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BeitragVerfasst: Do 16. Feb 2012, 08:53 
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Großes Wollrad

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:roll: Eher andersrum wie Maren auch schreibt
Es ist für Kunsthandwerker weniger lohnend , dass von Beginn selber zu machen.
Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zu dem was man für die Wolle bekommt, sofern man gewerblich arbeitet.Ausser man hat sehr viel Zeit.

Diejenigen die wie ich das Handspinnen einfach als Hobby betreiben, machen das häufig aus Liebe zum Material. Es geht uns vorrangig nicht darum, profitabel zu arbeiten.
Ich denke eigentlich auch, dass die meisten einen anderen Ansatz haben wie Du Dir vorstellst Viele Spinnen um des Spinnens willen, die Tätigkeiten an sich, das Ergebnis ist eine angenehme Nebenerscheinung, aber für mich zumindest keine Notwendigkeit.
Der Weg ist das Ziel ;-)

Kann gut sein, dass man mal wie ich eine gewisse Menge kardieren lässt, aber eigentlich eher weil man der Rohwollflut nicht her wird.Sprich ich bin zu langsam .Aber nur vorbereitete Kammzüge und Vliese wäre mir viel zu begrenzt. Man erkennt da meist keine Vliestruktur, einfach so ein bißerl vom Schaf auch. Mich interessiert das sehr, wo befindet sich die besten Fasern am Tier, wie kann der Scherer uns Handspinner noch entgegenkommen usw.
Ist nicht böse gemeint ;-)
Karin
Ach ja ich denke wir sollten zum eigentlichen Thema zurückkehren, wir machen sosnt Spinntantchen immer so viel Arbeit mit dem Abtrennen.


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BeitragVerfasst: Do 16. Feb 2012, 18:37 
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Spinning-Jenny
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Registriert: Mo 7. Jul 2008, 01:10
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Zitat:
Gerade war ich auf der Seite der Naturfasermühle und war erstaunt das die angeben Verlust 20 -53% während der Verarbeitung.


Die Angabe, auf die sich mietz bezieht findet Ihr unten auf folgender Seite:
http://www.naturfasermuehle.de/html/produkte.html

Dort haben die Mitarbeiter eigentlich schon sehr gut erklärt, wie es zu dem Gewichtsverlust kommt. Wobei sie im unteren Text von "Rohwolle" reden aber drüber erklären, wie man die Wolle vorher behandeln und waschen muss, bevor sie die verarbeiten können, ist mir nicht so ganz klar, ob sie bei den %-Angaben schon von gewaschener und vorsortierter oder vom kompletten Vlies, wie's vom Schaf kommt, ausgehen.

Zitat:
Ist das tatsächlich so viel ?

Musste da jetzt schon etwas schmunzeln, dass Du die Angaben der Faserverarbeitungsprofis von der Naturfasermühle als Spinnanfänger und Neuling in der Wollverarbeitung "anzweifelst". Besonders weil sie das auf der Seite wirklich gut erklärt haben, woher die Verluste kommen.
Naja, man kann halt nicht Hunde mit Katzen - pardon Deine Wauwau-Haare mit Schafwolle vergleichen ... das ist von der Art und den Eigenschaften etwas total anderes. Ein Hauptunterschied ist dabei wohl das Wollfett, Fellaufbau, Haltung, "Ernte" .... ein Schaf ist halt selten ein Schoßhündchen, was mit in der Wohnung lebt und bei Herrchen mit im Bett schlafen darf...

Wenn ich als Handspinner Rohwolle verarbeite, einfach weil es einen fasziniert einen Entstehungsprozess von Anfang bis zum Ende selbst zu durchlaufen... dann kann ich mir auch den Luxus leisten, nur die Sahnestückchen von einem Schafwollvlies zu verarbeiten und die minderwertigen Teile des Schafwollvlieses andersweitig zu entsorgen.
Als Anfänger (und da nehme ich mich nicht aus, wenn ich so an meine ersten Rohwollverarbeitungserfahrungen denke) macht man oft den Fehler, möglichst viel Fasern von einem Vlies verarbeiten zu wollen. Damit tut man sich keinen Gefallen (denn dann ist das wirklich eine gruselige Plackerei, die man nicht gerne macht) ... zumal man dann wahrscheinlich auch den Fehler macht, die unterschiedlichen Qualtitäten nicht zu trennen sondern gemeinsam zu verarbeiten und dann eine eher schlechtere Mischqualitätbekommt, als wenn man sich nur die besten Stücke rauspickt.
Auf diese Weise können dann durchaus noch viel größere Gewichtsverluste entstehen!

Wenn Du die Möglichkeit hast, mal eine erfahrene Spinnerin zu einer Schur zu begleiten und ihr beim (Aus-)Sortieren eines Schafwollvlieses und später noch beim Waschen und der Weiterverarbeitung über die Schulter zu schauen, dann tu das unbedingt.
Als man mir das das erste Mal zeigte, ging mir so richtig ein Licht auf. Wobei man das wirklich sehen und begreifen (=befühlen) muss, dass lässt sich eigentlich gar nicht mit Worten beschreiben.

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Meine Seiten: www.spinntantchen.de und www.nadelbindung.de



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BeitragVerfasst: Fr 17. Feb 2012, 12:25 
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Flügelspinnrad
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Bei meinen ersten Vliesen direkt von der Schur hab ich auch den Fehler gemacht und sie komplett, so wie sie waren, zum Waschen in die Tonne gesteckt. Hinterher hat ich dann den Ärger mit Fremdmaterial und dem Nachschnitt.
Inzwischen bin ich da auch gescheiter geworden und sortier vor dem Waschen großzügig aus. Die schlechtere Qualität kommt gleich weg, Stroh wird rausgezupft. Dafür ist das gewaschene Vlies dann viel schöner und praktischer bei der Weiterverwendung.

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mein Blog: http://blog.dunkelbunt.in


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BeitragVerfasst: Fr 17. Feb 2012, 13:18 
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Großes Wollrad

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Land: Deutschland
Evtl interessant in diesem Zusammenhang
http://www.flickr.com/photos/28379667@N02/6891033549/


http://www.flickr.com/photos/28379667@N02/6891033687/


Teile von 1 - 7 nummeriert, je höhere die Zahl desto schlechter die Qualität

Bei guter Qualität sollte das Herzstück 75- 80 % ( Nr. 1- 4) ausmachen, die Abfallwolle 15 - 25 % ( Hals und Nacken meist verstroht, Bauch und Brandwolle Nr. 5-7)



Karin


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BeitragVerfasst: Fr 17. Feb 2012, 15:56 
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Taiga-Rad

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Also ich sortiere schon bei der Schur aus. Bei den eigenen Schafen werfe ich alles weg, was ich nicht verarbeiten will (dreckige Stellen, Einstreu soweit möglich, verfilzte Stellen, stark eingestreute Vliesteile und sogar, schnüff, Wolle die eigentlich hübsch wäre, aber einfach nicht zum Rest des Vlieses passt). Der Rest kommt in die Tüte und wird dann irgendwann mehr oder weniger im Ganzen gewaschen (ich gehe noch mal drüber, aber viel kommt da nicht mehr weg).

Bei fremden Schafen, wenn's die Situation erlaubt, packe ich überhaupt nur die Sahneteilchen eines Vlieses ein - der Rest bleibt da (und kommt entweder in den grossen Wollsack für China oder auf den Kompost).

Bei Landes de Bretagne habe ich mal vor und nach dem Waschen 30 % Verlust ausgewogen. Bei fettigeren Wollen hatte ich auch schon 50 %. Ehrlich gesagt würden mich auch 70 % Verlust nicht schockieren - eine fette Wolle, stark eingestreutes oder verfilztes Vlies...

Von einer amerikanischen Züchterin habe ich gelesen, dass sie bei der Schur schon die Hälfte des Vlieses wegwirft (der Rest wird dann zu Spitzenpreisen verkauft). Dann noch der Verlust beim Waschen - da bleibt nicht viel übrig.

Aber die Verluste schwanken je nach Faser, und danach, wie man rechnet. Beim Angora gibt es keinen Verlust zwischen dem, was ich verkaufe, und dem was verspinnbar ist (vielleicht 1 % rauswaschbarer Staub, oder so). Aber ich habe vorher schon ca. genauso viel als 2. Wahl für den Eigenverbrauch behalten, und die rausgeschnittenen und weggeworfenen Knubbel wiege ich gar nicht. Also liegt zwischen "auf dem Kaninchen" und "auf der Spule" schon eine ganze Menge "Abfall".

Bei Mohair auch gut 50 % Verlust - nachdem ich die verfilzten Stellen schon vorher aussortiert hatte.

Ciao, Klara

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BeitragVerfasst: Di 21. Feb 2012, 16:26 
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Taiga-Rad

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Übrigens, ich bin Profi, vearbeite die Wolle aber trotzdem von Anfang an selbst. Erstens, weil das eines meiner Verkaufsargumente ist. Zweitens, und das ist noch wichtiger für mich, ich muss mich nicht festlegen. Wenn ich ein Vlies zum Kardieren weggebe, dann habe ich am Ende das ganze Vlies kardiert. Wenn ich's selber verarbeite, kann ich einen Teil davon kämmen, einen Teil mit anderen Fasern mischen, einen Teil kardieren und einen Teil als Strähnchen einarbeiten...

Und wo Wolle-Waschen in mittelalterliche Knechterei ausartet, sollte man sich um fliessend warmes Wasser bemühen - damit geht's ganz einfach ;)

Ciao, Klara

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