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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: Mo 14. Jul 2008, 16:32 
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Spinning-Jenny
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im alten Forum geschrieben am 07.06.2008 - 13:13


Huhu, gute Nachrichten für Euch Süddeutschen!

Die Ausstellung "Binsen, Bast, Brennesel - textiles Material der Steinzeit", das bisher hier in Norddeutschland in Albersdorf zu sehen war, ist seit Pfingsten bis Anfang November im Heuneburg-Museum.

Das hat mir gerade Anne Reichert gemailt.

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Meine Seiten: www.spinntantchen.de und www.nadelbindung.de



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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: Sa 11. Okt 2008, 13:43 
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Akha-Spindel
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hallöchen, mal wieder ein kleiner nachtrag zu meinen experimenten mit brennessel.
habe gestern ein paar bund lange stengel "geerntet und erstmal richtig desinfiziert, sowie einige kolonien mit bakterien zur selektiven züchtung angelegt. der brutschrank ist nun mal wieder richtig voll, und es sollte doch mit dem teufel zugehen, wenn sich die ideale kultur nicht ausfindig machen lassen sollte. über den fortschritt werde ich euch selbverständlich immer mal wieder benachrichtigen.

LG, die eule

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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: So 18. Jan 2009, 11:47 
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Tahkli
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ich habe zwischenzeitlich ein Bezugsquelle gefunden:
http://alysse-creations.info/

Nessel ist eine recht staubig-fusselige Angelegenheit.
Die Stapellänge ist deutlich geringer als beim Flachs, ansonsten sind die Eigenschaften beim Verspinnen weitgehend die selben, wobei die geringere Länge es etwas schwerer macht einen schönen glatten Faden zu bekommen.
Die Faser die ich hatte war etwas schäbig, soweit ich gelesen habe ist das ablösen der Planzenkleber aber bei Nessel viel schwerer und man wird ihn nicht so sauber bekommen wie Flachs.

CU
Danny

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Mehr über mich und meine Hobbys erfahrt Ihr unter www.dannys-taverne.de, zum Hand- und Spinnradspinnen gibt es Infos unter www.spinnradclub.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: Fr 17. Apr 2009, 22:16 
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CD-Spindel
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hallo,
auch ich bin auf die Brennnesselfaser gestossen, aber eigentlich nur, weil ich nach Färberezepten gesucht habe.
Bei meiner Tour durchs Internet zwecks Fasergewinnung bin ich auf folgendes Rezept gestossen:

Aufarbeitung von Brennnesselstängeln zu Textilfasern
durch Laugenbehandlung

Material: 100 g getrocknete Brennnesselstängel, 0,4%ige
Sodalösung (Na2CO3), 2%ige Natronlauge (Vorsicht, beide
Flüssigkeiten reizend!), Gummihandschuhe, Dampfdrucktopf
(kein Aluminiumgerät verwenden), Küchensieb
Durchführung: Kochen Sie etwa 10 cm lange Stängelstücke in
der Sodalösung 60–90 Minuten lang. Gießen Sie dann die Sodalösung
ab und waschen Sie mit Leitungswasser nach. Die
Rinde wird dann vom Stängel abgezogen (Gummihandschuhe
anziehen!) und 90 Minuten in 2%iger Natronlauge im Dampfdrucktopf
(3. Ring) unter dem Abzug gekocht. Anschließend
müssen die Fasern mit starkem Wasserstrahl in einem Sieb
von allen Resten freigespritzt werden. Nach mehrstündigem
Trocknen bei 100 °C erhalten Sie baumwollähnliche Fasern.

hier ist der Link dazu:
http://mayago.lu/de/s/4/36/274

und noch einer
http://www.cornelsen.de/sixcms/media.ph ... 42_345.pdf

ausprobiert habe ich es aber noch nicht :-)

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http://www.sockenecke.de privater Blog mit aktuellen Projekten
Ich habe immer irgendetwas in den Fingern


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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: Do 3. Sep 2009, 23:29 
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Akha-Spindel
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liebe Witchi,
zu der Sache mit dem Drucktopf hätte ich dabei noch ne Frage. ist es korrekt, daß dabei eine möglichst schlagartige Druckentlastung herbeigeführt werden soll?

gruß
die eule

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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: Do 3. Dez 2009, 18:13 
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Tahkli
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Wohnort: paradiesisch ... im Atlantik ;)
hallo,
laut Wikipedia gehört Ramie ja auch zu den brennnesselgewächsen http://de.wikipedia.org/wiki/Ramie
- für mich kaum vorstellbar, so eine seidenweiche faser. Macht große freude sie zu verspinnen...

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sonnige grüße,
Bine

http://wollflocke.blogspot.com/


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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: Do 3. Dez 2009, 18:19 
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Fallspindel

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Oh und Ramie mag ich garnicht.
Wäre mal sehr gespannt darauf wie sich selbergeerntete Brennesselfasern so verarbeiten lassen.
Das Zeugs von Alysee war ja eher ein Staubhaufen. Da verging mir direkt die Lust zum testen :-)

Naja meine Mädels haben das ja auch noch auf der Wunsch to do Liste.....
(da steht wie so immer einiges)

LG

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http://fadenzieher.blogger.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: Fr 15. Apr 2011, 16:33 
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Fallspindel

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Ich habe jetzt mit einer Gruppe meiner Weiterbildung Brennesselfasern gewonnen und verarbeitet. So kompliziert ist das gar nicht. Die Stengel wurden im Herbst geschnitten und zum Rotten eine Woche auf dem Feld liegen gelassen. Dann zügig trocken an Ofen oder Heizung. Dann können die Fasern abgezogen werden. Gekämmt haben wir sie mit Kardiermaschine und Handkarden. Mit feiner Benadelung und viel Geduld bekommt man recht feine Fasern. Jetzt verspinne ich das Ganze gerade mit meiner Handspindel, aber Spinnrad wäre auch gut denkbar. Funktioniert wirklich gut. Das Garn wird dann noch verwoben und gefärbt. Mal schauen, ob ich mal Bilder einstellen kann.

LG,
Susel

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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: So 15. Jul 2012, 15:17 
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Akha-Spindel

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Auch ich habe Brennesselfasern gewonnen. Sie waren zu meinen Erstaunen sehr strahlend weiß, viel viel weißer als Baumwolle und erschienen irgendwie durchsichtiger so als wäre es eine hauchdünne Polyakrylfaser.

Soweit ich weiß, dient die Röste dazu, um bei Flachs die Faserbündeln in der Rinde zu lösen, so wie auch die Rinde vom Stengelholz. Bei der Brennessel gibt es keine ausgeprägten Faserbündel wie es beim Flachs der Fall ist. Da die Röste bei Brennesseln wegen der Fäulnisgefahr eher Probleme bereitet, habe ich die faserreiche Rinde gleich bei der Ernte von den Brennesselstängeln abgezogen, was sehr einfach ist, wenn die Brennessel auf feuchten Boden wächst und viel Wasser in der Rinde hat und noch nicht welk geworden ist. Da biß ich einfach entlang des Stengels mit meinen Zähnen und die Rinde löste sich fast von ganz alleine ab, so daß ich mehrere Plastikbeuteltaschen von Supermarkt damit zügig füllen konnte. Bei der so abgelösten Rinde hat man keine Schäben mehr.

Um die Rinde weiter zu verarbeiten gibt es zwei Möglichkeiten, da ja noch die Faser von den Rindenbestandteilen befreit werden muß.

Bei der ersten Möglichkeit kochte ich die Rinde in Seifenlösung und die Rinde löste sich fast vollständig zu einer grünen Suppe auf.
Das ging nicht sehr zügig, weswegen ich die grüne Suppe durch ein Sieb abseite und die Fasern mit Wasser ausspülte. Daraufhin walkte ich die Fasern, damit die restlichen Rindenmasse zermatscht wird und kochte nochmals das Ganze in Seifenlösung. Bei reiner Seife muß man das mehrfach wiederholen. Bei Waschpulver und noch besser bei Chlorreinigern lösten sich die Rindenreste wie Zucker auf und scheinen ganz zu verschwinden, weil die Suppe klar bleibt.

So konnte ich sehr reine feine schneeweisen Fasern absieben, die 3 bis 4 cm lang waren und somit länger als reine Flachsfasern. Nun hatte ich schöne reinweiße Fasern aber beim Trocknen hatte ich einen dichten, verknoteten Faserfilz, den man nicht mehr kämmen und kadieren konnte, weil dann die Fasern so verklebt waren und dabei zerrissen. Nach dem Kadieren hatte ich lockere Fasern, die wie Pappelflaum waren, zu kurz, um sie noch zu verspinnen.

Ohne Kadieren konnte man sie aber auch nicht spinnen, weil sie stark aneinander klebten. Sie verhielten sich wie Leinen, welches auch leicht verknotet und ebenso verklebt. Man muß irgendwie die Fasern sehr locker bekommen, und das geht wahrscheinlich nur durch Hecheln.
Unter Wasser lockerten sich die Fasern vollständig und schwammen dann einzeln umher. Man müßte sie aus den Wasser heraus spinnen.

So ist Hecheln der Rinde die zweite Möglichkeit, spinnbares Material zu gewinnen. Ich hatte mal Leinen versponnen, und das Material, was ich verspann, war offenbar noch keine reine Leinenfaser, denn diese sind ja durchschnittlich nur 3 cm lang. Doch den Flachs, den ich verspann, bestand aus etwa 30 cm sehr dünnen langen bräunlichen Fäden, so als wäre die Flachsrinde durch das Hecheln in feine fadenartige spinnbare Streifen zerschnitten worden, die die Faserbündeln enthielt. Als ich den versponnenen Flachsfaden, wo die Faserbündel sich leicht verknoteten, in Waschpulver kochte, lösten sich noch große Menge Rindenbestandteile auf und der versponnene Faden wurde weiß und glatt. Da bemerkte ich, daß er dann aus sehr feinen kurzen baumwollartigen Fasern bestand. Immerhin waren die Fasern länger als bei Baumwolle, was mich sehr begeisterte. Laut der Universität von Hamburg hat aber die Brennessel noch längere und kräftigere Fasern als Leinen, jedoch ist die Faserausbeute geringer.

So dachte ich, könnte ich auch die Brennesselrinde hecheln, um ebensolche dünnen aber besser verspinnbare Rindenfäden zu erzeugen. Ein Teil der Rinde trocknete ich und ein anderer Teil wurde im feuchten Zustand gehechelt. Die getrocknete Rinde pulverisierte sich beim Hecheln und alle Fasern wurden dabei zerstört. Die feuchte Rinde ergab grobe breite Rindenstreifen, trotz sehr feiner Hecheln. Das Spinnergebnis damit war nicht besonders gut. Diese feinen Hecheln bestanden aus sehr dünnen langen Nähnadeln, die sehr eng und in mehreren Reihen aneinandergereiht waren. Der Nadelabstand war kleiner als die Nadeldicke!

Meine Annahme ist, daß die Rinde zum Hecheln zu frisch und die Fasern noch zu fest mit der Rinde verbunden sind. Beim Kochen mit Seifenlösung würde es in die einzelnen Fasern zerfallen, wo man nicht mehr hecheln kann und als Resultat Faserfilz erhält. Ähnlich wäre auch das Kochen in nur reinen Wasser. Vielleicht muß ich die Rinde doch noch einer sehr kurzen Röste unterziehen, damit sich die Fasern etwas lösen und die Rinde zum Hecheln geschmeidiger wird. Das werde ich in den nächsten Tagen ausprobieren, wo ich mal mit reinen Wasser Gärversuche mit der Rinde durchführen will. Ich sehe darin die Lösung, um verspinnbares Material zu gewinnen, denn die Brennesselfaser besitzt im Gegensatz zu Leinen längere, festere, sehr geschmeidige und wie Seide glänzende Fasern, und sie waren zu meinen Erstaunen unglaublich strahlend rein weiß, wo meine gebleichte Baumwolle regelrecht in den Schatten gestellt wurde. Das macht die Brennessel für mich so interessant. Jedoch fühlt sie sich etwas rauher an, als Baumwolle.

Gruß Wolfgang


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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: Mo 20. Okt 2014, 23:53 
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Akha-Spindel

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Hallo ihr Lieben,
Nach einem Jahr Brennesselforschung habe ich endlich eine wirtschaftliche Methode zur Brennesselfasergewinnung gefunden. Alle herkömmlichen Verfahren taugen nichts!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Vergeßt diese Verfahren! Sie zerstören massenweise die empfindlichen Fasern! Ich habe alle herkömmlichen Methoden durchprobiert und versucht sie zu verbessern - jedoch ohne Erfolg!

Die meisten Leute als auch in der Forschung haben den Prozeß der Leinenfasergewinnung im Hinterkopf! Das ist ein Irrweg!!!!! Bei der Röste leidet die Faser und verliert an Festigkeit, so daß sie weniger Zugkräfte aushält. So treten dann später beim Hecheln sehr hohe Faserverluste auf. Bei Leinen immerhin 60% was dann als Werg anfällt. Es sind zerbrochene Fasern, die durch die Rotte oder Röste geschwächt wurden! Bei Brennesseln treten beim Hecheln 80% Faserverlust auf, weil die Rinde dicker ist, als die des Leinens. Das Hecheln spaltet die Rinde in faserdünne Rindenstreifen auf und die Rindenbestandteile werden durch das Gleiten an nadelförmigen Hinternissen abgeschabt undf somit ausgebürstet. Das Rösten von Brennessel, also das Rotten, läßt die Faser wegfaulen. Bei Leinen ist dieser Umstand weniger drastisch, da weniger Rindenmaterial von vornherein vorhanden ist, so daß genügend Fasern übrigbleiben.

Eine kurze Röste bringt nichts! Je länger die Brennesselrinde einem Fäulnisprozeß wie der Röste unterliegt, um so mehr Bruch erzeugt man beim Hecheln. Das Hecheln übt eine Zugkraft auf die geschwächten Fasern aus und die Folge ist Faserbruch!

Als logische Konsequenz muß man auf jede Art von Röste verzichten. Die Universität Hamburg hat mit Natronlauge oder Ammoniak eine chemische Röste vorgenommen. Dabei gehen die Rindenbestandteile nahezu vollständig in Lösung. Jedoch erhält man eine nicht spinnbaren Faserfilz von kurzen Fasern. Der Grund: Die Fasern, die spinnbar sind, sind nämlich die Faserbündel. Die Fasern kleben aneinander durch Pektine. In Wasser und bei chemischer als auch biologischer Röste lösen sich diese Pektine auf, wodurch die Faserbündel in Bezug zur Zugkraft geschwächt werden. Bei heißem Wasser, nämlich ab 70°C lösen sich alle Pektine auf. Die Faserbündel zerfallen in ihre feinen Fasern und zerbrechen bei mechanischen Belastungen wie Kämmen, Hecheln, Kardieren usw.. Die Folge ist wieder Bruch, da man den Faserfilz nach einer chemischen Röste kämmen muß, um spinnbare Fasern zu erhalten. Dabei werden sie also sehr kurz. Die Universität Hamburg hat die Brennesselforschung auf Eis gelegt, weil die Verfahren zu kostspielig war. Man versuchte auch eine enzymatische Rotte oder Röste und gab somit große Mengen Forschungsgelder aus. Die Firma, die mit Hilfe der Hamburger Unversität Forschung betrieb, mußte in Konkurs gehen, da man auch eine Faserbrennessel, welche eine Variante der gewöhnlichen großen Brennessel ist, mittels Stecklingen anbauen mußte. Die Faserbrennessel (Urtica dioica L.) hat gegenüber der wilden Brennessel (Urtica dioica) nur 15% mehr Fasern. Da sie aber im erntereifen Zustand auch blühen und sich selbst aussähen, so verwildern die angebauten Brennesseln, wodurch die Faserausbeute wieder sinkt. Das Vermehren und Setzen der Stecklinge ist kostenintensiv.

Fazit: Hecheln, Kämmen Rotten oder Rösten muß unterbleiben. Übrigens sollte auch Wasserkontakt der bereits getrockneten Rinde vermieten werden. Wird die Rinde naß, so quellen die Pektine in den Faserbündeln auf und kleben noch stärker die Rindenbestandteile an die Faser. Das passiert auch beim Rösten oder Rotte, so daß die Rindenbestandteile noch schwieriger von der Faser mechanisch gelöst werden können. So ist die Röste oder Rotte als der reine Schwachsinn insgesamt zu verwerfen!

Ich habe nun ein Verfahren entwickelt, welches jetzt im Patentverfahren ist. Ich tat diese Forschung mit einen jährlichen Kostenaufwand unter 10 Euro! Leider würde ich gerne etwas darüber veröffentlichen, jedoch darf ich es nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre wegen des Patentverfahren nicht tun. Mein Verfahren entfernt mechanisch und faserschonend und trocken die Rindenbestandteile, so daß die Faser nicht gekämmt werden braucht, weil die Fasern schon in der Rinde geordnet und ausgerichtet sind. Die Fasern ändern kaum ihre Position während der Bearbeitung Sie sind bei mir stängellang, fast so fein wie Baumwolle, und ohne Waschen und Bleiche rein weiß! Sie werden keiner Röste oder Rotte unterzogen, noch werden irgendwelche Zugkräfte oder schabende Kräfte auf die Fasern ausgeübt, die sie brechen lassen, d.h. sie werden nicht gekämmt und auch nicht gehechelt! Sie kommen nicht mit Wasser, Laugen oder Dämpfen in Berührung, noch werden sie einer hohen Temperatur ausgesetzt. Dadurch habe ich einen Faserverlust von 0% gegenüber von mehr als 80% bei den herkömmlichen Methoden, die man aus der Leinenfasergewinnung her kennt.

Bei der herkömmlichen Methode ist der Fasergewinn bei Leinen höher, als bei der Brennessel, da Leinen eine sehr dünne Rinde besitzt, was weniger Faserbruch erzeugt und den Aufwand der Entfernung der Rindenbestandteile verringert. Deswegen wurde die Brennesselfasergewinnung als unwirtschaftlich aufgegeben. Bei meinem Verfahren ist die Ausbeute von Brennesselfasern gegenüber Leinenfasern höher, weil die Brennessel mehr Fasern besitzt, als vergleichsweise die gleiche Menge Leinen. Durch das schonende Verfahren ist die Brennesselfasergewinnung jetzt wirtschaftlicher gegenüber Leinen geworden, weswegen ich dieses Verfahren patentieren ließ.

Während ich dieses hier verfaßt hatte, mußte ich stark mit mir kämpfen um mein einfaches Verfahren nicht zu verraten. Es gibt davon auch eine Küchenversion (mit Küchenwerkzeugen), die jeder mit einfachen und günstigen Mitteln mit Mitteln aus der Küche durchführen kann, weswegen ich auch nur einige Euros für die Forschung aufwenden mußte! Jedoch darf ich auch dieses nicht verraten, da man von dieser Version leicht auf mein Verfahren schließen kann. Sie müssen sich also einige Jahre gedulden!

Wenn sie einmal Schafwolle selbst gekämmt haben und sich die Menge gekämmter Wolle anschauen, dann habe ich vergleichsweise etwa die gleiche Menge Brennesselfasern mit der Küchenversion hergestellt und zwar im gleichen Zeitraum, der zum Kämmen von Schafswolle notwendig ist.

Gruß Wolfgang


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