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 Betreff des Beitrags: Re: Fragen zum Säurefarbe-Färben
BeitragVerfasst: Fr 30. Aug 2013, 21:31 
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Flügelspinnrad

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Danke für Eure Inspiration.
Das Argument, das man in der Auflaufschüssel oder auf dem Backblech nicht rumrühren muss und diese Behandlung speziell für die filzfreudigen Locken nicht die schlechteste Idee ist spukt mir durchaus im Kopf rum - und ich habe heute im Ramschladen schon die Auflaufformen für 4.- in der Hand gehabt..... aber liegen gelassen.
Gabi - nimmst Du die Bleche, auf denen Du auch Kuchen machst? Klappt das, dass da keine Brühe durch die Folie läuft oder bist Du da eher "schmerzfrei" und nimmst die Bleche dann einfach gespült wieder her?
(Im Beipackzettel zu meinen Farben wird extra auf die Gesundheitsgefährdung hingewiesen und davor gewarnt, die Gerätschaften wieder in der Küche uz verwenden.)

Ich traue meinem Ofen auch nicht mehr so ganz. Mir scheint, der ist hinten rechts immer viel heißer als vorne links und aus diesem Grund koche ich auch Zwetschgen nicht mehr im Ofen ein, was ich früher immer gemacht habe. (Weil sie das letzte Mal hinten überkochten, obwohl die vorderen Gläser noch nicht richtig heiß waren...)

Naja, ich werde jetzt erst mal im Topf färben.
Vorhin kamen die Farben bei mir an, deren Beipackzettel behauptet, sie würden auch Polyamid färben.
Ich weiß nicht, aus was meine Wollwaschmückennetze sind, werde aber in die Färbung mit den fertigen gesponnenen Strängen einen Schnipsel zum Testen mit reinhängen.

Leider muss das Ganze jetzt erst mal bis nächste Woche warten....

Viele Grüße

Hummelbrummel

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 Betreff des Beitrags: Re: Fragen zum Säurefarbe-Färben
BeitragVerfasst: Fr 30. Aug 2013, 23:47 
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Buch-Charka
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Mir ist bisher keine Brühe durch die Folie gelaufen, und die Gesundheitsgefährdung ist, solange die Farben nicht angerührt sind, das Pulver sollte man nicht einatmen. Daher wird ja auch eine Maske zum Anrühren empfohlen... Die Bleche wasche ich natürlich trotzdem ab :mrgreen: :mrgreen: . Aber ich backe auch nicht pur auf dem Blech, bei mir kommst aus Spülgründen immer Backpapier darunter :mrgreen: :mrgreen:

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Liebe Grüße
Gabi


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 Betreff des Beitrags: Re: Fragen zum Säurefarbe-Färben
BeitragVerfasst: Sa 31. Aug 2013, 15:14 
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Taiga-Rad

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Tja, es gibt wohl Menschen, die es schaffen, sauber zu arbeiten, und andere nicht. Ich würde, wenn ich in der Küche färben müsste, ziemlich sicher nicht mit Chemiefarben arbeiten (auch wenn das Pulver am gefährlichsten ist - ich denke nicht, dass man die Brühe trinken, bzw. ihre Reste essen sollte), weil bei mir die Folien nie dicht sind und beim Arbeiten mit Topf immer was danebenspritzt. Aber das ist mein Problem... Die Farben färben übrigens auch Holz und Küchenarbeitsplatten ziemlich dauerhaft ein...

Ciao, Klara

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 Betreff des Beitrags: Re: Fragen zum Säurefarbe-Färben
BeitragVerfasst: Sa 31. Aug 2013, 18:17 
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Tahkli
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Größtmögliche Fettfreiheit und vorheriges Einweichen dienen m.W. dazu, dass die Farbe gleichmäßig aufzieht. Bei bemalten bunten Kammzügen ist das ja eher wurscht, oder?

Ich habe letztens mal eine Anleitung für Lanaset-Farben übersetzt, allerdings fürs Färben im Topf. Wieso die Leute, wie auch der Hersteller, von einer halb- bis dreiviertelstündigen 95°-Phase ausgehen und mehr oder weniger dasselbe im Dampfgarer, in der Mikrowelle oder im Backofen in wenigen Minuten gehen soll, ist mir noch schleierhaft. Vielleicht liegt aber auch das daran, wie gleichmäßig und gründlich man färben will.

Würde ich farbig "bemaltes" Spinnmaterial herstellen wollen, würde es mir zwar nicht um gleichmäßigen, aber schon um haltbaren und gründlichen Farbauftrag gehen. Ich würde trübes, farbiges Spülwasser als suboptimal empfinden, und natürlich auch bunte Finger beim Spinnen oder auslaugende Farben beim fertigen Werkstück.

Beste Grüße -- Thomas

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 Betreff des Beitrags: Re: Fragen zum Säurefarbe-Färben
BeitragVerfasst: Sa 31. Aug 2013, 19:00 
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Flügelspinnrad

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Hallo Thomas,

danke für Deine Antwort.
Die Anleitung im Spinwiki hatte ich gesehen und gelesen. Aber, wenn ich ehrlich bin, schreckt sie mich ab, weil sich das alles sehr, sehr kompliziert anhört. Es ist sozusagen das eine Ende der Thematik (mit Säureregulator, Thermometer und Indikatorstreifen, die ich sogar im Keller hätte), das andere Ende bilden Cantimanous 4 Videos, wo alles im Vergleich locker flockig nach Gefühl geht.
( http://www.youtube.com/watch?v=j49URKd3zeE&feature=player_embedded usw.)

Deine Anmerkung über das Fixieren/Temperaturen/Zeiten hat mir vorher auch schon zu denken gegeben:
Ich habe es so verstanden, dass die Farbe die Temperatur braucht, um fixiert zu werden und fixiert ist sie, wenn sie nicht mehr aus der Wolle rausläuft.
Aber wann?
Bei Chanti und manchen anderen hört es sch so an, als wäre die Farbe fixiert, sobald sie aus dem heißen Färbebad komplett aufgesogen ist. Will heißen, sie kommt beim anschließenden Spülen nicht mehr raus.
Das ist nun die Frage, ob sie bei längerer Temperatureinwirkung dann auch wasch- und lichtechter ist als bei nur kurzer Einwirkung.

thomas_f hat geschrieben:
Würde ich farbig "bemaltes" Spinnmaterial herstellen wollen, würde es mir zwar nicht um gleichmäßigen, aber schon um haltbaren und gründlichen Farbauftrag gehen. Ich würde trübes, farbiges Spülwasser als suboptimal empfinden, und natürlich auch bunte Finger beim Spinnen oder auslaugende Farben beim fertigen Werkstück.
Beste Grüße -- Thomas


Sehe ich im Prinzip auch so, aber es stellt sich mir auch die Frage nach dem kleineren Übel.
Bei meinen ersten Pflanzenfärbeversuchen habe ich mal Kammzüge angefilzt und das anschließende Spinnen ging sehr auf die Handgelenke und hat nicht wirklich Spaß gemacht, teils hatte ich auch Schmerzen und habe beschlossen, keine solche Wolle mehr zu verarbeiten.
Wenn ich mir nun vorstelle, Flocken in dieser Verfassung kardieren zu müssen - da vergeht mir gleich die Lust.
Das war auch einer der Gründe, warum ich die erste Portion (500g) erst gesponnen habe. Und ich werde sie natürlich vor dem Färben noch mal waschen, in der Hoffnung, das Fett rauszubekommen, wobei ich nicht weiß, wie gut sich das Fett aus dem Zwirn löst. Im Garn finde ich leichtes Anfilzen nicht mehr so tragisch. Könnte vielleicht sogar Vorteile haben.
(Und ich werde sie dann sorgfältig ins kalte Farbbad legen und langsam erhitzen, damit die Wolle erst Farbe zieht, wenn alles Garn drin ist....)

Aber:
Wenn mir dann keine gleichmäßige Färbung gelingt, habe ich Pech gehabt, denn ungleichmäßiges Garn kann ziemlich scheußlich sein (hatte ich auch schon mal bei einer Pflanzenfärbung) und dann hätte ich bis zu diesem schlechten Ende schon sehr viel Arbeit reingesteckt, (bzw muss ich halt dann gezielt lila Pünktchen drauffärben und sagen: Das gehört so, obwohl ich lieber eine einheitliche Färbung hätte.)
Aber wenn man die Farbe VOR dem Spinnen aufbringt, sehen Unregelmäßigkeiten jedenfalls nicht schlecht aus, eher interessant oder harmonisch und mann kann damit spielen. Das verteilt sich anders, als bei fertigen Strängen.
Jedenfalls hatte ich mit gekauften Kammzugstückchen in Farbabstufungen schon viel Spaß.


Versuch macht kluch. Ich werde dies und das mal probieren.

Aber ich werde wohl eher nicht Buch führen, welche Färbung ich wie lange heiß gehalten habe und dann nach 4 Jahren gucken, welche Farbe besser gehalten hat.....

Das ist alles ein spannendes Thema

Viele Grüße

Hummelbrummel

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 Betreff des Beitrags: Re: Fragen zum Säurefarbe-Färben
BeitragVerfasst: So 1. Sep 2013, 19:23 
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Tahkli
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Zitat:
Aber, wenn ich ehrlich bin, schreckt sie mich ab, weil sich das alles sehr, sehr kompliziert anhört.

Ach ja, mein ständiges Problem. :( :? ;) Ich wäre echt froh, wenn mir jemand meine Wiki-Prosa auskämmen würde. Ich bin ja im Grunde meines unschuldigen Herzens fest überzeugt, dass es sich wirklich bloß um ein "kompliziert-Anhören" handelt. Nebenbei: Die Videos von Chantimanou kuckt man ja auch nicht in fünf Minuten, oder? Ausdrucken und neben den Färbepott legen kann man sie sich auch nicht.

Abgesehen davon: Leute gehen ganz unterschiedlich mit Rezepten um. Ich persönlich brauche meist erstmal eine recht präzise Handlungsanweisung, dann kann ich später anfangen zu improvisieren, wenn ich glaube, das eine oder andere Prinzip verstanden zu haben. Anderen gehen Messbecher, Zahlen und Gewichtsangaben gegen den Strich und sie möchten sich mit Chantimanou austoben. Dagegen ist nix einzuwenden, solange man sich nicht beschwert, wenn das zu variablen Ergebnissen führt.

Anmerkungen zur Praxis:

- billiger Branntweinessig (5% Säure) ist unterm Strich preiswerter als Essigessenz (25% Säure). Man braucht die fünffache Menge, die aber pro Liter weniger als ein Fünftel kostet. Und er ist weniger ätzend/gefährlich.

- zur Vereinfachung würde ich als erstes die Säureregulatoren weglassen, im Zweifel etwas mehr Essig schadet wenig; Probleme sind selten, je nach Wasserbeschaffenheit. Wenn Pech, dann neu überlegen.

Beste Grüße -- Thomas

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 Betreff des Beitrags: Re: Fragen zum Säurefarbe-Färben
BeitragVerfasst: So 1. Sep 2013, 19:40 
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Flügelspinnrad

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Hallo Thomas,

danke für Deine Antwort.
Die Wolle kocht gerade und ich habe eben ein Foto in die Galerie gestellt - so recht zufrieden bin ich nicht.
(Flecken und Farbvarianten sind für diese Wolle erwünscht, aber die Wolle nimmt die Farbe nicht richtig an.)

Was eine präzise Anleitung betrifft, gebe ich Dir im Prinzip Recht.
(Und oute mich hier als leidenschaftlicher Anleitungsleser und ebenso leidenschaftlcher Über-schlechte-Anleitungen-Schimpfer.) Deine Anleitung ist jedenfalls nicht schlecht.
Aber man braucht halt noch zusätzliche Zutaten.....
Soviel nur in Kürze, ich hoffe, dass irgendwer mal bei mir in den Topf guckt....

Viele Grüße
Hummelbrummel

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 Betreff des Beitrags: Re: Fragen zum Säurefarbe-Färben
BeitragVerfasst: So 1. Sep 2013, 19:47 
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Taiga-Rad

Registriert: Sa 12. Jul 2008, 12:48
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thomas_f hat geschrieben:
... allerdings fürs Färben im Topf. Wieso die Leute, wie auch der Hersteller, von einer halb- bis dreiviertelstündigen 95°-Phase ausgehen und mehr oder weniger dasselbe im Dampfgarer, in der Mikrowelle oder im Backofen in wenigen Minuten gehen soll, ist mir noch schleierhaft. ....


Mir auch, deshalb hatte ich bei der Schnellfärbung in der Mikrowelle nachgehakt. Damit kein Missverständnis aufkommt: Im Dampfgarer lasse ich die Wolle schon auch mindestens 30 - meistens 45 - Minuten. Die Zeitersparnis ist bei mir beim Aufheizen - Dampfgarer ca. 5 Minuten, Topf ca. 1 Stunde (beides geschätzt, aber die Grössenordnung stimmt so in etwa).

Ich habe irgendwo gelesen, die Farbe bräuchte die Temperatur, aber auch die Zeit, und wenn man nach ein paar Minuten schon den richtigen Farbton habe, solle man die Wolle rausnehmen und in klarem (Essig?)-Wasser die Rest-Zeit weitersieden lassen. Ich glaube allerdings, das habe ich noch nie gemacht, schon mangels zweitem Topf.

Für mich ist Farbe fixiert, wenn beim Spülen - und späterem Waschen - nichts mehr raus kommt. Deshalb muss für mich das Wasser im Färbetopf nicht zwingend klar sein (theoretisch könnte man da ja auch mehr Pulver reingeschüttet haben als die Wolle aufnehmen kann, oder?)

Lichtechtigkeit ist meinem Gefühl nach mehr von der chemischen Zusammensetzung der Farbe abhängig als vom Färbeverfahren - das Blau/Türkis (weiss nicht mehr, welche Farbe und woher sie war), das ich hatte, ist an einem halben Tag in der Sonne ausgebleicht (als das Tuch - blöderweise zusammengefaltet - zum Trocken aufgespannt war. Also noch mal nass gemacht, umgedreht und wieder aufgespannt, damit die zweite Hälfte genauso ausbleicht. Hat funktioniert...) Und ich habe ein paar Stränge hier - gleiche Farbe - bei denen ich auch das Gefühl habe, dass sie nicht mehr so sind, wie sie mal waren. Bei Lila/Rot/Gelb fällt mir das nicht auf. Und wirklich UV-beständig ist gar nicht - meine dunkelblauen Ikea-Vorhänge am Südfenster sind am Rand inzwischen hellgrau... Und die Tüllgardine dahinter löst sich auf...

Wenn Farbe beim Waschen extrem ausgeblutet hat habe ich übrigens auch schon nachfixiert - einfach noch mal mit reichlich Essig köcheln lassen (wobei ich weder den Säuregrad messe noch die Essigmenge - Essig kostet nicht viel, und ein bisschen zu viel neutralisiert dann höchstens das Soda vom Waschen noch ein bisschen besser - die Bakterien in meiner Sickergrube haben sich jedenfalls noch nie beschwert.) Säuregulatoren (was ist das?) habe ich noch nie genommen, und auf Salz (laut Deb Menz für gleichmässigeren Farbauftrag) verzichte ich auch schon lange. Bei mir ist es wirklich nur heisses Wasser (oder Dampf), (viel) Essig und die Farbe (von Ashford, weil ich die in F kriege).

Hummelbrummel, ich würde es einfach mal probieren. Die eigenen Erfahrungen kann nichts ersetzen. Und du musst ja nicht mit deiner gesponnenen Wolle anfangen, wenn du dir noch unsicher bist. Hast du wirklich kein relativ unempfindliches Fleischschaf-Vlies (Suffolk wäre Klasse) irgendwo rumliegen? Apropos Strang färben: Achte darauf, dass so locker wie möglich abgebunden ist, sonst riskiert die Wolle darunter, weiss zu bleiben.

Ciao, Klara

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