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BeitragVerfasst: Do 6. Jan 2011, 14:10 
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CD-Spindel
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Registriert: So 26. Dez 2010, 15:08
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Dankeschön für eure antworten und für den Link zum "Buch der alten Fasern", total interessant. :)
Ich denke nicht, das ich jemals groß Flachs spinnen werde, es interessiert mich nur ungemein. Ich bin ja noch ein Frischling und brauch Input :D
Ich hatte über die Ägypter und deren Leinen was gelesen und fand das total spannend, dass die den so extrem fein spinnen konnten, dass da hauchfeine Bandagen (zur Mumifizierung) bei rauskamen, die dazu auch noch federleicht waren :o
Scheint auf jedenfall nicht so leicht zu sein, wie ich immer dachte. Ich hatte ja im Grunde garkeine richtige Vorstellung von Flachs, war der Meinung das wär bzw sähe evtl ein wenig wie Baumwolle :oops: naja, so kann man sich täuschen ^^

Also wenn Langflachs haltbarer ist als Werg, kann man auch davon ausgehen, das Stoffe aus Langflachs um einiges haltbarer sind als jene aus Werg? Auch strapazierfähiger?
Gibt es denn einen Unterschied vom tragekomfort?

LG Alba


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BeitragVerfasst: Do 6. Jan 2011, 19:16 
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Navajo-Spindel

Registriert: Fr 29. Aug 2008, 15:59
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Alba Hiltia hat geschrieben:
Also wenn Langflachs haltbarer ist als Werg, kann man auch davon ausgehen, das Stoffe aus Langflachs um einiges haltbarer sind als jene aus Werg? Auch strapazierfähiger?
Gibt es denn einen Unterschied vom tragekomfort?

LG Alba


Ja
Ja!
Viel glatter, würde ich sagen, wenn noch neu, natürlich steif. Das legt sich nach den ersten 100 Jahren ;)

Sigrid

_________________
Geschichte und Bedeutung des Spinnrads in Europa, gebunde Ausgabe, Shaker-Media-Verlag
http://www.spinnrad.jimdo.com


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BeitragVerfasst: Sa 8. Jan 2011, 19:08 
Langflachs ist versponnen glatter/regelmäßiger als Werg. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es ziemlich schwierig ist, einen extrem dünnen Faden mit Werg zu produzieren, wogegen man aus Langflachs hauchdünne Tücher hergestellt hat (durchscheinend).

Ich hab kürzlich auch ein schönes Video über Langflachs in einer speziellen Region in Frankreich gesehen. Der dort angebaute Flachs gilt wohl als besonders hochwertig und wird für Designer weltweit zu Stoffen weiterverarbeitet. Leider weiß ich die Quelle nicht mehr. :(

Spinnfertigen Langflachs bekäme ich zu gern mal in die Finger. Über Karin Tegeler hab ich mir vor ner Weile Flachs gekauft, der noch gehechelt werden muss. Aufwendig, mit viel Dreck/Staub verbunden und am Ende bleiben zumindest bei mir maximal die Hälfte eines Strangs an langen Fasern übrig (eher weniger).

Die kürzeren Fasern kann man natürlich auch verarbeiten. Bin davon ausgegangen, dass das der Werg ist, der in Kammzügen verkauft wird, hab jetzt aber hier gelesen, dass Werg zerschnittener Langflachs sein solle? Wundere mich grade, warum man Langflachs zerschneiden sollte, um eine minderwertigere Faser herauszubekommen und gehe mal weiterhin davon aus, dass es sich beim Werg um die kurzen Fasern handelt, die beim Hecheln übrig bleiben.


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BeitragVerfasst: Sa 8. Jan 2011, 20:59 
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CD-Spindel

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Hallo Fiall!

Ich habe noch nie gehört, daß Werg zerschnittener Langflachs ist. Werg ist das Abfallprodukt beim Hecheln, das aber noch gut versponnen und weiterverarbeitet werden kann zu etwas minderwertigeren Geweben. Wenn man überlegt, wie aufwändig die Gewinnung und wie gering die Ausbeute von gutem Langflachs ist, wäre es doch idiotisch, diesen zu zerschneiden, um minderwertigere Fasern zu gewinnen.

Liebe Grüße aus der Eifel

Barbara


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BeitragVerfasst: So 9. Jan 2011, 10:43 
Hallo Barbara,

das hab ich auch erstmalig in diesem Fred gelesen:

Spinntantchen schrieb:
Zitat:
das Flachs, was dort als "spinnfertig" angeboten wird, ist kein Langflachs sondern minderwertigerer kurzgeschnipselter Flachs im Band.


Ich habs mir noch mal genauer durchgelesen und vermute, dass der Ausdruck "kurzgeschnipselt" für mich einfach missverständlich war.

Ich hab mittlerweile den Eindruck gewonnen, dass gerade WEIL die Ausbeute so gering ist, spinnfertiger Langflachs nicht an Privatkunden, sondern nur an die Textilindustrie abgegeben wird. Warum sollte man sich auch nach weiteren Kunden umsehen, wenn die gesamte Ernte direkt abgekauft wird?

GLG,

Veronika


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BeitragVerfasst: So 9. Jan 2011, 14:30 
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Tahkli

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Hmm würde sich also lohnen, die Bauernhäuser abzuklappern und die dort herumhängenden Flachszöpfe abzukaufen. :) Ich will gar nicht wissen, wieviel davon pro Jahr von ahnungslosen Erben weggeworfen wird.
lg Adsharta

_________________
habe einen neuen Blog: http://poledraskreativwerkstatt.blogspot.com


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BeitragVerfasst: So 9. Jan 2011, 17:10 
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CD-Spindel

Registriert: Fr 5. Nov 2010, 17:21
Beiträge: 16
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Ich denke, es ist auch eine gute Möglichkeit, bei den Textil- oder speziell Flachs/Leinen-Museen und bei Freilichtmuseen nachzufragen, die die Flachsverarbeitung zeigen - z.B. Hinsbeck "Die Scheune", Wegberg-Beeck "Flachsmuseum", Niederrheinisches Freilichtmuseum Grefrath, Freilichtmuseum Kommern ....
Auch in Bayern z.B. gibt es Textil- und Freilichtmuseen mit Flachsverarbeitung und -anbau. Die Liste ließe sich beliebig erweitern.

Liebe Grüße aus der Eifel

Barbara


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BeitragVerfasst: So 15. Jul 2012, 15:49 
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Akha-Spindel

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Langflachs ist noch nicht die reine Leinenfaser, die ja nur durchschnittlich 3 cm lange Fasern und wie Baumwolle sehr fein ist. Sie kann man wegen ihres klebrigen Verhaltens nicht verspinnen. Das was man sich auf den Wocken aufbindet, sind Faserbündel vom Flachs oder fadenförmig sehr fein durch die Hechel zerschnittene Flachsrinde, die diese Faserbündel enthält. Sie erreichen locker eine Länge bis zu 30 cm, in etwa der Länge der Flachspflanze. Diese Faserbündel lassen sich leicht verspinnen, sofern man sie locker hält. Beim Anfeuchten werden die feinen Faserbündelfäden geschmeidiger. Beim Waschen des versponnenen Fadens bzw. der gewebten Stoffe lösen sich die restlichen Rindenbestandteile und die Faserbündel zerfallen in reine weiße Leinenfasern, die eine Stapellänge von 3 cm haben. So wird der gewaschene versponnene Faden noch feiner, dünner und geschmeidiger als auch sehr glatt.
Das war der Grund, daß Leinentücher aus Langflachs gesponnen, sehr oft gewaschen werden mußten, man legte man sogar diese Leinentücher auf den Rasen um einer nochmaligen Röste zu unterziehen, damit die restlichen Rindenbestandteile rausfaulten. Die Sonne sollte dann diese Tücher bleichen. Erst danach waren die Tücher so geschmeidig, daß man sie als Bettücher bzw. als Bettbezug verwenden konnte. Das man früher das Bettzeug aus dem Fenster hing, war nicht nur, um sie auszulüften, sondern auch um sie in der Sonne bleichen zu lassen. Als Kind hatte ich oft noch erlebt, wie Bettlaken aus Leinen auf den Rasen in die Sonne gelegt wurden.


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BeitragVerfasst: Fr 15. Nov 2013, 17:48 
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Spinn-Stöckchen

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Ich habe mir mal Langflachs vom Linoshop besorgt und gehechelt. Jetzt würde ich ihn gerne spinnen. Das Wetter ist ja auch schön feucht, die Zöpfe nehmen gerade auf dem Balkon etwas Luftfeuchtigkeit.
Ich habe zwar ein Buch, was verschiedene Methoden beschreibt, Wocken zu binden und was das Spinnen von Flachs auch ganz gut erläutert - aber am praktischen Beispiel lernt man ja immer noch am Besten. Kann jemand von Euch Langflachs spinnen (so, daß ein Garn guter Qualität dabei rauskommt) oder kann mir jemanden empfehlen, der es gut kann?


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