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 Betreff des Beitrags: ausgewogenes Garn (balanced yarn)
BeitragVerfasst: Fr 18. Jul 2008, 23:34 
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Spinning-Jenny
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im alten Forum geschrieben am 18.11.2006 - 16:04


Was ist ausgewogenes Garn?



Als ausgewogenes Garn (e: balanced yarn) bezeichnet man solches Garn, welches keine aktive Drehung mehr hat - also keine Bestrebungen mehr, sich selbst noch zu verdrehen.

Wie erkennt man ein solches Garn?
  • Wenn man ein Stück von ausgewogenem Garn zwischen den Händen hält und ohne Spannung herunterhängen lässt, hängt es gerade in einem Bogen herunter (und fängt nicht an, einzudrehen und sich mit sich selbst verzwirnen zu wollen).

  • Wenn man ein einen Strang mit ausgewogenem Garn aufhängt, sollte er gerade in Form eines länglichen O's herunterhängen und nicht versuchen sich einzudrehen, so dass die Form eher Richtung 8 gehen würde.
    Hierzu ein paar Skizzen:

    Bild

    • Strang 1: ausgewogenes Garn
    • Strang 2: dreht sich S-förmig ein
      -> das Garn hat noch aktive Z-Drehung
      -> zu viel Spinndrehung und/oder zu wenig Zwirndrehung(*)
    • Strang 3: dreht sich Z-förmig ein
      -> das Garn hat noch aktive S-Drehung
      -> zu viel Zwirndrehung und/oder zu wenig Spinndrehung(*)


    (*)gilt nur unter der Annahme, dass in Z-Richtung (Uhrzeigersinn) gesponnen und S-verzwirnt (gegen den Uhrzeigersinn) wurde

  • Auch am Aussehen (Faserstruktur) des Garnes lässt sich erkennen, ob es ausgewogen ist. Dazu muss man den Verdrehungswinkel, den die Spinnfasern im Zwirn bilden, betrachten. Die Fasern sollten wieder genau senkrecht d.h. in Line mit der Querschnittslinie des Garns sein. Siehe hier:

    Bild
    ausgewogenes Garn


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BeitragVerfasst: Mo 5. Jan 2009, 00:43 
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Spinning-Jenny
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Wobei man diese Strang-Hängprobe nur bei extrem frisch gesponnen und frisch gezwirntem Garn oder aber bei schon gewaschenem und getrockneten Garn (welches nicht beschwert getrocknet wurde ->Blocken) machen sollte ... ansonsten ist das Ergebnis nicht aussagefähig.

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BeitragVerfasst: So 1. Apr 2012, 11:09 
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Tahkli

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Tut mir leid für die blöde Frage - was macht man bei "eingeschlafenen Singles"?Bisher :oops: (immer noch)habe ich noch nicht den frischgesponnenen Single gezwirnt.Irgendwie dauert es bei mir immer 'n Paar Wochen bis ich die Menge fertig habe die ich verzwirnen kann(damit es keine winzigen Stränge gibt).Logischerweise gibt es auch nach über halben Jahr immer noch den "Designer" aussehenden Garn.Erst letzte Woche hatte ich es geschafft,60gr Merino in einer Woche zu verspinnen und gleich zu verzwirnen.Da hatte ich darauf geachtet,was Spinntantchen oben erklärt,und fertig sah es richtig schön aus!
Aaaaalso!WIE verzwirnt man alten Single ?Ich arbeite mit Handspindel und beim letzten Versuch hatte ich eine mit Haken benutzt,und hatte gewartet bis die aufhört sich zu drehen.Manchmal musste ich die auch etwas in andere Richtung anschubsen und jedes Mal nachnachgeprüft ob es ruhig runterhängt.
:oops: :oops: :oops:


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BeitragVerfasst: Mo 2. Apr 2012, 00:01 
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Navajo-Spindel

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Ein ca. 20 cm langes Stück Single abschneiden, in der Mitte falten, die Enden zusammenknoten und ins warme Wasser legen. Der Drall "erwacht" im warmen Wasser, das Probestück verdreht sich und nach dem Trocknen siehst Du, wieviel Drehung der fertige Zwirn braucht.

Die Frage ist übrigens nicht blöd und der Antwort bin ich auch erst kürzlich in einer Spin-off begegnet... Ich hatte das Problem nämlich auch, dass sich ein Zwirn nach dem Entspannungsbad als zu wenig gedreht entpuppte :?

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Geld haben ist schön, solange man nicht die Freude an Dingen verloren hat, die man für Geld nicht kaufen kann. Salvador Dali


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BeitragVerfasst: Mo 2. Apr 2012, 07:25 
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Tahkli

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Danke,Sidea,für so schnelle Antwort!Aber kann man so verunglückten Garn retten?Oder bleibt dann nur noch nach Proekten suchen,wo zu wenig Drehung nicht so tragisch wäre(z.B.Mützen,Halstücher)?


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BeitragVerfasst: Mo 2. Apr 2012, 07:54 
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Großes Wollrad

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Wenn es zuwenig Zwirndrall ist, kann man ja nachzwirnen, sprich beim Rad nochmal in Zwirnrichtung durchlaufen lassen.
Müsste bei ner Spindel auch klappen.
Karin


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BeitragVerfasst: Mo 2. Apr 2012, 08:16 
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Tahkli

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Nein,meistens passiert es bei mir dass nach baden vielele Stellen so aussehen:kaum verdrehte Fasern,die grade so zusammen halten sind von dünnem festen Faden umgewickelt sind.Also - zu wenig Spinndrall oder wie sagt man richtig.Aber ,wie gesagt,das passiert bei Standspindel.Inzwischen habe ich endlich einigermasse Fallspindel "bezwungen" :D .Und da sieht mein Garn schon etwas besser aus.Also keine Angst vor zu viel Drall bei spinnen - beim zwirnen geht der aus?


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BeitragVerfasst: Mo 2. Apr 2012, 11:17 
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Taiga-Rad

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Genau, zu viel Drall beim Spinnen gibt's kaum (nicht, so lange du den Faden noch glatt aufwickeln kannst). Damit der Drall gleichmässig wird, muss übrigens auch der Durchmesser gleichmässig sein - die dicken Stellen haben immer weniger Drall als die dünnen.

Ciao, Klara

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BeitragVerfasst: Mo 2. Apr 2012, 11:36 
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Großes Wollrad

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Seh ich wie Klara, mir ist´s auch lieber zuviel Spinndrall, ist die einfacher zu reparierende Variante, wenn gewünscht.
Denn lieber ein bißerl zuviel Drall, ( welcher sich nämlich nicht mal bei jedem Strick-Muster auswirkt) als wenn sich alles auflöst.
Karin


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BeitragVerfasst: Mo 2. Apr 2012, 20:50 
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Tahkli

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OK,Dankeschön!Das hilft mir jetzt weiter!
Aaaber,kann man in meinem Fall die verunglückten Garne noch retten?Oder doch,einfach etwas daraus stricken oder so,wobei es nicht so schlimm wäre?
Klara hat geschrieben:
(nicht, so lange du den Faden noch glatt aufwickeln kannst).

Was meinst Du damit?


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