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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Sa 25. Feb 2012, 16:26 
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Kreuzspindel

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Die Wolle ist gekauft. Ich hab sie in warmes Wasser in der Badewanne gelegt, das sich leicht gelb-bräunlich verfärbt hat, aber nur ganz leicht. Habe sie ein paar Mal vorsichtig geknetet (ich will sie nicht verfilzen sondern normal stricken) und ansonsten einweichen lassen. Als das Wasser kalt war, hab ich den Strang, der nicht sehr lang ist (hatte die Wolle um einen kleinen Karton gewickelt) rausgenommen, leicht ausgedrückt und über den Wasserhahn gehängt. Jetzt warte ich, dass er trocknet. Lässt man die Wolle dann im Strang oder sollte man sie irgendwie anders aufrollen? Als Knäuel oder über ein Brettchen oder sonst wie?


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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Sa 25. Feb 2012, 21:18 
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Spinning-Jenny
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Huhu,

wenn Du einen großen Garten oder sonstige große freie Fläche in der Nähe hast, kannst Du das Trocknen beschleunigen, indem Du den Strang mit nach draußen nimmst und "Hubschrauber spielst" (d.h. Strang in in die Hand nimmst und über dem Kopf oder neben dem Körper schnell kreisen lässt und so das Wasser rausschleuderst).
Damit habe ich vor dem Studentenwohnheim die Leute immer belustigt. In meiner jetzigen Wohnung mache ich es aber nicht mehr, weil meine Nachbarn verärgert werden würden, wenn ich ihre Fenster oder Autos vollspritze.

Ich haue den nassen Strang gerne ein paar Mal gegen die Wand in der Dusche (entweder direkt nach dem Schleudern oder nach dem gröbsten Abtropfen). Das bewirkt, dass das Garn besser aufplustert und sich die einzelnen Fäden (die von der Feuchtigkeit evtl. zusammenhaften) wieder voneinander trennen.

Zitat:
Lässt man die Wolle dann im Strang oder sollte man sie irgendwie anders aufrollen?

Zum Aufbewahren ist der Strang immer noch das beste. Da werden die Fäden am wenigsten verdrückt und sind am "entspanntesten".
In einem Knäul oder ähnlichem werden die Fäden gerne platt gedrückt oder sogar gedehnt, wenn er zu stramm gewickelt ist. Wenn Du das Garn verstricken willst, ist es nicht gut, wenn es gedehnt wird (deshalb Strickgarne möglichst nicht beschwert oder auf Spannung trocknen). Dadurch verliert das Garn nämlich seine Elastizität, eine Eigenschaft, die bei Strickgarn ja gewünscht ist (bei Webgarnen aber manchmal nicht). Verstrickst Du ein "gedehnten" Garn, wird es sich beim ersten den Waschen wieder zusammenziehen (die Elastizität wiedergewinnen) und das Strickstück würde sich ziemlich verformen und Du müsstest es wieder mühsam in Form "blocken".

_________________

Meine Seiten: www.spinntantchen.de und www.nadelbindung.de



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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: So 26. Feb 2012, 11:39 
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Flügelspinnrad
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Zwei Schraubzwingen befestigen - Abstand wählen, je nachdem wie lang der Strang sein soll - und darauf wickeln. Das ist ein sehr guter Ersatz für eine Haspel und man kann ohne Probleme auch längere Stränge wickeln.

_________________
mein Blog: http://blog.dunkelbunt.in


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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Sa 21. Jan 2017, 22:53 
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CD-Spindel

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Wie ich in meiner Vorstellung schon schrieb, habe ich in meiner Jugend das Spinnen gelernt, zusammen mit meiner Mutter. Wir haben viel gesponnen und auch mit Pflanzenfarben gefärbt und daraus die unterschiedlichsten Pullover und Strickjacken gefertigt.

Dass man die Wolle nach dem Spinnen wässern soll, ist mir allerdings neu. Bei der ungefärbten Wolle, die wir im Naturfarbton verstrickt haben, haben wir das nie gemacht, wenn ich mich richtig erinnere, und auch keine Probleme durch verzogene Strickstücke gehabt. Dabei haben wir sowohl verzwirnte als auch Einfachgarne verstrickt. Ich bin also gerade ein wenig verwirrt und verwundert.

Aaaaber, die Wolle, die ich als letztes versponnen habe, in den letzten paar Jahren, bereitet Probleme beim Verstricken: Es ist Einfachgarn aus Gotlandschafwolle ohne starken Drall und ich habe einen geraden Schnitt gewählt und nur rechts gestrickt (hin und zurück). Leider verliefen die Ränder konisch... Ich bin davon ausgegangen, dass die Garnstärke sich einfach zu sehr unterscheidet – ich hatte beim Spinnen immer wieder längere Pausen gemacht. Kann es sein, dass sich das Problem durch das Wässern lösen würde?



P.S.: Und habe ich das richtig verstanden, dem Wasser Spülmittel zuzugeben, um vielleicht noch leichte Verschmutzungen durch die Verarbeitung (z.B. durch das maschinelle Kardieren) zu entfernen? Was für Reinigungsmittel würde noch gut funktionieren? Habe ich es richtig verstanden, dann dem letzten Spülgang Essig beizufügen? Entschuldigt die Fragen, ich kann mich an diese Sachen einfach nicht erinnern.

_________________
Schöne Grüße
Carlina wie die Silberdistel


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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Mo 23. Jan 2017, 11:08 
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Tahkli

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Wie sehr sich ein Strickstück verzieht, hängt u. a. auch von den Fasern ab. Wahrscheinlich habt ihr damals eher robuste Wollen eher dick verarbeitet, da kann der Drall sich nicht so stark durchsetzen.
Bei deinem konischen Pullover würde ich allerdings auch auf unterschiedliche Garnstärken tippen. Wenn es am Drall läge, hättest du eher ein Parallelogramm fabriziert. Kann es sein, dass du länger nicht gestrickt hast und nach einem lockeren Start wieder nach und nach fester geworden bist (oder umgekehrt) bis du wieder "deinen" Strickstil gefunden hast.

Ich wasche die fertigen Stränge immer, nur so ist das Garn fertig und man erlebt beim Stricken keine unliebsamen Überraschungen. Gerade bei gekräuselten, feinen Fasern wie Merino kann sich das Garn noch sehr verändern. Beim Waschen gebe ich eine Spritzer Wollwaschmittel zu. Spüli nimmt man eher für ungewaschene, fettige Wolle.


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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Mo 23. Jan 2017, 15:59 
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CD-Spindel

Registriert: Sa 21. Jan 2017, 16:33
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Vielen Dank für Deine Antwort, Tulipan.

Wir haben damals unterschiedliche Wollen versponnen und verstrickt. Aber ich weiß eben nichts über die Schafrassen und auch nicht, wo die Wolle her kam.

Meine Mutter hat z.B. einmal aus der Flocke gesponnen und ihre Garne meist verzwirnt. Anfangs habe ich auch gezwirnt, aber ich mochte dann das Aussehen von Einfachgarn lieber. Außerdem wird gezwirntes Garn so dick. Das passte dann nicht zu meinen Vorstellungen von meinen Strickarbeiten. Das Einfachgarn habe ich aus Wolle gesponnen, die im Kardenband vorlag und fluffig war. Trotzdem war mein Garn nicht besonders dünn, da stimmt. Das habe ich irgendwie nie hinbekommen.

Bei meinem Gotlandschaf habe ich das Einfachgarn beibehalten und versucht, so dünn wie möglich zu spinnen und habe darauf geachtet, das Garn nicht zu überdrehen. Mit der Wolle ist mir in der Tat dünneres Garn gelungen, aber keins, was ich „dünn“ nennen würde.

Ich habe das Strickstück mehrfach wieder aufgetrennt und neu angefangen, weil ich mich mit der Maschenzahl mehrfach vertan hatte. Das Strickbild ist eigentlich schön gleichmäßig. Bei glatt rechts stricken ist man ja auch schnell wieder drin.

Ich habe gesehen, dass man hier in diesem Thema Fotos anhängen kann, also mache ich das mal:

Dateianhang:
Gotlandschaf_gesponnen_Spinnforum.jpg


Dateianhang:
Gotlandschaf_3_Spinnforum.jpg


Tulipan hat geschrieben:
Ich wasche die fertigen Stränge immer, nur so ist das Garn fertig und man erlebt beim Stricken keine unliebsamen Überraschungen. Gerade bei gekräuselten, feinen Fasern wie Merino kann sich das Garn noch sehr verändern.


OK, dann mache ich das in Zukunft auch. Die Erklärungen klingen auf jeden Fall schlüssig. Ich kenne das noch, dass man fertig gestrickte Stücke mit einem nassen Handtuch dämpfen soll (unabhängig von selbstgesponnener Wolle). Ich fand das schrecklich, weil die Fluffigkeit dann weggedämpft war. Ich habe das später nicht mehr gemacht. Aber die fertig gesponnene Wolle als Zwischenschritt waschen, das werde ich in Zukunft übernehmen. Danke.

Tulipan hat geschrieben:
Beim Waschen gebe ich eine Spritzer Wollwaschmittel zu. Spüli nimmt man eher für ungewaschene, fettige Wolle.


Ah, OK, danke. Ich habe nur Fein-/Wollwaschmittelpulver, kein flüssiges. Aber das geht dann ja sicher auch. Neutralseife hätte ich ansonsten noch... Aber die habe ich bisher noch nicht zum Wolle waschen eingesetzt...

Soweit erstmal. Für die Antworten im anderen Thread brauche ich noch ein wenig Zeit.


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Schöne Grüße
Carlina wie die Silberdistel


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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Mo 6. Feb 2017, 20:47 
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Spinn-Stöckchen

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Du musst das gesponnene Garn nicht unbedingt richtig waschen. Ich lege meine Garne einfach in lauwarmes Wasser und gebe eine Winzigkeit Haarspülung dazu. Geht aber auch ohne..
Durch das Bad fluffen die Fasern schön auf. Meine Merinogarne werden dann fast doppelt so dick. Machst du das nicht und wäscht erst das fertige Strickstück irgendwann, dann verändert sich das Garn erst dann und verändert das Aussehen des Strickstücks unter Umständen ziemlich stark.

Vor dem waschen unbedingt ein paar Mal locker abbinden in Form einer 8, damit sich das Garn nicht verheddert


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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Mo 13. Feb 2017, 12:39 
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Anonymer Nutzer

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Ich habe bisher nur Schafwolle versponnen (auf dem Rad). Wenn man das einfache Garn dann verstrickt, verzieht sich das Gestrickt immer stark schräg (entsprechend dem Drall des Garnes), es sei denn man strickt Rippen (was dann den Drall immer wieder aufhebt).
Zwirnen löst zwar dieses Problem des Schrägziehens, aber ich finde die Strickware dann weniger weich als bei Einfachgarn.
Ich habe folgende praktische Lösung: Dämpfen im Dampfkochtopf!
Ich drehe Knäuel mit einem Garnwinder. Der Garnwinder erzeugt Knäuel, die sehr locker und damit luftdurchlässig sind. Ich gebe dann in einen Dampfkochtopf wenig kaltes Wasser auf den Boden, lege dann das Dampfgitter auf den Topfboden (der Wasserstand muss unter dem Dampfgitter liegen!). Dann lege ich die Wollknäuel locker in den Topf (die Knäuel dürfen nicht im Wasser liegen!), schliesse den Dampfdruckdeckel und erhitze das ganze auf dem Herd langsam bis der Innendruck bis zum zweiten Ventilring gestiegen ist. Danach den Topf vom Herd nehmen, langsam abkühlen lassen (wichtig!! ja nicht abschrecken!!). Wenn der Druck entwichen ist, die Wollknäuel entnehmen und an der Luft gut trocknen lassen. Bitte die Knäuel locker in den Topf legen, nicht drücken, da sonst der Dampf nicht genügend zirkuliert.
Das so gedämpftem Wollgarn ist in seiner Drehung fixiert, das heisst, es weist weniger Drall auf und das Gestrickte wird viel weniger schräg.
Wer es sich nicht traut, macht es zuerst nur mit einem Knäuel - dann bekommt man Vertrauen in die Methode.


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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Mi 22. Feb 2017, 10:59 
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Tahkli
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Ich lege meinen fertigen Strang ins Enrspannungsbad- meist über Nacht. Übrigens, wenn du nur Einzelgarn verarbeitest ist es ja klar, dass dein Strickstück sich verzieht- es hat ja nur den Rechtsdrall. Beim Verzwirnen linksherum geht es ja auch um Ausgleich. Deshalb gibt es die Verfahrenstechnik für Singelgarne. Die werden nicht so drallig versponnen und dann doch schon gedämpft usw, damit die Fasern untereinander Halt bekommen. Speziell für Singelgarne kann man die Arbeitsschritte im Netz nachlesen. Viel Freude noch.

_________________
Herzliche Wollgrüße aus Sachsen

http://spitzewolleundh6.blogspot.com


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