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 Betreff des Beitrags: Re: Rohwolle waschen...bäh...
BeitragVerfasst: Fr 27. Feb 2009, 16:35 
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Navajo-Spindel

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Genau, nur das unsere Gruppe das im Freien macht.

Sigrid

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Geschichte und Bedeutung des Spinnrads in Europa, gebunde Ausgabe, Shaker-Media-Verlag
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 Betreff des Beitrags: Re: Rohwolle waschen...bäh...
BeitragVerfasst: Fr 27. Feb 2009, 17:52 
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Navajo-Spindel
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Habe ich so in der Badewanne gemacht.

Ich habe allerdings immer wieder den pH-Wert kontrolliert (Indikatorpapier), alles über pH-9 läßt das Keratin kaputtgehen, und dann hat man lecker Filz mit Fett drinnen.

Wie handhabt Ihr das? Soda nach Gefühl in die Brühe und dann nach "Griff"?

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Zeit existiert nur, um zu verhindern, daß alles sofort geschieht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rohwolle waschen...bäh...
BeitragVerfasst: Fr 27. Feb 2009, 18:45 
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Navajo-Spindel

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Also in eine Maurerbütte geht soviel Wasser wie in eine halbe Badewanne (voll), da nimmt man eine Handvoll. Bei dem Mischungsverhältnis ... Allerdings ist das Wasser hier in der Heide sauer und kalkfrei, so daß schon der pH-Grundwert sehr gering sein dürfte.

Sigrid

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 Betreff des Beitrags: Re: Rohwolle waschen...bäh...
BeitragVerfasst: So 12. Apr 2009, 18:20 
Stichwort: Soda

Nachdem ich mir überhaupt nichts unter Soda vorstellen konnte, von REAL nach KAUFPARK wanderte, ohne fündig zu werden, erspähte ich in einem 1€-Shop um die Ecke per Zufall "Soda".
500g für 1 Teuronen.
Ein Teurone, da machste nix falsch, dachte ich mir, nahms nach kurzer Lektüre der Gebrauchsanweisung mit.
Ich habs nach Anleitung bei der letzten Wollwäsche nach dem Verzwirnen mit einem winzigen Restchen Wollwaschmittel zum Weichwasser gegeben und bin baff erstaunt.
Es kam eine ganze Menge an Wollfett heraus, von dem ich nicht ahnte, dass es noch vorhanden war.

Neuwäsche:
gerade habe ich den ersten Eimer heißen Wassers mit Rohwolle gefüllt.
Einen winzigen Spritzer Wollwaschmittel auf 10 l hinzugefügt und einen EL Soda.
Gleich wird umgefüllt, wieder heiß, und so weiter.
Dreimal.
Ich bin gespannt.

Kann mir nicht vorstellen, dass die verschmutzten Spitzen der Roh-Wolle sauber werden :-(
Das Mittel, was ich früher benutzte, ist alle, und Neukauf mangels Absender nicht möglich
(das Geschenk einer Putz-Kundin, die es aus der TV-Werbung hatte).
Mich ärgern die verschmutzten Spitzen bei gekaufter "Rohwolle, gewaschen" ungemein.

Werde mich wieder melden.

Liebe Grüße von

Tina


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 Betreff des Beitrags: Re: Rohwolle waschen...bäh...
BeitragVerfasst: So 12. Apr 2009, 19:34 
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Navajo-Spindel

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was ist Soda, ist es was man in französisch cristaux de soude heisst, das man auch in die Leitungen giesst wenn sie verstopft sind?
wenn ja, dann Vorsicht, es ist sehr scharf und kann die Wolle verderben wenn man zu viel verwendet. Ich habe bei Pflanzenfärben verwendet, und es wurde gelb, musste wieder mit Essig regulieren


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 Betreff des Beitrags: Re: Rohwolle waschen...bäh...
BeitragVerfasst: Mo 13. Apr 2009, 16:42 
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Navajo-Spindel

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marie-claire hat geschrieben:
was ist Soda, ist es was man in französisch cristaux de soude heisst, das man auch in die Leitungen giesst wenn sie verstopft sind?


Soda ist Natriumcarbonat (Na2CO3), stand früher (bis 1960) in jeder normalen Küche als Reinigungsmittel/ Geschirrspülmittel (es gab immer 3 große Porzellangefäße beschriftet mit: Mehl, Salz, Soda). Dient zum Verseifen von Fetten.
Französisch laut Wikipedia Le carbonate de soude ou carbonate de sodium.

Sigrid

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 Betreff des Beitrags: Re: Rohwolle waschen...bäh...
BeitragVerfasst: Mi 15. Apr 2009, 20:23 
Hallo an Alle,

mir reichts jetzt mit dem Rohwolle-Waschen.
Trotz Soda, viermaliger 45-50° Grad heißer Wäsche gehen die schmutzigen Spitzen nicht raus. Es sei denn, ich nehme mir während des Waschens jede einzelne Flocke vor, rupfe sie auseinander, damit der Dreck sich löst und wasche sie dann noch mehrfach heiß und so weiter.
Einen sehr großen, wenn möglich, Emaille-Topf fürs Kochen (und spätere Färben) auf dem Herd habe ich nicht und gedenke auch nicht, ihn mir anzuschaffen.

Ich bin frustriert, was Wolle-Waschen anbelangt.
Ich hole im nächsten Monat noch ein paar Kilo einer Wolle direkt vom Schäfer, aber das wars dann auch.
Das Waschen macht keinen Spaß.
Das Weiterverarbeiten mit Handkarden auch nicht.
Die Anschaffung einer Kardiermaschine ziehe ich nur über nl in Betracht- ist mir hier einfach zu teuer.

Außerdem war die Rohwolle (von Thomas´ Wolle abgesehen!) nur unwesentlich billiger als die fertig kardierte Wolle von Knoll (und Sheepmama), was die Sache mit dem Waschen noch uninteressanter macht, da ich Gas für das Wasser, Geld für Waschmittel, Strom fürs Schleudern bezahlen muss.
OK, wenn ich nächsten Monat 5-8 Kilo kriege und die mit 6,50 € (bis 10 Kilo) über DPD zum kardieren verschicken und zurück bekommen kann, wasche ich nochmal.
Ansonsten ist das Thema Rohwolle Waschen für mich vorerst erledigt.

Liebe Grüße von

Tina


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 Betreff des Beitrags: Re: Rohwolle waschen...bäh...
BeitragVerfasst: Mi 15. Apr 2009, 20:57 
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Akha-Spindel
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Ich habe am ersten April 5 Schafvliese "für Lau" bekommen und sie binnen drei Tagen durchgewaschen.

Bei uns ist das Wasser so hart, dass es aus der Leitung rieselt, also war waschen mit Seife von Vorneherein nicht drin. Ich bin auf Spüli von Frosch ausgewichen.

Vom Arbeitsablauf (ACHTUNG - nicht auf Merinowolle anwenden, das gibt Filz):

Vlies ausbreiten und sichten. Alle verkoteten und sonstwie minderwertigen Stellen aussortieren und auf den Haufen für den Recyclinghof werfen. Super-dreckig und kurzstapelig sind die Arbeit nicht wert.

Badewanne voll Wasser - so heiß, wie es aus der Leitung kommt (bei uns etwa 70 Grad), großzügig Spüli dazugeben.

Vlies in die volle Badewanne schmeissen und langsam unter Wasser drücken. Das Wasser wird sofort dunkelbraun bis schwarz. Eine Stunde einweichen lassen. Dann das Vlies zusammenschieben und in einem Fahrradkorb abtropfen lassen.

Wasser ablassen. Dabei muss man ständig den Abfluss "entstopfen", da Wollklumpen und anderer Dreck das Sieb zusetzen. Den ganzen Dreck aus der Wanne spülen. Wolle draussen weitertropfen lassen und mit neuem Vlies von vorne anfangen.

Wenn die ganze Reihe durch ist, das erste Vlies noch einmal einweichen etc. wie zuvor. Für jedes Vlies wiederholen.

Dritter Waschgang ohne Spülmittel. Das Wasser sollte nach einer Stunde nur noch trüb hellbraun sein. Die Wolle ist jetzt "lagersauber".

Die Badewanne mit Essigessenz (oder Badreiniger; bei uns bietet Kalk viel Angriffsfläche für Lanolin) reinigen, mit reichlich zeitlichem Abstand Abflussfrei in den Ausguss kippen.

Vor dem Verarbeiten die Wolle noch einmal in kleinen Mengen einzeln waschen, dann färben und/oder kardieren/kämmen und weiterverarbeten.

Ist das Vlies von Vorne herein super-dreckig: Wegwerfen. Es ist der Mühe nicht wert und macht nur Ärger.


Wolle waschen vs. Wolle fertig kaufen:
Der Preis von fertig gekämmter oder gekarrdeter Wolle macht die Wollwaschaktionen wie oben beschrieben eigentlich zu einer unsinnigen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Ich habe meine Wollhaufen geschenkt bekommen - die Qualität, die ich bekommen habe, hätte auch niemand gekauft. Jetzt verbrate ich die Wolle auf Lernprojekte und Ausprobier-Sachen, aber für produktive Arbeit greife ich weiterhin auf "fertige" Kammzüge zurück.

Dieser Post kommt jetzt wahrscheinlich zu spät, aber vielleicht hilft es jemand anderem, der unbedarft an die Sache herangeht.

Ein paar Gedanken zum Thema gibt es auch auf meinem Blog:
http://tagebuch.handsticken.de/?p=111 (Zwei Arten, Wolle zu waschen)
http://tagebuch.handsticken.de/?p=110 (Zwei Vliese gewaschen, eins eingeweicht)

--Thea
Herzogenaurach, Germany

_________________
Die Website für Handsticker
Handweb-Wiki (neues Projekt)


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 Betreff des Beitrags: Re: Rohwolle waschen...bäh...
BeitragVerfasst: So 19. Apr 2009, 09:43 
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Navajo-Spindel

Registriert: Mo 5. Jan 2009, 10:22
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Danke Arachne für das Ubersetzen von Soda. Ja, das ist harmlos.
Und was ich verwendete um die Wolle zu bereiten für Pflanzenfärben war nicht cristaux de soude auch carbonate de soude genannt Na2Co3, bei euch Sodalösung, gut zum entfetten ,
aber soude caustique, sehr scharf und gefährlich : NaOh.(vorsichtig behandeln und nicht in Kinder oder Tiernähe lassen, kleine Mengen benützen mit Handschuhen, vorsicht mit den Augen)

Wenn das entfetten durch Soda nicht reicht, kann man vorsichtig ein Esslöffel Ammoniaque in 10 l Wasser dazutun.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rohwolle waschen...bäh...
BeitragVerfasst: So 19. Apr 2009, 13:34 
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Navajo-Spindel
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Registriert: Mi 9. Jul 2008, 22:05
Beiträge: 426
Land: Deutschland
marie-claire hat geschrieben:
Danke Arachne für das Ubersetzen von Soda. Ja, das ist harmlos.
Und was ich verwendete um die Wolle zu bereiten für Pflanzenfärben war nicht cristaux de soude auch carbonate de soude genannt Na2Co3, bei euch Sodalösung, gut zum entfetten ,
aber soude caustique, sehr scharf und gefährlich : NaOh.(vorsichtig behandeln und nicht in Kinder oder Tiernähe lassen, kleine Mengen benützen mit Handschuhen, vorsicht mit den Augen)

Wenn das entfetten durch Soda nicht reicht, kann man vorsichtig ein Esslöffel Ammoniaque in 10 l Wasser dazutun.



Noch eine kleine Anmerkung zum oben erwähnten NaoH:

Ätznatron ist ein Stoff,der mit sehr viel Vorsicht benutzt werden sollte.
Immer Schutzbrille(es sei denn,man braucht seine Augen nicht mehr),
stabile Handschuhe,Arbeitskittel und freie Hautstellen bedeckt.
Weder den Staub noch Dämpfe einatmen,das verätzt die Lungenbläschen.
Aber das wißt ihr vermutlich eh alle,die ihr es benutzt,gell!
Ich wolllte es nur aus Sicherheit noch mal erwähnen.

LG vom vorsichtigen Landschaf


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