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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: Di 21. Okt 2014, 08:58 
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Flügelspinnrad
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Lieber Wolfgang,

Deine Ausführungen klingen sehr spannend!! Ich hoffe, Du wirst uns über den Fortgang Deines Patentverfahrens hier auf dem Laufenden halten. Auch wenn Dein Verfahren zur industriellen Reife kommt und Du als Revolutionär der deutsche Textilproduktion in die Geschichte eingehst! (Und das meine ich nur halb spaßig 8-) )
Vermutlich darfst Du ja auch wenn Dir das Patent erteilt wird, nicht gleich ein Buch über die Küchenvariante schreiben, oder? Na, jedenfalls drücke ich Dir ersteinmal die Daumen, daß das Verfahren erfolgreich ist und Du für Deine Mühen ordentlich entschädigt wirst!

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LG,

Vlasta
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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: Di 21. Okt 2014, 11:51 
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Tahkli

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Ich auch!

Übrigens hatte ich nach einem Winter mal Brennnesselfasern einfach auf der Wiese stehen sehen. Vielleicht war da wenig Schnee? Weiß ich nicht mehr. Jedenfalls war einfach alles von den Pflanzen verschwunden, bis auf sehr standfeste Teile, so eine Art Skelett. Oder war das etwas anderes als die Fasern?
Leider habe ich es nicht näher in Augenschein genommen.

Ulrike

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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: Di 21. Okt 2014, 20:54 
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Großes Wollrad

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dann heisst warnte, wir Spinner sind ja geduldig.. nä :-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: Mi 29. Okt 2014, 14:41 
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Akha-Spindel

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Hallo Faserfreunde,
inzwischen bin ich etwas schlauer über das Patentverfahren geworden. Nach 18 Monaten wird das Verfahren veröffentlicht. Also eineinhalb Jahre muß man sich gedulden. Nach 18 Monaten kann ich dann eine Patentschrift erhalten oder auch nicht. Eine Vorraussetzung wird wahrscheinlich schwierig zu erfüllen sein und dieses muß ich noch über einen Rechtsanwalt klären. Um ein Patent zu bekommen, muß ein Verfahren völlig neu sein und über den Stand der Technik hinausgehen. Bei Verfahren weiß ich das nicht genau, denn die Einzelschritte wie schrauben, schmelzen, walzen, pressen o. ä. sind altbewährte Methoden, die bei Erfindungen oft eine Rolle spielen. Beispielsweise waren die Streichhölzer auch ein Patent, jedoch die Arbeitsschritte zur Erzeugung eines Streichholzes waren altbekannte Arbeitsschritte um ein Hölzchen in die entsprechende Form zu bringen, als auch eine brennbare Paste am Stabende anzubringen. Hier war das Ergebnis der Arbeitsschritte neu.

Bei einem Verfahren spielt dann oft die Anordnung der Arbeitsschritte eine wesentliche Rolle, ob man Erfolg hat oder auch nicht. So weit ich weiß, ist mein Verfahren auf Brennesseln nie angewendet worden und die einzelnen Komponenten oder Arbeitsschritte des Verfahrens sind bei mir keine wirklich neuen Techniken. Nur das Rezept, also die Anordnung der Einzelschritt an sich in Bezug auf Brennesseln und Anwendung ist wahrscheinlich neu. Ob ein erfolgreiches neues Rezept, was man ja auch als Verfahren ansehen kann, patentierbar ist, weiß ich noch nicht. Ich weiß allerdings, daß man sogar Küchenrezepte als auch Strickmuster rechtlich schützen kann.

Spinnliesel hat geschrieben, was sie im Winter beobachtet hat und kann sie bestätigen. Nach dem ersten Frost faulen innerhalb der nachfolgenden Tage die Rindenbestandteile und auch die Fasern sehr schnell weg und das Holz der Stiele bleibt übrig. In einen schottischen Beitrag von der Universität Edinburg wurde behauptet, daß man im zeitigen Frühjahr diese Stiele für die Fasergewinnung ernten könnte, was aber nach meinen Erfahrungen nicht der Fall ist, da dann oft keine faserreiche Rinde vorhanden ist oder wenn, dann sind sie so brüchig, daß man sie nicht mehr gewinnen kann. Die schottische Annahme war, daß sie durch den Winter einer natürlichen Röste unterzogen sind, so daß man sich diesen Arbeitsschritt ersparen kann.

Allerdings zermatscht der Frost die Rindenbestandteile ähnlich wie die Erdbeeren im Gefrierfach und legt sogar die Fasern unbeschädigt frei. Jedoch ist es mit üblichen Methoden immer noch schwierig, diese sich bereits abgelösten Rindenbestandteile wegen der klebrigen Pektine von der Faser zu trennen. Man kann diese Frostmethode kontrolliert anwenden, indem man im Herbst Brennesseln sammelt und sie trocknet. Wenn der erste Frost da ist, weicht man sie vorher für eine Stunde im Wasser ein und setzt sie dem Frost aus. Die Eiskristalle wirken trennend. Nach dem Auftauen kann man die Rinde eventuell leichter abziehen. Das muß unmittelbar geschehen ehe das Ganze wegfault. In diesen Jahr, wenn der erste Frost kommt, werde ich noch diese Möglichkeit mit einbeziehen um zu sehen, ob dadurch die Brennesselfasergewinnung in Bezug auf mein Verfahren optimiert werden kann.

Ich werde sobald wie möglich Bilder von meinen Ergebnissen hier reinstellen. Zuvor werde ich noch einige herkömmlichen Methoden anwenden, und auch die Methoden von den Universitäten, damit man einen sichtbaren Vergleich zu den jeweiligen Methoden sehen kann. Dann können sie auch sehen, daß eine einzige Brennesselpflanze erstaunlich viele Fasern liefern kann und wie groß die Verluste einzelner Methoden sind, sowohl auch deren Vor- und Nachteile, möchte ich damit sichtbar machen. Da ich eine Patentbeschreibung innerhalb von 7 Jahren nach der Patentanmeldung verfassen muß (sie wird oft mittels eines Patentanwalts formuliert), muß ich mein Verfahren und die Vor- und Nachteile gegenüber anderen Verfahren erörtern.

Gruß Wolfgang


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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: Mi 29. Okt 2014, 18:07 
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Tahkli

Registriert: Mi 1. Jan 2014, 18:20
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Lieber Wolfgang!

Ich wünsche Dir wirklich viel Erfolg. Vielen Dank für die Informationen. Aber vielleicht informierst Du uns lieber etwas weniger, bevor Du Dein Patent gefährdest? Findige Leute von überall auf der Welt lesen bestimmt mit.
Ob Du damit reich werden kannst?

Ulrike

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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: Mi 3. Aug 2016, 15:38 
Moin liebe Handspinner,
seit ein paar Wochen beschäftige ich mich mit der Gewinnung von Brennnesselfasern und versuche mich gerade daran die Fasern so weit zu verfeinern, dass sie stark genug für eine Bogensehne sind.
Die hilfreichsten Beiträge zur Fasergewinnung kamen bisher immer von Wolfgang - !auch in anderen Spinnforen!
Nun dürfte das Patentverfahren ja schon über 18 Monate am laufen sein und ich frage mich, ob man mitlerweile etwas mehr über diese unglaubliche Methode erfahren kann. Oder konnte vielleicht jemand das Rätsel um die effektive Fasergewinnung lösen?

Ich habe mit ein paar Freunden versucht alle möglichen Dinge auszuschließen und das beste was uns einfiel war eine Nudelmaschine und das wiederholte Walzen der Fasern bis die Rinde austrocknet und sich löst. Die Fasern könnten durch ein schonendes Walzverfahren unbeschädigt bleiben. Ist aber nur ne Vermutung. Nudelmaschine ist bestellt :D

Mein Problem bei der Fasergewinnung ist das Lösen der faserhaltigen Rinde vom Holz. Ich ernte die Stängel frisch, walze sie auf einem Steinboden mit einem rauen Eisenrohr ein paar mal platt und trenne den Stängel dann mit dem Daumennagel auf. Dann ziehe ich die Fasern von oben nach unten ab. Ging bisher am schnellsten, funktioniert aber auch nur bei jedem zweiten Stängel wirklich gut. Meistens reißen mir die Fasern immer wieder durch und ich muss vorsichtig einen neuen Anfang finden. Verbesserungsvorschläge?

Danke im Vorraus
LG Oggi


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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: Fr 5. Aug 2016, 06:59 
Online
Flügelspinnrad

Registriert: Fr 20. Mai 2011, 15:26
Beiträge: 568
Postleitzahl: 84405
Land: Deutschland
Hallo,
konkret kan ich dir auch nichts raten, aber zufällig habe ich mich in den letzten Tagen mit Ramie beschäftigt und dabei gelernt, dass das eine Nesselfaser sei. Vielleicht gibt es parallelen zur Verarbeitung von Brennnessel? Ich bin auf diese drei Videos gestoßen, sicher gibt es noch mehr.

https://www.youtube.com/watch?v=ms96RTL_4PI
https://www.youtube.com/watch?v=AUpXye1YjsY
https://www.youtube.com/watch?v=4KXbotKCG_M

Viel Erfolg weiterhin bei Deinen Versuchen

_________________
http://www.hummelbrummel.blogspot.de/


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 Betreff des Beitrags: Re: Brennnessel-Fasern
BeitragVerfasst: Di 6. Sep 2016, 09:27 
Ui, die Videos sind ja echt spannend, vielen Dank dafür!
Scheint ja fast so als hätten die koreanischen Nesseln einen deutlich weniger heftigen Klebstoff zwischen Stamm, Fasern und Außenrinde, wenn ich mir so anschaue mit welcher Leichtigkeit da alles voneinander getrennt wird. Aber das kann auch täuschen. Haben wir am Ende nur nicht das handwerkliche Feingefühl um Brennesseln zu verarbeiten? :o


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