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BeitragVerfasst: Do 14. Aug 2008, 02:29 
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Spinning-Jenny
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Huhu,

ich habe gestern einen alten Spin-Off-Artikel überflogen über das Konditionieren von neuen Handkarden.
Dort sind doch mehrere Arbeitsschritte zum Vorbereiten von neuen Handkarden beschrieben.

Der Grund für diese nötigen Arbeiten soll darin liegen, dass bei der industriellen Fertigung des Kardbelages durch das Abschneiden des Drahtes für die einzelnen Zinken an der Schnittstelle immer noch ein Grat zurückbleibt.
Dieser bewirkt, dass man mit neu gekauften Karden nicht ohne weiteres ein gutes Ergebnis erzielen kann, da die Fasern daran hängen bleiben, sich durch den Widerstand nicht richtig kardieren lassen.
Diesen Grat soll mach auch spüren, wenn man mit dem Finger in unterschiedlichen Richtungen über die Kardbelag-Oberfläche fährt.

Dieser Grat soll nun dummerweise verhindern - besonders bei feinen Fasern - dass diese überhaupt richtig erfasst werden. Die Fasern haken sich nicht richtig ein, verbleiben auf der Oberfläche der Karden (auf den Zähnen) ...
Haben sie dann mal gefasst, verhindert der Grat wiederum, dass sich die Fasern leicht von einer Karde lösen (beim Transfer von einer Karde zur anderen und beim Abnehmen)...

Deshalb muss man vorher die Zähnchen-Kanten manuell "begradigen".
Dazu braucht man feines Schleifpapier (ich glaube 400er und sogar noch feiner waren genannt - ich muss mal schauen, ob ich bei Gelegenheit nochmal genauer in diese Zeitschrift gucken kann). Zusätzlich dazu kann man auch einen Honstein (das ist ein ganz feiner Schleifstein, um ganz feine Passungen und Oberflächen zu schleifen ... gibt's im Werkzeughandel, Kfz-Bereich usw.)) anfangs zu hilfe nehmen.

Damit geht man dann in alle Richtungen (d.h. quer, längs und diagonal auf den Zähnen hin und her).
Um nicht nur die Oberseite der Schnittfläche sondern auch die seitlichen Kanten zu entgraten wickelt man sich dann ein Schleifpapier um den Finger (Daumen o.a.) und streicht damit so über die Zähne dass sie dabei zur Seite Kippen und man auch an die Kanten der Zähne kommt.

Dieser Arbeitsschritt soll beendet sein, wenn beim Darüberstreichen mit dem Finger in allen möglichen Richtungen (dann natürlich ;) ohne drumgewickeltes Schleifpapier), kein Grat, keine Kante, kein leichtes Haken, kein Widerstand mehr zu spüren ist.

Danach soll man damit beginnen eine "Abfall-Wolle" immer wieder zu kardieren, bis die Wolle sich beim Kardiervorgang leicht von der Karde abheben lässt bzw. das fast von alleine tut.

Ich habe jetzt versucht das, was mir vom Lesen des Artikels im Gedächtnis haften geblieben ist, hier wiederzugeben. Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen recht erinnert. Leider hatte ich keinen Zettel greifbar, um mir Notizen zu machen ...

Soweit ich mich erinnere, gab's irgendwie auch mal in einer deutschsprachigen Veröffentlichung (könnte evtl. eine der ersten Lavendelschafausgaben gewesen sein...) eine Beschreibung zum Vorbereiten neuer Handkarden, die mit einer ganz anderen Methode aufwartete. Ich meine mich grau zu erinnern, dass dabei kein weitere Hilfs- oder Schleifmittel verwendet wurde, sondern die Karden (ohne Wolle) gegeneinander bewegt wurden (aber keine Ahnung wie und mit welcher Richtung).

Selbst konnte ich beide Methoden noch nicht ausprobieren, da ich nur zwei alte zerschlissene gebraucht erstandene Handkarden mein eigen nenne.

:?: große Frage meinerseits :?:
Ich habe die Empfehlung zum Vorbereiten bisher nur in Bezug auf Handkarden gelesen.
Sind Trommelkarden davon NICHT betroffen ?

_________________

Meine Seiten: www.spinntantchen.de und www.nadelbindung.de



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BeitragVerfasst: Di 16. Jul 2013, 14:06 
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Tahkli
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Registriert: Mi 2. Jun 2010, 12:08
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(Älteres, aber interessantes Thema)

Das gilt, wenn überhaupt, wohl für alle Kardenbeläge. Allen Fannin (Handspinning -- Art & Technique, 1970) beschreibt, was er als "Grinding Card Clothing" (Kardenbelag schleifen) nennt ab S. 89. Er benutzt einen Abziehstein. Seiner Meinung nach geht es darum, die Nadeln schärfer/spitzer zu machen.

In dem Video How to Card Wool (Interweave 2012) zeigt Andrea Mielke Schroer, wie sie neue Handkarden schleift. Sie benutzt feines Schleifpapier und bearbeitet damit die Beläge in allen Richtungen. Sie begründet das eher mit einem Entgraten, dem Abrunden fertigungsbedingter Unebenheiten an den Nadelspitzen. Es sei nur bei neuen Belägen nötig.

Beste Grüße -- Thomas

_________________
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