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Forum rund um das Spinnen mit Spinnrad und Handspindel
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BeitragVerfasst: Do 5. Sep 2013, 17:39 
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Flügelspinnrad

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Hallo Zusammen,

Meine Anfängergarne - noch ganz nach Gefühl gesponnen - waren immer schön ausgewogen.

Dann habe ich angefangen nachzudenken, und seitdem manchmal Probleme mit dem Drall.

Meine Überlegung war die: Wenn ich mit etwas mehr Drall spinne, dann pillt es anschließend weniger.

Längere Versuchsreihen stehen noch aus - dafür spinne ich noch nicht lang genug und habe noch nicht genug Kleidung lange getragen.
Aber mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das so stimmt.


Seit ich angefangen habe, nachzudenken, neige ich jedenfalls vielleicht zum Überdrehen von Garn und der Zwirn knuckelt dann auch, obwohl ich mir einbilde, dass der Zwirndrall schon zum Singledrall passt.

Kann es außerdem sein, dass Garn mit mehr Drall härter ist, lockerer gedrehtes weicher (bei gleichem Ausgangsmaterial)?

Wie seht Ihr das?

Und habt Ihr auch so eine "Pilling-Aversion" wie ich?
Dabei ist die eigentlich gar nicht recht begründet.

Außerdem meine ich verstanden zu haben, dass längere Fasern insgesamt weniger zum Pillen neigen als kürzere.
Aber das ist eine andere Geschichte.

Viele Grüße
Hummelbrummel

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BeitragVerfasst: Do 5. Sep 2013, 18:04 
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Akha-Spindel

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Öhm, nur zum Verständnis, mit pillen meinst du die kleinen Knubbelchen, die sich mit der Zeit auf der Oberfläche von Wollsachen bilden können, oder?
Ich denke, das hat einerseits mit der grundsätzlichen Struktur der einzelnen Faser zu tun. Also eine glatte, kräftige, eher "derbe" Faser ist vielleicht weniger anfällig.
Je lockerer die Wolle gesponnen ist und je kürzer die einzelnen Fasern sind, desto höher auch das Risiko oder die Wahrscheinlichkeit oder das Tempo, indem sich einzelne Teilchen lösen und mit sich selbst oder Fusseln zu Knötchen vezwirbeln, denk ich.
Aber mehr Drall gleich weniger Pilling, das mag in gewissen Grenzen bestimmt gelten, aber irgendwann bringt das dann keinen Vorteil mehr. Es hängt eben auch vom Ausgangsmaterial ab, denk ich.

Und ja, mehr Drall gibt gleich härteres und prinzipiell auch strapazierfähigeres, also im Vergleich zu gleiche Faser locker flauschig gesponnen, Garn. Wobei ich aus Merino jetzt bei allem Drall wohl keinen Kartoffelsack machen könnte; oder wollte ;)


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BeitragVerfasst: Fr 6. Sep 2013, 06:20 
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Buch-Charka
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Viel Drall macht das Garn halt hart, das möchte ich auch nicht immer haben.... ich spinne auch nach Gefühl, und so geht es für mich am besten, gezählt habe ich noch nie :mrgreen: :mrgreen:

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Liebe Grüße
Gabi


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BeitragVerfasst: Fr 6. Sep 2013, 08:00 
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Flügelspinnrad

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Heute früh habe ich "weicher spinnen" geübt - und nun wird das Garn viel zu wenig Drall haben, vermutlich wird es beim Zwirnen auseinanderflutschen, zumindest so, wie es jetzt am Ende aussah, als ich aufgehört habe. :?

Ich glaube fast, mein Gefühl hat am besten auf meinem flügelgebremsten "Bauernrad" Genofeva funktioniert, wo Trittgeschwindigkeit und Einzug die einzigen nennenswerten Parameter waren, an die ich die Wolleigenschaften und gewünschte Garndicke anpassen musste.

Jetzt habe ich ja das spulengebremste Sonata mit den vielen Übersetzungsmöglichkeiten und muss erst noch mein Gefühl den unterschiedlichen Übersetzungen anpassen....

Auch habe ich den Eindruck, dass der Unterschied beim Drall vom Anfang auf der leeren Spule mit dünnem Durchmesser bis hin zum Ende auf der vollen Spule mit großem Durchmesser viel größer ist. Ein Garn, das mir am Anfang der Spule gut erscheint, ist am Ende der Spule viel zu locker.
Kann das sein, dass das durch die Wickelrichtung bei dem spulengebremsten Rad kommt?
Muss ich beim Spinnen desselben Garns die Übersetzung steigern? Sooo fein sind die Abstufungen ja auch wieder nicht.

Hm.
Grübelnde Grüße
Hummelbrummel

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BeitragVerfasst: Fr 6. Sep 2013, 12:37 
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Buch-Charka
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Wenn die Spule voller wird, muss man in der Regel den Einzug etwas nachstellen, der wird bei der vollen Spule schwächer, aber die Übersetzung habe ich noch nie gewechselt :roll:

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Liebe Grüße
Gabi


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BeitragVerfasst: Fr 6. Sep 2013, 13:08 
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Tahkli
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Zitat:
Auch habe ich den Eindruck, dass der Unterschied beim Drall vom Anfang auf der leeren Spule mit dünnem Durchmesser bis hin zum Ende auf der vollen Spule mit großem Durchmesser viel größer ist. Ein Garn, das mir am Anfang der Spule gut erscheint, ist am Ende der Spule viel zu locker.
Kann das sein, dass das durch die Wickelrichtung bei dem spulengebremsten Rad kommt?
Muss ich beim Spinnen desselben Garns die Übersetzung steigern? Sooo fein sind die Abstufungen ja auch wieder nicht.

Nein, das liegt nicht an der Wickelrichtung. Und die Übersetzung sollte, einmal gefunden, auch gleichbleiben.

Was da passiert ist wahrscheinlich, dass du dein Rad bestimmen lässt, wie schnell das Garn eingezogen wird. Das solltest du aber selbst in der Hand haben. Das Rad soll das Garn, das du ihm überlässt, einziehen und aufwickeln. Während du ihm nichts überlassen willst, soll es dir aber auch nichts aus der Hand reißen.

Der "Trick" ist beim kurzen Auszug, dem Rad pro Tritt immer gleichviel Garn zu überlassen, also einen Rhythmus zwischen Fuß und Händen zu finden. Solange du die Übersetzung nicht änderst, hast du dann von Anfang bis Ende einen gleichmäßigen Drall.

Während die Spule sich füllt, wirst du merken, dass das Rad immer weniger enthusiastisch Garn "fordert". Das kannst du dann mit der Bremse oder beim zweifädigen Rad mit der Spannung der Antriebsschnur nachregulieren, wie GabyY ja auch schreibt. Aber wie stark das Rad am Faden zieht, bestimmt nicht darüber, wieviel Garn du ihm pro Tritt bzw. pro Flügelumdrehung überlässt.

Beste Grüße -- Thomas

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BeitragVerfasst: Fr 6. Sep 2013, 18:00 
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Flügelspinnrad

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thomas_f hat geschrieben:
Zitat:

Was da passiert ist wahrscheinlich, dass du dein Rad bestimmen lässt, wie schnell das Garn eingezogen wird. Das solltest du aber selbst in der Hand haben. Das Rad soll das Garn, das du ihm überlässt, einziehen und aufwickeln. Während du ihm nichts überlassen willst, soll es dir aber auch nichts aus der Hand reißen.



Nein, das passiert ganz sicher nicht. Ich achte sehr bewusst darauf, von Anfang bis zu Ende den gleichen Trittrhythmus zu haben und auch die Auszugsstückchen ziemlich gleichlang zu machen.
(Also die Stückchen, die ich frei lasse. Man kann sie ja je nach Ausgangsgarn oder Knubbeln in der Wolle, die das Spinnen erschweren, länger oder kürzer machen, aber ich halte sie bei der jeweiligen Wolle bewusst gleichlang, weil mir schon klar ist, dass es einen Unterschied macht, ob z.b eine Radumdrehung bei 1:14 2cm oder 7cm Garn verdreht.)

Auch reißt mir das Spinnrad nichts aus der Hand. Mein erstes Rad war ja ein Willy und ich habe von Anfang an gelernt, dass das Garn in der Hand sich anfühlt wie die Leine eines großen, ungezogenen Hundes, der eigentlich einem Kaninchen hinterher will. Aber natürlich halte ich dagegen und bestimme selbst, wann das Garn reinflutscht. (Ich mag das eigentlich ganz gern.)
Beim Sonata ist der Einzug eher recht sanft, mir manchmal zu sanft. Wenn beim Zwirnen die Spule fast voll ist, und ich den Einzug so fest ziehe, wie er mir angenehm wäre, dann blockiert die Spule und das Treten wird zur Knochenarbeit.... Also habe ich mich an den sanften Einzug gewöhnt, aber manchmal sehne ich mich gerade beim Zwirnen direkt nach mehr Zug vom Rad und vermisse meinen Willy etwas.

Also, daran (s.o.) kann es meines Erachtens nicht liegen.
Naja, ist ja vielleicht auch nicht so wichtig. ich übe weiter....

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BeitragVerfasst: Fr 6. Sep 2013, 19:31 
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Tahkli
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OK, wenns das nicht ist, dann kann es nur noch sein, dass bei vollerer Spule eben nicht mehr so stramm gewickelt wird, weil nicht so viel Zug auf dem Garn ist. Das wäre also derselbe Drall, bloß nicht so stramm festgezogen. Das sollte sich beim Zwirnen wieder ausrenken, würde ich annehmen.

Zitat:
Wenn beim Zwirnen die Spule fast voll ist, und ich den Einzug so fest ziehe, wie er mir angenehm wäre, dann blockiert die Spule und das Treten wird zur Knochenarbeit.... Also habe ich mich an den sanften Einzug gewöhnt, aber manchmal sehne ich mich gerade beim Zwirnen direkt nach mehr Zug vom Rad und vermisse meinen Willy etwas.

Hmmm, ja. Dann brauchst du beim Zwirnen eben doch (von Anfang an) einen größeren Flügelwirtel. Dann gehts nicht mehr so schnell, aber tritt sich leichter -- wie die Gangschaltung beim Fahrrad: Schneller und leichter geht halt nicht. Der Willy war ja auch langsamer, nehme ich an. Zweifädig wäre grundsätzlich leichtgängiger, aber das ist ja 'ne andere Baustelle.

Du könntest vielleicht auch mal mit einem anderen Material für die Bremsschnur experimentieren. Ich weiß nicht, womit du bremst, ich fand Kunststoffbremsschnüre (Angelschnur, Maurerschnur, kunststoffenes Paketband) beim E-Spinner deutlich suboptimal und schwer einstellbar, es hatte auch verschiedene Dynamik je nach Drehrichtung einschließlich spontaner Blockaden je nach Reibungshitze, Wetter und Laune ;) . Wir bremsen den E-Spinner nun mit Hanf. Ich würde vllt. mal ein dickliches Baumwollgarn versuchen, wenn du sowas rumliegen hast, und schauen, ob sich das anders anfühlt.

Beste Grüße -- Thomas

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BeitragVerfasst: Sa 7. Sep 2013, 21:38 
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Kreuzspindel

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Hochinteressanter Thread! Ich spinne ja auch auf dem Sonata und habe mit Drall und diversen Radeinstellungen in letzter Zeit viel experimentiert. Mir ging's wie dir, Hummelbrummel, nach anfänglichem intuitivem Erfolg fing ich an, darüber nachzudenken, und kriegte vor allem das Zwirnen nicht mehr richtig hin (muß dazusagen, daß ich ohnehin nicht gerne zwirne :roll: ). Für mich war dann eine gute Lösung, zum Zwirnen eine niedrigere Übersetzung zu nehmen als zum Spinnen, obwohl das wohl unorthodox ist, aber es hat geholfen.

Was den Einzug anbelangt, ist es so, wie thomas_f und Gabypsilon schon beschrieben haben - bei zunehmend gefüllter Spule muß man die Bremse nachjustieren (nicht aber die Übersetzung). Das geht meiner Erfahrung nach am Sonata aber sehr gut, die Bremse ist millimeterfein einstellbar und reagiert sehr sensibel auf den kleinsten Dreh. (@thoma_f: Standardmäßig ist beim Sonata eine Art aufgerauhte Paketschnur drauf, vielleicht ist das sogar Hanf.) Wenn man viel gesponnen und gebremst hat, nutzt sich die Schnur etwas ab und wird dann glatter an der Stelle, die über die Spule reibt, was auch den Einzug beeinflußt. Wenn das der Fall ist, kann man sie aber einfach ein Stück "weiterdrehen", sodaß der nächste Schnurabschnitt genutzt wird (10 cm weiter oder so). Die Schnur ist recht lang, man kann das sogar öfter machen. Danach kann man die Bremse nochmal komplett andersrum aufziehen (das Federende an den Justierknopf und umgekehrt) und das Spielchen erneut treiben. Bis die kompette Bremse abgenutzt ist, geht aber einige Zeit und viel, viel Wolle ins Land.

Bei sehr voller Spule (beim Zwirnen mit ziemlich schwerem Garn) hatte ich die Bremse auch mal so festgezogen, daß der Treibriemen den Flügel nicht mehr richtig drehen konnte. Daß dabei das Treten so viel schwerer wurde, konnte ich nicht beobachten. Am Ende habe ich die Bremse wieder etwas gelockert, wodurch man den Einzug sorgfältiger kontrollieren/steuern muß, und es ging auch alles etwas langsamer. Insgesamt finde ich den Einzug beim Sonata aber nicht zu schwach, sondern wie gesagt gut justierbar von sanft bis ruppig. Ach so - ab und zu lohnt es sich, den "Bremsknopf" zu prüfen und ggf. wieder fester reinzudrücken, er lockert sich manchmal etwas, wenn man viel hin- und herjustiert hat.

Spingirl


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BeitragVerfasst: So 8. Sep 2013, 07:44 
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Flügelspinnrad

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Es ist wirklich sehr interessant, was Ihr hier so schreibt.

Dass ich den Einzug/die Bremse nachregeln muss, ist sowieso klar.
Das geht beim Spinnen auch wirklich sehr gut und beim Zwirnen gent es bis zu einem gewissen Punkt ziemlich gut.

Thomas, ich glaube, das Sonata ist grundsätzlich nicht mit dem Willy vergleichbar.
Auch vo nder Einzugeshefigket her nicht.
Was die "Langsamkeit" betrifft hatte ich mir allerdings beim Willy selbst Spulen mit kleineren Wirteln gebaut und diese mit einem Extra-Riemen betrieben: Das ging ab wie die Post.
Was natürlich ein grundlegender Unterschied ist: Beim flügelgebremsten Rad hängt der Riemen auf der Spule und die Spule kann sich ohne Gewaltsanwendung nur drehen, wenn die Drehung über Riemen und Schwungrad gesteuert wird.
Heißt in der Praxis: Wenn sich beim Zwirnen mal Wurstel bilden, die ich "rausziehen" will, kann ich das Rad anhalten und "an der Leine ziehen", das Spinnrad hält in jedem Fall dagegen. Dieses "Gegenhalten" vom Spinnrad habe ich - weil von Anfang an gewöhnt - in meine Zwirntechnik mit einbezogen und musste am spulengebrememsten Rad etwas umlernen. Hier ist an den beiden Enden der "Zwirnstrecke" je eine Hand und das Rad rtollt dann, wenn fertig, wirklich fast nur auf, Der Widerstand, den das Sonata mir gibt reicht mir definitiv nicht, um die beiden/drei Singles sauber auszurichten.
Wenn sich was wuzzelt und ich anhalten muss, und dann in gewohnter Manier am Garn ziehe, weil ich Widerstand brauche, ziehe ich das Garn aus dem Spinnrad - weil die Spule ja nur gebremst ist aber doch noch auf der Flügelachse drehen kann und sich auch fröhlich dreht..... Da fehlt mir dann die dritte Hand.

Beim zweifäden Rad ist es natürlich wieder anders, aber ich habe auf meiner "Turbozicke" ehrlich gesagt noch nie gezwirnt, weil in einer Richtung der Antriebsriemen gerne runterhüpft und weil die Spulen recht klein sind.....
Jedenfalls ist das vom Spinnfeeling her auch sehr angenehm. (Aber die eine Übersetzung ist mir halt mittlerweile zu langsam.)

thomas_f hat geschrieben:
Du könntest vielleicht auch mal mit einem anderen Material für die Bremsschnur experimentieren. Ich weiß nicht, womit du bremst, ich fand Kunststoffbremsschnüre (Angelschnur, Maurerschnur, kunststoffenes Paketband) beim E-Spinner deutlich suboptimal und schwer einstellbar, es hatte auch verschiedene Dynamik je nach Drehrichtung einschließlich spontaner Blockaden je nach Reibungshitze, Wetter und Laune ;) . Wir bremsen den E-Spinner nun mit Hanf. Ich würde vllt. mal ein dickliches Baumwollgarn versuchen, wenn du sowas rumliegen hast, und schauen, ob sich das anders anfühlt.


Über derlei denke ich oft beim Zwirnen nach.
Ich denke mal "mitlesbar".

Ich deute meine Erfahrungen so:

Beim Spinnen drehe ich nach rechts, d.h., auch die Spule will sich nach rechts mitdrehen und wird darin von der Bremse gebremst. Die Feder ist links, also "vor" dem Zug durch die Spule. Beim Spinnen finde ich die "Bremsleistung" und Justierbarkeit gut. Da ist auch nichts ruppig und blockiert auch nichts (jedenfalls bei diesem Sonata, das ich jetzt habe.)

Beim Zwirnen dagegen ist schon öfter ein Ruckeln drin und wie gesagt, je nach festgedrehter Bremse kann's auch mal blockieren. Bei der Linksdrehung kommt der Zug ja von der Seite, auf der keine Feder ist, zieht also an der spröden, nackten Bremsschnur. Die Feder federt also nicht den Zug ab (wie bei rechtsrum), sondern es entsteht eine Art Ausgleich, wenn der Zug zu hoch wird und dann ruckelt es.
Ob ich das richtig beurteile, weiß ich nicht. Jedenfalls denke ich jedes Mal, wenn ich zwirne, ich müsste mal eine Feder auf der rechten Seite anbringen und sehen, ob ich das glatter läuft/ besser anfühlt.

Ich habe auch gesehen, dass es (von Ashford?) Spinnräder gibt, die sowieso auf jeder Seite eine Feder haben.

Irgendwann werde ich das mal testen.

Mein jetziges Sonata ist ja mein zweites.
Bei meinem ersten "Problem-Sonata" habe ich einmal Baumwollschnur probiert - die ist angekokelt.
Da habe ich abgespeichert, dass sich diese nicht eignet.
Aber an diesem Rad war auch nach ca 300g Wolle die Original-Bremsschnur das erste Mal gerissen....
Das hatte ja definitiv diverse Probleme und vielleicht sollte ich die Erfahrungen an diesem Rad nicht auf andere Räder übertragen.

Naja, wie auch immer. Jetzt geh ich mal meinen lockeren Single zwirnen....

Viele Grüße
Hummelbrummel

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