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BeitragVerfasst: Mi 15. Mai 2013, 21:03 
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Kreuzspindel
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Registriert: Mo 13. Mai 2013, 20:49
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Hallo,
ich bin Spinnanfängerin, seit kurzem schaffe ich es, Kammzüge zu verspinnen, ohne dicke und dünne Würstchen zu produzieren, sprich, ich habe tatsächlich den Kniff gefunden, wie das mit dem Auszug funktioniert. Heureka!! :D

Ich habe mir schöne Merinowolle mit Farbverlauf zugelegt, die ich eigentlich nicht verzwirnen wollte, aber ich bin jetzt nach vielem Längs-und Querlesen verwirrter als aufgeklärter.

Wie verhält es sich mit dem Einfachgarn? Kann ich es nun zum Stricken verwenden, ohne fürchten zu müssen, dass es sich in alle möglichen Richtungen verzieht? Da ich Anfängerin bin, ist noch Drall im Strang, also nicht so gut zum direkten Weiterverarbeiten? Ist man mit dem Verzwirnen auf der sicheren Seite? Das "Blocken" des Dralls funktioniert nur für einen gewissen Zeitraum? Was bringt das dann? Habe ich da was nicht verstanden?

Oh je, ich hoffe, ihr könnt Licht ins Dunkel meines Einfachgarns zu bringen,

danke und Grüße
Snusel


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BeitragVerfasst: Do 16. Mai 2013, 06:17 
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Spinn-Stöckchen

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Wenn das Garn noch Drall hat wird sich das Strickstück verziehen, da sich der Drall im Garn zwar mit der Zeit setzt, aber mit der Wäsche wieder erwacht.

Singlegarn neigt auch eher zum Pillen, würde ich persönlich nicht für Pullover und grßere Teile benutzen.

zwirnen mit einen farblich passenden Garn wäre eine Möglichkeit, bei der der Farbverlauf annähernd erhalten bleibt, der Drall verschwindet und das Garm stabiler wird.

LG Fazzo


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BeitragVerfasst: Do 16. Mai 2013, 08:33 
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Buch-Charka
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Gerade Anfängergarn hat meist etwas mehr Drall, das würde ich auf jeden Fall verzwirnen, danach ist es nämlich schön fluffig und weich :mrgreen:

_________________
Liebe Grüße
Gabi


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BeitragVerfasst: Do 16. Mai 2013, 09:17 
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Spinning-Jenny
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Sie sehr es sich verzieht, wirst Du nur durch eine Strickprobe, die anschließend wäschst aber nicht blockst (spannst) sehen.

Wie sehr sich ein Strickstück verzieht hängt auch immer vom Muster ab. Glatt gestricktes verzieht sich mehr als z.B. kraus ...
Man könnte auch ein Stück daraus stricken, wo es nicht so darauf ankommt, ob es sich verzieht z.B. irgendwas einfach Rundgestricktes (eine Mütze z.B.) da ist es ja egal ob die Maschenkollumnen schief oder gerade verlaufen. Bei einem einfachen Schal wäre es mir persönlich auch egal ... man könnte es ja auch direkt als Stilelement benützen z.B. den Schal in schrägen Reihen stricken, so dass es sich noch zusätzlich in die Schrägrichtung verzieht.

Zitat:
Singlegarn neigt auch eher zum Pillen, würde ich persönlich nicht für Pullover und grßere Teile benutzen.

Würde ich so nicht sagen - eher dass je weniger gedreht die Garne sind und je kürzer die Fasern sind, desto eher muss man mit Pilling rechnen.

Wenn Du den Farbverlauf erhalten aber auch Zwirnen willst, könntest Du das ganze mit einem dünnen Industriegarn (Maschinenstrickgarn oder so) verzwirnen. So nimmst Du etwas Drehung raus...

Wenn Du das Garn blockst (mit etwas Gewicht beschwert trocknest oder auf einem Garnblocker aufgespannt trocknest) wird sich anschließend beim Stricken das Strickstück nicht verziehen - sobald es dann aber wieder mit warmem Wasser in Berührung kommt, entspannen sich die Fasern wieder und gehen in ihre ursprüngliche Form über - d.h. es wird wieder schief. Das wiederum kannst Du verhindern, wenn Du das Strickstück nach jedem Waschen blockst d.h. in Form gezogen aufgespannt (mit Nadeln auf festen Untergrund festgepinnt) trocknest.

Mach' doch ein paar Strick- und ggf. auch Zwirnproben - dadurch wirst Du sicher viel lernen. So von der Ferne ist halt auch schlecht zu beurteilen, wie viel Drehung Dein Garn hat, wie hart es sich anfühlt usw.

Es gibt sehr bekannte Strickgarnmarken (Noro z.B.) die bieten Einfachgarn mit recht viel Drehung an ... von daher geht es schon, so was zu verarbeiten. Man muss halt die Eigenschaften eines solchen Garnes bei der Verarbeitung beachten und ggf. gezielt benützen.

_________________

Meine Seiten: www.spinntantchen.de und www.nadelbindung.de



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BeitragVerfasst: Do 16. Mai 2013, 11:26 
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Taiga-Rad

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Strickstücke mit etwa gleich vielen rechten und linken Maschen verziehen sich nicht - also kraus, Rippenmuster, Zopfmuster mit vielen Zöpfen auf links Untergrund, und noch etwa 500 andere Muster, deren deutsche Namen ich nicht kenne (wenn sie überhaupt einen haben).

Bei Lochmustertüchern, die sowieso nach jeder Wäsche aufgespannt werden, kommt's auf den Drall auch nicht weiter an, wie Spinntantchen schon erwähnt hat.

Es ist übrigens IMMER Drall im Einfachgarn (da hat nichts mit Anfänger oder nicht zu tun) - sonst würde es sich auflösen. Drall ist der "Kleber", der die Fasern zusammenhält... Habe ich neulich einer Schülerin gezeigt, als ich vielleicht ein Noro-Einfachgarn (oder eine Kopie - jedenfalls wunderschöner Farbverlauf) in der Hand hatte. Das locker gewickelte Knäuel war absolut brav, kein Faden wollte sich verkringeln. Auch beim Verarbeiten hatte ich schon Zwirne mit mehr aktivem Drall. Aber sobald ich einen Schlüsselbund ans Fadenende geknotet habe und hängen lassen, hat es sich aufgedröselt. Der Drall war nicht sichtbar, aber vorhanden - q.e.d..

Wolle verhält sich ungefähr so wie unsere Haare (ist ja ziemlich das gleiche Material): Wenn wir nach dem Waschen Lockenwickler reindrehen oder eine schicke Frisur föhnen, dann hält die bestenfalls so lange, bis wir raus in Nebel oder Regen gehen.

Ciao, Klara

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http://www.lahottee.info


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BeitragVerfasst: Do 16. Mai 2013, 12:17 
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Großes Wollrad

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Also Norowolle hat eher wenig Drehung, ist aber häufig oberflächenangefilzt.( Klaras Proben sind sehr ähnlich, was das abelangt)
Die Strickteile die wir im Haus haben ( meine Schwester verstrickt Noro häufiger) verziehen sich auch glatt rechts nicht.
Möglich ist auch , dass sie gedämpft sind, das Verändert die Struktur.
Karin


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BeitragVerfasst: Do 16. Mai 2013, 12:45 
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Taiga-Rad

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Shorty, die Proben, die ich dir geschickt, habe, sind angefilzt, weil ich dir zeigen wollte, was ich unter anfilzen verstehe. Ich filze aber nicht jedes meiner Einfachgarne an. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sich auch ein angefilztes Einfachgarn aufdröselt, wenn man ein Gewicht dranhängt - das liegt in der Natur der Sache.

(OT: Judith McKenzie McCuin fabriziert angeblich drall-loses Einfachgarn, indem sie spinnt, stark filzt, und dann wieder entdrallt - aber da ich keinen Sinn darin sehe, habe ich keine Zeit, das auszuprobieren.)

Ciao, Klara

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http://www.lahottee.info


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BeitragVerfasst: Do 16. Mai 2013, 13:05 
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Kreuzspindel
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Registriert: Mo 13. Mai 2013, 20:49
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Herzlichen Dank für eure Antworten,

dann werde ich zunächst auf jeden Fall zwirnen. Das erscheint mir momentan als die sichere Variante. Ich habe den Kammzug sozusagen geteilt. Je 50g auf eine Spule und dann verzwirnt. So habe ich dann den Farbverlauf gerettet.

Viele Grüße Snusel


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BeitragVerfasst: Do 16. Mai 2013, 13:42 
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Großes Wollrad

Registriert: Mi 16. Sep 2009, 19:07
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Weiss schon ;-)

Es war schlicht auf Spinntantchens Satz Norowollen hätten viel Drall gemünzt, dem ist nämlich eher nicht so.
Karin


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BeitragVerfasst: Do 16. Mai 2013, 14:19 
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Tahkli

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Eine weitere Möglichkeit, den Farbverlauf zu erhalten, ist das Navajo- oder Kettenzwirnen. Das ist im Prinzip eine Luftmaschenkette mit sehr langen Schlaufen, du erhältst also einen 3fach Zwirn.
So gehts: http://www.youtube.com/watch?v=JmlwtojLXI8

lG
Tulipan


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