der Ferse eine Aufwärtsbewegung des Trittes anbringen kann und mit etwas Übung so das Rad in der gewünschten Stellung anhalten und wieder weitertreten kann, ohne das Schwungrad mit der Hand anzuschubsen.

Zitat:
So, nun bin ich Anfänger und dachte, Wipptritt könnte einfacher sein, also auf den A-Querbalken ein längeres Brettchen monitieren, ggf. mit Erhöhung, wegen der Nach-unten Bewegung der Ferse.

Meiner Meinung nach, geht ein Umbau zum Wiegetritt nicht so einfach. Du bräuchtest auf jeden Fall einen neuen Knecht d.h. Antriebsstrange. Schau Dir mal die Verbindung von Knecht zu Kurbel (Verlängerung der Schwungradachse). Die Kurbel ist in einem langen T-Schlitz im Knecht eingehängt. Dadurch kann der Knecht nur einen Zug nach unten übertragen. Würdest Du das Trittbrett nach oben bewegen, würde die Kurbel nur in dem langen Schlitz schlackern und die Kurbel sich NICHT nach oben bewegen.

Wenn - wie Du oben schreibst, der vordere Querbalken wirklich starr ist und sich der Rest des Trittdreieckes sich in Leder-Angeln bewegt, wird es meiner Meinung nach nicht klappen, dass Du einfach den Tritt nach vornerverlängerst.
Ich denke, dass Du für einen Wiegetritt (neben einem neuen Knecht, der ohne Spiel mit der Kurbel verbunden ist) eine drehbare Achse d.h. der Querbalken zwischen den beiden vorderen Füßen müsste als diese Achse fungieren.
So wie das auf den Bilder aussieht, steckt dieser Balken mit Holzrundstücken in den Beinen - das wird sich so NIE bewegen - zu viel Reibung für den Druck, den der Fuß auslöst.

Dazu müsste dieser Querbalken mit Metallachsen in den Füßen gelagert sein (am besten die Verbindungslöcher mit Wachs ausgießen vor dem Einbau). Dann könntest Du versuchen einen verlängerten Tritt auf diese drehbare Achse montieren zusammen mit einer neuen Antriebsstange/Knecht - in der Hoffnung, dass die Achse hoch genug sitzt, dass eine Trittbewegung nach unten mit der Ferse ausführbar ist (ggf. mit Tritterhöhung) ... und dass diese Bewegung dann auch bequem ausführbar ist (ich habe ein Rad mit Wiegetritt, das ich nur kurz treten kann, weil der Winkel so steil ist, dass mein Fußgelenk nicht mitmacht).

Ich weiß nicht, ob ich selbst ein Rad so stark baulich verändern würde. Es ist ja auch so etwas wie ein Erinnerungsstück an Deine Uroma, deren 'Erinnerungswert' ja wahrscheinlich durch so radikale Umbauten verloren gehen könnte.
Ich hätte da eher den Ehrgeiz, dieses Rad in genau der Weise bespinnen zu lernen, wie es Deine Uroma benützt hat.

Sollte irgendwann mal Trittteile und oder der Knecht im Gebrauch kaputt gehen und ersetzt werden müssen (mir scheint auf dem Foto, als ob sich da schon mal ein Holzwurm gütlich getan hat, würde ich vielleicht überlegen, mal einen Versuch starten, ob sich ein Wiegetritt einbauen lässt.
Aber ein funktionierendes Original zu zerstören um ein altes Gerät umzudesignen ... mir täte es um das schöne Rad leid.

Zumal so ein Umbauversuch ja nicht unbedingt Erfolg haben muss. Alle Dimensionen (wie z.B. Kurbeldimensionen, Trittanstellwinkel usw.) sind ja mal beim Bau des Rades auf einen einfach wirkenden Tritt ausgelegt worden. Das alles muss nicht automatisch mit einem nachträglich eingebauten Wiegetritt harmonieren und bequem zu spinnen sein.

_________________

Meine Seiten: www.spinntantchen.de und www.nadelbindung.de



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BeitragVerfasst: Fr 11. Dez 2015, 16:01 
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Kreuzspindel

Registriert: Mi 18. Nov 2015, 17:28
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Danke für die ausführliche Antwort!

Vermutlich geht´s ja auch so, bis 1960 ging´s auf jeden Fall.
Dunkel kann ich mich erinnern, als Kleinstkind damit spielen zu wollen, war nicht drin, keine Chance!

Schaut mal die schöne Flügelbremse:
Dateianhang:
Spinnrad3klein.jpg


Freu ich mich halt weiter...
lieben Gruß,
Iris


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BeitragVerfasst: Fr 11. Dez 2015, 18:12 
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Flügelspinnrad

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Hallo Iris,
ich habe ein Rad in dieser Bauart, jedenfalls was die Unterkonstruktion betrifft.
(Anders ist bei mir nur der Spinnkopf: Deines ist flügelgebremst, meines zweifädig.)

Bei meinem bewegt sich der vordere Querholm beim Treten mit und auf dem Bild sieht es so aus, als wäre das bei Deinem auch so. Der Holm steckt wahrscheinlich rechts und links lose in den Spinnrad-Beinen.
Bei meiner "Ziege" - so werden diese liegenden Räder oft mal genannt - vermisse ich keinen Wiegetritt, da kann man gut Schwung holen und dann flutscht es wie geschmiert.
Wie Spinntanntchen denke ich, dass das Rad durch Wiegetritt wahrscheinlich nicht gewinnt und würde es lassen, wie es ist.
Es ist übrigens wunderschön!
LG Hummelbrummel

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http://www.hummelbrummel.blogspot.de/


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BeitragVerfasst: Sa 12. Dez 2015, 06:26 
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Kreuzspindel

Registriert: Mi 18. Nov 2015, 17:28
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Guten Morgen!

Hummelbrummel, ich bin auch ganz verliebt, zumal ich nun nach 40 Jahren auch endlich damit spielen darf!
Momentan blödel ich mir mit einem Dekorad herum, was schon irgendwie bespinnbar ist (z.B. ist die Flügelbremse einfach ein dickes eingeklebtes Lederstück mit einem runden Loch, was als Achsaufnahme dient.
Natürlich habe ich aufgrund dessen schon einem Menge über die Funktionsweise herausgefunden, aber bei dem Dekorad, ein Bock, verändert sich ständig der Einzug und der Drall.
Im Prinzip kann ich den Flügel mehr bremsen, indem ich die Spule stärker dagegen drücke, das gibt dann weniger Drall im Garn.
Die Stärke des Einzugs kann ich mit der Spannung des Antriebsriemens ein bischen regulieren. Das geht dann ein paar Meter (Wunschdenken: kaum einen halben...) gut, dann haben sich die Steckverbindungen wieder irgendwo hin bewegt und der Mist fängt von vorne an.
Soll ich mal ein Foto von dem Drama machen?
Das Bockrad hat jedenfalls einen Wiegetritt und im Knecht einen langen Schlitz. Den habe ich mit Schrauben und Beilagscheiben radikal gekürzt, damit tritt sich das ein bischen besser.
Ich hoffe sehr, daß das Rad von Oma Emma etwas gutmütiger ist...

Vielen Dank für´s lesen,
lieben Gruß,
Iris


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BeitragVerfasst: Sa 12. Dez 2015, 08:37 
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Flügelspinnrad

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Hallo Iris,

ja, mach doch mal ein Foto, am besten eines, wo man den Spinnkopf (Flügel und Spule) gut sehen kann, und eine Gesamtansicht.
Lederaufhängungen sind durchaus üblich, aber eher selten in Kombination mit Flügelbremse.

Viele Grüße
Hummelbrummel

_________________
http://www.hummelbrummel.blogspot.de/


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BeitragVerfasst: Sa 12. Dez 2015, 11:31 
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Akha-Spindel

Registriert: Sa 6. Apr 2013, 23:42
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Land: Deutschland
Zitat:
Ich hätte da eher den Ehrgeiz, dieses Rad in genau der Weise bespinnen zu lernen, wie es Deine Uroma benützt hat.


Genau si sehe ich es auch. Das Rad sieht gepflegt und intakt aus. Und daran hat ja jemand fleißig gesponnen und den Kindern das spielen damit verboten. ;)
Und da die alten Räder gut ausgetüftelt waren, würde ich auch alles so lassen. Es wird sicherlich spinnen können.
Ungewöhnlich finde ich aber doch die Flügelbremse. Ich sehe diese Ziegen hauptsächlich mit dem 2-fädigen Antrieb.
Ich hofe, dass du schnell lernst mit deinem hübschen Uromarad zurecht zu kommen. :D

_________________
Liebe Grüße Basteline.


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BeitragVerfasst: Mi 30. Dez 2015, 14:51 
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Kreuzspindel

Registriert: Mi 18. Nov 2015, 17:28
Beiträge: 38
Postleitzahl: 0
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Hallo an Alle,

Ich hoffe, Ihr habt die Fresstage gut überstanden!
Hier ist nun die kleine Ziege eingezogen, drum wollte ich mal kurz erzählen, wie's nun läuft mit der Dame...
Nach einigen Stunden Eingewöhnungsphase können wir jetzt miteinander spinnen. Der Tritt war am Anfang echt schwierig.
Die Übersetzung mit den vorhandenen Spulen ist grade mal 1:4,6, was ja ziemlich wenig ist und das Einzugsloch ist 8mm groß, 60 cm hoch.
Das heißt, ich spinne ziemlich langsam ziemlich dünn.
Mit der Flügelbremse muss man sehr vorsichtig umgehen, kleinste Drehung macht Mördereinzug.
Also, echt, das Dekorad spinnt sich deutlich gutmütiger und flotter.
Anyway, wenn meine Oma damit ab und an mal 'ne Ente oder einen Hasen ersponnen hat, werde ichs wohl auch schaffen.
Vielleicht hat mir jemand einen Tip, wie ich die Flügelbremse feinfühliger machen kann?
Und bestimmt sind auch Spulen mit kleinerer Antriebsscheibe eine gute Idee, was meint Ihr?
Sonst noch Ideen zum Pimpen?

Euch einen schönen Nachmittag,
LG,
Iris


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BeitragVerfasst: Mi 30. Dez 2015, 21:52 
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Tahkli

Registriert: Fr 10. Mai 2013, 14:45
Beiträge: 105
Postleitzahl: 83395
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Die Feineinstellung erfolgt über die Spannung der Antriebsschnur. Wenn die etwas gelockert wird, kann sie auch mal durchrutschen, dadurch wird der Einzug weicher.


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