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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Di 28. Dez 2010, 00:11 
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Großes Wollrad

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Energized Singles ist mir schon ein Begriff, wobei ich den Begriff Dochtgarn anders besetzen würde ;-) Ist aber eher ne Definitionssache.

Oder hast Du mich gar nicht direkt gemeint?

Im Prinzip kann ja beim spinnen jeder so seine Schiene fahren, da ist Platz für relativ viel, mit dem nötigen Hintergrundwissen, da stimme ich Dir schon zu .

Karin


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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Di 28. Dez 2010, 08:58 
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Taiga-Rad
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Mein fertig Gesponnenes wasche ich immer. Unliebsame Überraschungen bei fertig gestrickten Pullis mag ich gar nicht.

Bevor ich anfing zu spinnen, hab ich mit gekauftem Garn ein paar solche gemacht. Eine Jacke lief bei jeder Wäsche mehr aus, trotz liegendem trocknen. Inzwischen könnte ich sie schon bald rund um mich herum wickeln. Zwei Pullis liefen beim ersten Waschen (Handwäsche sehr behutsam) so ein, dass sie nachher meiner kleineren und dünneren Schwester passten. Das beste jedoch passierte bei einer Strumpfhose, die ich auf Wunsch meiner Nichte mit verschieden farbigen Beinen strickte. Das rote Bein blieb gleich, das blaue Bein filzte von Mal zu Mal mehr. Die Garne waren von der gleichen Qualität, bloss anders gefärbt.

Es nimmt definitiv weniger Zeit in Anspruch, die Wolle zu waschen, als einen Pulli neu zu stricken, vom vorhergehenden Spinnen mal ganz zu schweigen.

Allerdings glaube ich nicht daran, dass man mit Ausschlagen und Beschweren den überschüssigen Drall rauskriegt, ausser wenn es sehr wenig zuviel ist. Wenn das Garn trocken ist und das Gewicht weg, dann dreht sich der Strang wieder.


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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Di 28. Dez 2010, 13:54 
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Taiga-Rad

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Shorty, wenn du keine Filzprobe machst - woher weisst du dann, wie sehr das Stück schrumpft? Das Waschen des Garnes vor dem Stricken ändert ja nichts dran, dass das Strickstück in der Waschmaschine dann noch mal einläuft (ich erinnere mich da an einen roten Pulli, schnief...)

Ich verarbeite selten verschiedene Materialien miteinander und bleibe meistens sogar bei einer Schafrasse (schon aus Rauheitsgründen). Ausserdem strickfilze ich selten (ist irgendwie zu viel Arbeit - zuerst Spinnen und Stricken, nur dass dann noch Filz rauskommt, wenn man doch gleich die Faser filzen könnte. Nur dass es schon genügend Filzkünstler gibt, das muss ich nicht auch noch anfangen.) - nur für Taschen und Topflappen, und davon verkaufe ich nicht viel (mache also nicht viel nach) - und die Topflappen sind meistens aus Garnresten von grösseren Projekten, also auch schon gewaschen.

Mein letzter Angora-Seidenschal (jeweils reines Garn, ein Kettfaden Angora, einer Seide, ditto für Schuss) blieb glatt - Leinwandbindung bietet wohl nicht genug Spielraum für unterschiedliches Einlaufen. Die Woll-Angora-Schals (Wolle als Kette, Angora als Schuss) sind beim Waschen auch brav geblieben (und viel weniger und widerwilliger eingelaufen als gedacht - ich war kurz davor, sie in die Waschmaschine zu packen).

Für Stricksachen, wo's auf die Passform ankommt, wasche ich mein Garn auch vorher! Aber bei einem Schal kommt es auf ein paar Zentimeter hin oder her nicht an - da habe ich Singles schon direkt von Spindel oder Spule runter verstrickt.

Ciao, Klara

PS: Dass man Stoff VOR dem Zuschneiden waschen muss, steht in jedem (amerikanischen) Schneiderbuch. Habe ich bloss zu spät gelesen - jetzt habe ich ein etwas engeres Mieder (aus gekauftem beigen Polsterstoff).

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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Di 28. Dez 2010, 15:13 
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Großes Wollrad

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:-)) Nein evlt falsch ausgedrückt, freilich mach ich ne Filzprobe :-))) Ich strickfilze allerdings sehr wenig.Ist schon anders, wenn man die Wolle vor dem Stricken trotzdem wäscht, wenn ich mal von nem maximal Auffluffen von 25 % ausgehe ist die Wolle viel dicker. Man möchte ja letztlich auch beim Strickfilzen eine bestimmte Haptik haben. Für Topflappen eher weniger relvant ;-)
Nicht gebadete Wolle erscheint dünner als sie theoretisch ist, man verschätzt sich da mit der Nadelstärke und der LL, die man ja trotzdem zuordnen muss, auch beim Strickfilzen. Auch den Verbrauch muss man abschätzen.
So meinte ich das, ist viel schwieriger aufzuschreiben, als zu zeigen glaub ich ;-)
Wenn Du mit Deiner Methode gut zurecht kommst, ist das ja auch in Ordnung :-)

Da ich meine Stränge alle bade und im Schrank lagere kann ich völlig ohne Schwierigkeiten nen Strang rauspicken,wenn mir danach ist, verstricken, filzen, völlig egal, auch die verschiedensten Materialien zusammen kombinieren,Schafrassen, egal wie stark sie aufflufften, sofern die Haptik bzw. die Dicke passt.
Gerade bei den Fair Isle , Norweger oder auch dem Vielfarbenstricken sind das zig verschiedene Qualitäten auch bei Industriewollen wenn man nach Anleitung strickt.
Würden die sich beim 1. Waschen alle anders verhalten , wäre das für ein flächiges Strickstück eher weniger geeignet.Kommt halt einfach auf die Arbeitsweise an. Hier lagern ca 50 Stränge unterschiedlichster Farben , Machart.Würde ich das nicht einheitlich machen, wüsste ich das später nicht mehr, wie ich vorgegangen bin. Mir ist es so einfach lieber.
Das mit dem Stoff waschen vor Zuschneiden stimmt schon, ist trotzdem manchmal sehr hinderlich.

Karin


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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Mi 29. Dez 2010, 12:47 
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Taiga-Rad

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Eben, wie man's macht ist egal, Hauptsache, man kriegt das gewünschte Ergebnis. Deswegen hat mich dein "du solltest schon waschen" ja so gewundert ;) Wenn ich grössere Projekte plane, mache ich die in einem durch - vom Rohwolle waschen bis zum Stricken/Weben. Zum Verkauf gesponnene Stränge sind die einzigen, die rumliegen - und die sind gewaschen. Im Endeffekt sieht's bei uns also ähnlich aus :)

Wobei ich übrigens gerade sehe, dass bei einer Belfast Mini-Mill (für die habe ich die Infos hier - wie's in grossen Spinnereien aussieht, weiss ich nicht) zwischen Spinnen und Aufwickeln höchstens noch ein Dämper reinkommt - da wird nichts mehr gewaschen. Und ich stelle mir vor, wenn unter Spannung gedämpft und dann aufgewickelt wird, wird der Faden höchsten noch mehr gedeht... (weshalb laut Besprechungen verschiedene Industriewollen beim Waschen der Maschenprobe auch unterschiedlich auffluffen/einlaufen).

Es kommt ja auch sehr auf die Wolle an, wie sehr sie beim Waschen aufflufft und kürzer wird - bei im kurzen Auszug gesponnenem Thônes et Marthod und Mohair ist das z. B. sehr wenig, so dass es sich wirklich nicht rentiert, das Garn für die Tasche vorher zu waschen. Bei Merino säh's anders aus...

Ciao, Klara

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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Fr 24. Feb 2012, 17:20 
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Kreuzspindel

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Der Thread ist alt, das Thema aber aktuell....

Ich würde gerne das frischgesponnene Garn waschen, aber ich habe kein Haspel. Im Knäuel waschen und das dann auf die Heizung legen damit es ganz sicher und schnell trocknet, ist sicherlich auch keine gute Lösung.

Daher meine Frage: Wie kann man ohne besondere Gerätschaften das Garn waschen ohne dass es verfitzt und verknotet und wie bzw worauf wickelt man es im nassen Zustand auf bis es wieder trocken ist?

Und: Klares Wasser oder mit Wollwaschmittel? Lauwarm, warm oder kalt?


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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Fr 24. Feb 2012, 17:47 
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Großes Wollrad
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Bevor ich eine Haspel hatte, habe ich die Wolle immer um einen Pappkarton (Stuhllehne geht auch) gewickelt.

Ich lege den Strang Wolle immer in warmes Wasser und lasse ihn darin baden, bis das Wasser abgekühlt ist. Ob ich Tenside dazugebe kommt darauf an, wie sauber die Wolle vor dem Verspinnen war :D

Dann hänge ich ihn tropfnass auf und lasse ihn trocknen.

LG Maren

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... übrigens ... Plattdeutsch ist KEIN Dialekt, sondern eine international anerkannte Sprache ! :-)
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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Sa 25. Feb 2012, 12:08 
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Kreuzspindel

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Die Idee mit dem Pappkarton finde ich gut - werde ich so machen.

Was das Waschen angeht, muß ich noch mal fragen: Also, die Wolle, die ich verspinne, ist kardiert und gekämmt und absolut sauber, sie riecht auch nach nichts, was ich toll finde.

Aber es geht ja wohl weniger um das Reinigen als darum, den Drall zu festigen, wenn ich das richtig nachgelesen habe.
Dann genügt es also, den Strang dann in klares warmes Wasser zu legen bis es ausgekühlt ist, aufzuhängen und trocknen zu lassen?
Sollte man den Vorgang vielleicht mehrmals wiederholen, um späteres Einlaufen/Ausleiern nach dem Waschen des Strickstücks zu vermeiden?

LG und ein schönes WE
Zöpfchen


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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Sa 25. Feb 2012, 12:14 
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Großes Wollrad

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Mehrmals wiederholen musst Du das zum Drall festsetzen nicht.

Und man kann nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass alle maschinel gereinigten Vliese super sauber sind.
Manche sinds, andere nicht :-))

Karin


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 Betreff des Beitrags: Re: Arbeitsschritte nach dem Spinnen
BeitragVerfasst: Sa 25. Feb 2012, 15:48 
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Taiga-Rad

Registriert: Sa 12. Jul 2008, 12:48
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Zöpfchen hat geschrieben:
Also, die Wolle, die ich verspinne, ist kardiert und gekämmt und absolut sauber,


Hast du sie selbst vorbereitet oder ist sie maschinell bearbeitet worden? In letzterem Fall kannst du beim Waschen eine grosse Überraschung erleben - laut Alden Amos sei kardieren/kämmen im grossen Stil ohne Ölzusatz technisch unmöglich; ich weiss nur, dass ich aus Strängen, die ich aus gekauftem Kammzug gesponnen habe, schon erstaunliche Dreckbrühen gewaschen habe. Weshalb ich jetzt meistens ein paar Tropfen Spüle zugebe - die dann natürlich gründlich ausgespült werden müssen, was die ganze Aktion verlängert.

Ob du die Wolle im Badewasser auskühlen lässt, bleibt dir überlassen - ich hole sie meistens nach ein paar Minuten wieder raus (ausser, ich vergess' sie). Oder ich knete sie nur kurz durch. Oder länger, wenn sie angefilzt werden soll. Ich hänge Wolle immer auf, ohne sie zu beschweren (will den Strang ja nicht in die Länge ziehen), und dreh' dann während des Trocknens ein paar mal um (dass das, was vorher unten war - und wo das ganze Wasser hin lief - jetzt oben ist).

Eine Niddy Noddy lässt sich übrigens spielend leicht und blitzschnell aus einem PVC-Rohr und 2 in der Grösse passenden T-Verbindungsteilen basteln. Das wäre dann die Haspel zum Strangwickeln. Zum Abwickeln wären zwei helfende Hände am allerbequemsten - sonst Stuhllehne(n).

Ciao, Klara

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