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 Betreff des Beitrags: Lauter knötchen
BeitragVerfasst: Mo 12. Dez 2016, 17:19 
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Spinn-Stöckchen

Registriert: Mo 12. Dez 2016, 16:58
Beiträge: 2
Postleitzahl: 8066
Wohnort: Zwickau
Land: Deutschland
Hallo,
ich bin ganz neu hier und sehr unerfahren. Ich habe meine erste Rohwolle gekauft, gewaschen und gezupft und bin jetzt am kardieren. Nun meine Frage dazu. Bei mir entstehen lauter Knötchen und wenn ich die Fasern abrolle( im Video gesehen ) habe ich lauter einzelne Fetzen und kein Fließ. Was ist mein Fehler?


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 Betreff des Beitrags: Re: Lauter knötchen
BeitragVerfasst: Mo 12. Dez 2016, 19:03 
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Spinning-Jenny
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Registriert: Mo 7. Jul 2008, 01:10
Beiträge: 3625
Postleitzahl: 24943
Wohnort: Flensdorf
Land: Deutschland
Hallo Yvonne,

ich glaube wir brauchen noch ein paar mehr Angaben oder noch besser ein Foto von Deinem Problem (z.B. Fasern vor dem Kardieren, auf der Karde, abgenommene Fasern). Wenn Du Dich (wie es auch in den Forenregeln steht) hier im Mitgliederbereich einmal kurz vorstellst, dann wirst Du für alle Forenteile sowie alle Funktionen freigeschaltet. Dann kannst Du auch einfach Bilder als Anhang direkt beim Verfassen eines Beitrages hochladen. Wie das geht, ist hier in diesem Thread genauer beschrieben.
Du merkst übrigends daran, wenn Dein Nick (Forenname) neben dem Beitrag nicht mehr in fetten roten Buchstaben geschrieben ist, dass Du für die volle Forennutzung freigeschaltet wurdest.

Zitat:
Ich habe meine erste Rohwolle gekauft, gewaschen und gezupft

Was für Rohwolle hat Du? Schafsrasse? Wie fein? Wie lang sind die Fasern (Stichwort: Stapel- oder Faserlänge?)
Wie hast Du sie gewaschen? Ist sie völlig entfettet oder noch ziemlich viel vom Wollfett erhalten?

Zitat:
und bin jetzt am kardieren

Mit was kardierst Du?
Handkarden, Trommelkarde, (Kardierbrett)?
Welche Marke/Modell, Feinheit des Belages?
Wieviele Durchgänge (bei einer Trommelkarde) hast Du kardiert? Trat das Problem schon beim ersten Durchgang oder erst bei späteren Durchgängen auf?

Zitat:
Bei mir entstehen lauter Knötchen

Dass kann viele Ursachen haben. Ohne weitere Angaben/Bild kann man da nur mutmaßen.

Wenn die Wolle sehr viel Nachschnitt hat. Das sind ganz kurze Faser'bröckchen' auf der Hautseite des Vlieses, wo der Scherer zweimal mit der Schere angesetzt hat und somit winzige Partien mit extrem kurzen Faserstückchen geschaffen hat. Diese kleben meist auch noch gut durch das Wollfett zusammen. Wenn man diese nicht vor dem Kardiervorgang penibel genau per Hand rausliest, können die dann beim Kardieren Knötchen bilden.
Je nach Marke/Modell einer Kardiermaschine bleibt ein Teil dieser Knötchen auf der kleinen Walze der Trommelkarde hängen. Aber um allle herauszukriegen, bleibt einem nur das manuelle Herauslesen.
Hat die Rohwolle viel Nachschnitt, kann man manchmal das Problem etwas minimieren, wenn das Rohwollvlies mit der Hautseite auf ein Gitter legt und mit einem Stock/einer Rute durchklopft. Sofern die Fasern nicht zu sehr mit Wollfett verklebt sind, dürfte ein Teil der Nachschnittes so herausfallen und man spart Arbeit und Zeit beim Herauslesen mit der Hand.

Knötchen können sich aber auch Bilden, wenn die Fasern nicht ordentlich genug gezupft wurden und an den Spitzen noch mit Schmutz zusammengeklebt sind.

Wenn man zu viel Fasern zur gleichen Zeit bei einer Trommelkarde zuführt, kann es zu Knötchen/kleinen Röllchen kommen. Eine bekannte amerikanische Spinnerin, die auch Kurse rund um die Trommelkarde gibt, hat gesagt, dass man nur so wenige Fasern zuführen darf, dass man eine Zeitung die unter den Fasern auf dem Einzugstisch liegt, noch lesen kann.

Kleine Röllchen/Knötchen können sich auch bilden, wenn man die große einer Trommelkarde Trommel zu stark füllt ...

Wenn der Walzenabstand und die Belagdichte einer Karde nicht zu den verwendeten Fasern (Länge, Feinheit) passt, kann es auch zu komischen Effekten kommen ....

Wenn Fasern geschwächt sind und dem Zug beim Kardieren nicht standhalten und brechen, können diese kurzen Faserstücke sich auch zusammenballen o.ä.. Fasern können z.B. durch falsche Wäsche, zu lange u./o. falsche Lagerung oder Krankheiten des Schafes geschwächt und brüchig werden.

Und man kann Fasern auch überkardieren, irgendwann schafft eine Karde bei den gegebenen Bedingungen einfach kein besseres Ergebnis mehr und wenn darüber hinaus weitere Durchgänge kardiert, wird das Ergebnis wieder schlechter. Dabei kann es dann auch zu Klumpen, kleine Faserröllchen etc. kommen.

Wenn ich - gerade längere Fasern - versuche mit Handkarden zu kardieren, entstehen bei mir gerne so kleine Verdichtungen, weil ich irgendie nicht die Faserenden auf die nächste Karde übertrage sondern statt dessen die Fasern mehr oder minder in der Mitte einklappe.

Das wären jetzt einfach einmal ein paar Probleme, die mir gerade spontan als mögliche Ursache von Klümpchenbildung einfallen. Wahrscheinlich gibt es noch mehr davon.
Um der Ursache besser auf den Grund gehen zu können, brauchen wir weitere Infos und/oder Fotos.

Zitat:
wenn ich die Fasern abrolle( im Video gesehen ) habe ich lauter einzelne Fetzen und kein Fließ.

Nach welchem Video arbeitest Du? Magst Du den LInk dazu hier einstellen?

Geht es dabei um das Abnehmen der Fasern von einer Trommelkarde?
Dazu gehört ein bißchen Erfahrung und Gefühl ... d.h. es wird mit etwas Übung i.R. besser.

Bildest Du die Rolle frei oder rollst Du über ein Rundholz/Stricknadel oder ähnliches? Wenn Du ein solches verwendest, geht es - meiner Meinung nach - etwas einfacher.
Wenn Du mit der Rolle anfängst, musst Du wirklich alle Faserenden vom Kardbelag lösen und schauen, dass sie sich auch alle mit abrollen. Fängt ein Faserbündel an im Kardbelag hängen zu bleiben, musst Du die Spitze davon mittels Pricker/Abnehmstift/-haken aus dem Belag lösen und an die Rolle drücken, so dass er mit erfasst wird.
Am besten lösen sich die Fasern aus dem Kardbelag wenn sie in genau der Richtung abgezogen werden, in die der obere Teil der Häkchen zeigt. Wobei Du eigentlich nicht wirklich an den Fasern ziehen sollst/musst. Es ist mehr eine Abrollbewegung, bei der höchstens minimalste Strecken gezogen werden, in dem man die Rolle minimal vom Belag anhebt und dann mit Druck weiterrollt.
Und versuche auf keinen Fall, die Trommel durch Zug an den Fasern zu drehen. Schön mit der Kurbel weiterdrehen und dann nur die freigewordene Umfangsfläche abrollen und wieder weiterkurbeln ...
Da muss man am Anfang viel herumprobieren, bis einem die Technik und das Ergebnis zusagt. Und mache nicht gleich ganz viele Röllchen auf Vorrat, sondern nur einzelne Teströllchen, die Du auch gleich versuchen solltest zu verspinnen. Nicht, dass Du irre viele Rollen machst und dann erst beim Verspinnen merkst, dass Du sie zu fest gewickelt hast und Du sie so nicht versponnen kriegst.
Da hängt viel von den eigenen Vorlieben, der verwendeten (gewünschten) Spinntechnik und den Fasern ab.

Soweit erst mal. Falls Du irgendwelche Ausführungen nicht verstehst, dann frage ruhig nach. Dafür ist das Forum da und nur so können wir alle was lernen.

lg spinntantchen

_________________

Meine Seiten: www.spinntantchen.de und www.nadelbindung.de



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