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BeitragVerfasst: Do 15. Apr 2010, 20:50 
Bambusfaser - Kohlefaser “Black Diamond” <>

Bambus, Phyllostachys edulis, wird zu Holzkohle verkohlt, aus der anschließend Nanopartikel gewonnen werden. Diese Kohlenstoff-Nano-Partikel werden Viskose (Rayon) zugesetzt oder sind in Polyester- oder Nylonfaser eingeschmolzen. In Japan und USA wird die Faser als “Black Diamond” mit “ökologischem Anstrich” angeboten. Die Kunstfaser soll durch den Kohlenstoffanteil Feuchtigkeit regulieren, den Schweiss aufnehmen und geruchsneutral bleiben.

Die schwarze Bambusfaser hat nichts mit dem Schwarzen Bambus, Phyllostachys nigra, zu tun.

lg
Eberhard


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 Betreff des Beitrags: Re: Bambusfaser ökologisch?
BeitragVerfasst: Mo 26. Apr 2010, 10:36 
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Navajo-Spindel

Registriert: Mo 5. Jan 2009, 10:22
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Eure überlegungen interessieren mich. Ich suche auch mit viel Mühe Fasern die den Mensch und die Natur respektieren

Ich suche immer noch eine biologische Zucht von merino und mohairziege die nicht zu weit entfernt ist. Habe sogar meiner Nachbarin vorgeschlagen neben ihren Landschafen in biologie ein paar merinos zu züchten die wir ihr stiften könnten, oder ein paar mohairziegen; sie studiert noch was machbar ist.

Bleiben noch die Kaninchen die man selber züchten könnte, aber kann man die mit natürlichem Futter ernähren? Ich habe gehört das ertragen sie nicht

Und mit den Pflanzenfasern suche ich immer noch eine Lôsung landlichen Flachs oder Hanf zu finden. Flachs habe ich schon gefunden in der Normandie, da pflanzen sie viel und verarbeiten sie. Bloss schicken sie das ganze dann nach china
Versuche davon ein bisschen abzukaufen

Die perfekte Lösung gibt es leider nicht. Und wenn wir strickt ökologisch und ethisch spinnen wollten, müssten wir uns sehr streng beschränken, denn unsere Geldbeutel könnten da nicht mehr mitmachen

Ist aber sehr wichtig die Lügen abzuklären


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 Betreff des Beitrags: Re: Bambusfaser ökologisch?
BeitragVerfasst: Mo 26. Apr 2010, 12:50 
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Taiga-Rad
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Was vertragen die Kaninchen denn nicht? Wir hatten welche, ganz gewöhnliche, die haben Heu bekommen, Löwenzahnblätter, Möhren, Apfelstücke, Klee, was gerade zur Verfügung stand. Das haben sie problemlos vertragen. Ausserdem haben sie selber noch abgenagt, was ihnen in ihrem Gehege geschmeckt hat. Denkst du, es gäbe besonders empfindliche Rassen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Bambusfaser ökologisch?
BeitragVerfasst: Di 27. Apr 2010, 18:07 
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Navajo-Spindel

Registriert: Mo 5. Jan 2009, 10:22
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Wohnort: Normandie Frankreich
Soviel ich von französischen Spinnerinnen gehört habe, ertragen die Angorakaninchen kein frisches Futter. Ich wûrde sie auch im Freien toben lassen, das soll auch schädlich sein. Angeblich sollen sie nur trockenfutter essen


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 Betreff des Beitrags: Re: Bambusfaser ökologisch?
BeitragVerfasst: Di 27. Apr 2010, 18:26 
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Navajo-Spindel
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Ich finde es an sich schon ökologisch bedenklich, Fasern, die industriell in Übersee hergestellt werden, hierzulande als "öko" zu etikettieren. Mal davon abgesehen, ob sie wirklich so naürlichen Ursprungs sind.

Das schrägste Beispiel fand ich vor zwei Jahren im Supermarkt. Da lagen Biozwiebeln. Aus Argentinien!
Als ich die Marktleiterin darauf ansprach und meinte, dann könnte ich auch Biozwiebeln von hier kaufen und daneben eine Tonne Schiffsdiesel verbrennen, hat sie das nur begrenzt verstanden... :roll:

Im übrigen bin ich mir auch nicht so sicher, wieviel Regenwald dem Faserbambus weichen musste. Beredte Negativbeispiele sind Tropenholzplantagen oder Ölpalmen für unseren "Bio"diesel.
Die Lebensräume für die Orang Utans blasen wir durch unsere ökologisch gewissensberuhigten Auspuffe.
Genauso, wie sich angebliche "Naturfasern" prima als neuzeitlicher teurer Ablassbrief für unsere kleinen täglichen Umweltsünden eignen...

Ich muss eben nicht zwingend alles verarbeiten, was verfügbar ist. Das betrifft unseren Speiseplan (ich koche irre gerne, allerdings mittlerweile zu 90% Saisonerzeugnisse aus der Region) und das betrifft auch die Spinnfasern. Nachdem ich jetzt das frische (biologische und von glücklichen Schafen!) Taunus-Merino aufarbeite, muss ich mir sowas nicht mehr aus australischer oder neuseeländischer Wolle kommen lassen.
Und mittlerweile frage ich bei Traub oder Wollknoll auch mal nach, woher die Seide oder das Kaschmir kommen, bevor ich bestelle. ;)

_________________
Zeit existiert nur, um zu verhindern, daß alles sofort geschieht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bambusfaser ökologisch?
BeitragVerfasst: Do 29. Apr 2010, 12:08 
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Taiga-Rad
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Registriert: Di 31. Mär 2009, 16:25
Beiträge: 764
Postleitzahl: 0
Land: Schweiz
Ich stimme mit dir überein, dass mit Aufklebern wie "öko" oder "bio" viel Unfug getrieben wird. Ebenso bin ich eine Verfechterin der saisonalen Küche. Bei mir kommen im Winter weder Erdbeeren noch Tomaten auf den Tisch. Spargel gibts, wenn Nachbars Feld erntebereit ist etc.

Aber ich kann deine Meinung nicht in jeder Hinsicht nachvollziehen. Ich trage nur Kleider aus Naturfasern, aber wo zum Geier krieg ich ökologisch vertretbare Baumwolle her (nur als ein Beispiel von vielen). Die der Schweiz am nächsten gelegenen Baumwollfelder liegen m.M.n. in Ägypten. Also belastet schon mal der Transport die Bilanz, dazu die Frage wie ökologisch ist der Anbau wirklich? Wieviele Hektoliter Wasser müssen dafür aus dem Nassersee zum Tosca-Projekt gepumpt werden mit welchen Konsequenzen für die Umwelt.

Leinen wird bei uns auch nicht mehr angebaut und die hiesige Schafwolle kann ich als im besten Fall als peeling verwenden. So, nun steh ich da mit reinem Gewissen aber nackt, denn auch das Basismaterial, woraus ich was ökologisch Vertretbares herstellen könnte, fehlt.

Ausweichen auf die sog. high-tech-Materialien will und kann ich nicht. Die sind noch viel bedenklicher. Was für Alternativen bleiben also? Fazit: es gibt heute gar keine Möglichkeit mehr, total ökologisch zu leben, noch nicht mal mit massiven Einschränkungen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bambusfaser ökologisch?
BeitragVerfasst: Do 29. Apr 2010, 15:57 
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Großes Wollrad

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Land: Deutschland
sehe das ähnlich wie Elsbeth

Obwohl mir an dem Thema sehr gelegen ist, stosse ich immer wieder an meine Grenzen
Obst z.B. wenn ichs streng regional nehme auch mit 50 km Umkreis dann kann ich das ganze Jahr nur Äpfel, Birnen und Zwetschgen essen, zur passenden Zeit frisch, ansonsten eingeweckt.
Bananen ( ohne Bananen wäre für uns unvorstellbar) Orangen , Mandarinen, Kirschen, Trauben usw fielen dann weg
Gemüse nicht ganz so schwierig, aber im Winter ebenso nicht sonderlich abwechslungsreich vorhanden

Kleidung hat filatrice auch schon angesprochen
Ein kleines Beispiel hierzu,: Karin kauft ne Strumpfhose für die Kinder von Hess Natur in weiss aus zumindest kbA Baumwolle. Die Ökologische Bilanz wird dann noch schlechter, wenn man feststellt, dass die Strumpfhose gerade mal 1 x tragen ausgehalten hat., trotz des hohen Preises. Dann lieber Ergee, welche 2 Kinder über Jahre aushält

ist einfach ne schwierige Sache.
Wie schon erwähnt ich liebe die hiesige Schafwolle sehr, nur damit kleiden möchte ich mich damit allerdings nicht.
Wichtig finde ich das wachrütteln, umdenken, auch kleine Schritte sind da hilfreich.
Auch wenn wir hier in ner Wegwerfgesellschaft leben, auch durch unseren hohen Konsum, da gibts schon noch ganz andere Baustellen.
Andere Lädner bereist ,stellt man fest, dass es nicht mal der Tropfen auf den heissen Stein ist, was wir hier machen.Hatte darüber erst ein sehr aufschlussreiches Gespräch mit ner Freundin, die kürzlich Indien bereiste

Auch wenns negativ klingt, ich bleib schon idealistisch :-)))
Karin


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 Betreff des Beitrags: Re: Bambusfaser ökologisch?
BeitragVerfasst: Do 29. Apr 2010, 17:15 
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Buch-Charka
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Wenn jeder ein bisschen mitdenkt und gemäßigt lebt, also überwiegend saisonale Produkte auf den Tisch bringt und nicht jedes Jahr eine komplette neue Gardarobe braucht, weil die vom letzten Jahr "out" ist, dann wäre doch viel gewonnen. Einfach ein bisschen vernünftig wirtschaften, dann ist viel getan, und ab und zu darf dann auch mal ein bisschen Luxus sein. Die Masse macht es....

_________________
Liebe Grüße
Gabi


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