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 Betreff des Beitrags: "Ändert" umspulen die Drallstärke?
BeitragVerfasst: Fr 20. Mai 2016, 15:07 
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Kreuzspindel

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Eine vielleicht ganz doofe Frage:
Ich habe ein NoName-Dachboden-Fundstück-Spinnrad mit eben einer passenden Spule. Ich hab schon versucht eine passende Spule dazu zu kaufen, allerdings sind die zu groß, zu lang, das Loch zu klein,....etc.
Jetzt hab ich mir zwei Bobbins(?) gekauft, Göttergatte hat mir eine Lazy Kate gebaut und ich möchte mein gesponnenes Garn auf die Ersatzspule umspulen, einen zweiten Single spinnen, wiederum umspulen und beide dann miteinander verzwirnen.

Nun zu meiner Frage: wenn ich einen Single umspule, nehme ich ihm dann wieder Drall heraus? Oder mehr Drall hinein? Und in welche Richtung sollte man arbeiten, soll sich das Schwungrad im Urzeigersinn drehen wie beim Spinnen oder entgegen gesetzt wie beim Zwirnen?

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Liebe Grüße, Michaela

Fallen ist weder gefährlich, noch eine Schande . Liegenbleiben ist beides! ( Konrad Adenauer )


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BeitragVerfasst: Fr 20. Mai 2016, 17:29 
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Flügelspinnrad

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Wenn Du einfach nur umwickelst und das Garn dabei seitlich abziehst, dürfte sich der Drall nicht ändern.
Wobei mir nicht ganz klar ist, wie ich mir das mit dem Umspulen genau vorstellen muss.
Wenn es vorne durchs Spinnrad läuft und sich die Spule im Rad dreht, ist eine Dralländerung möglich.

Ich verwende gerne einen (simplen Plastik-) Wollwickler, auf dem man so kreuzgewickelte Knäulchen machen kann.
(Die sehen dann aus wie hier auf dem obersten Bild: https://hummelbrummel.blogspot.de/2015/ ... range.html)

Damit kann man sehr gut den Faden mit sich selbst verzwirnen: Das eine Ende kommt das der Mitte, das andere von außen.
Damit es nicht allzuviel Gewurschtel gibt, sollte man das Garn eine Weile auf der Spule ruhen lassen, damit der Drall "einschläft" und ich finde es auch hilfreich, beim Abziehen vom Wollwickler einen Stopfpilz in die Mitte des Knäuls zu stecken und beim Zwirnen drinzulassen. (Das halte ich dann zusammen in der einen Hand, also Stopfpilz mit Knäul.)
Das minimiert die Unordnung.
Bei dieser Methode ändert sich der Drall im Single, aber das ist so wenig, dass es mich nicht stört.
Obwohl ich viele Spulen habe, verwende ich sie trotzdem oft, weil man ohne Reste Zwirnen kann.

Für größere Garnmengen bei zuwenig Spulen habe ich mir leere Röhrchen von Multivitamtinbrause etc so gelocht, dass ich sie längs auf die Lazykate stecken kann.
Dann habe ich das Garn mit dem Knäulwickler gewickelt, beim Abziehen vom Wickler das Röhrchen in die Mitte des Knäuls geschoben (damit innen alles schön in Ordnung bleibt) zwei (bzw drei - ich machte daraus auch schon Dreifachzwirn) solche Röhrchen-Knäule auf die Lazykate gesteckt und von da aus gezwirnt.
Bei dieser Methode drehen sich die Knäule auf der Kate mit - der Drall bleibt original.
Ich hoffe, das war einigermaßen verständlich.

Viele Grüße
Hummelbrummel

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BeitragVerfasst: Fr 20. Mai 2016, 18:11 
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Kreuzspindel

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Danke Hummelbrummel das hat mir schon ein wenig weiter geholfen, den ich hab gar ich bedacht, dass es ja einfach auch geht: ich war fest drauf fixiert, den Faden von der Spule (die auf der Kate liegt) duch das Einzugsloch, über den Flügel auf die Bobbins -Spule wickel. (Die sind zum normalen spinnen zu kurz,da muss ich vorne und hinten eine Schraubenmutter einlegen damit sie nicht hin und her rutscht.)
Aber das Ganze mit Einzugsloch usw kann ich mir ja sparen. Warum den einfach wenn's auch kompliziert geht... :lol:

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BeitragVerfasst: Fr 20. Mai 2016, 23:28 
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Spinning-Jenny
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So - jetzt wiederhole ich einiges, was Hummelbrummel auch schon geschrieben hat, während ich meine Lütte ins Bett gebracht habe, bevor ich dieses hier endlich abschicken konnte:

Zitat:
Jetzt hab ich mir zwei Bobbins(?) gekauft, Göttergatte hat mir eine Lazy Kate gebaut und ich möchte mein gesponnenes Garn auf die Ersatzspule umspulen, einen zweiten Single spinnen, wiederum umspulen und beide dann miteinander verzwirnen.

ähh .... ich weiß nicht ganz, was Du mit Bobbins meinst ('bobbin' ist einfach der englische Begriff für 'Spule') (Hast Du vielleicht ein Bild davon oder ein Link zu einem Bild/Produktbeschreibung?)

Wie willst Du denn das umspulen?

Zitat:
Nun zu meiner Frage: wenn ich einen Single umspule, nehme ich ihm dann wieder Drall heraus? Oder mehr Drall hinein? Und in welche Richtung sollte man arbeiten, soll sich das Schwungrad im Urzeigersinn drehen wie beim Spinnen oder entgegen gesetzt wie beim Zwirnen?

Eigentlich sollte es möglich sein, das ganze umzuspulen, ohne am Drall (der Drehung) irgendwas zu ändern.

Es kommt aber darauf an, aus welcher Richtung aufgewickelt und wieder abgewickelt wird.
z.B. bei einem Wollwickler wird ja der Faden seitlich in 90°Winkel zur Wickelachse zugeführt, aber man entnimmt den Faden meist in Richtung der Wickelachse nach oben ab - dadurch fügt man entweder Drall zu oder nimmt welchen ab - je nach Spinn-/Zwirnrichtung und Aufspulrichtung.

Das ist sozusagen das Klopapier-Phänomen:
Wenn Du Klopapier auf einem Klopapierhalter abrollt, verdreht sich ja nichts. Stellst Du aber die Klorolle mit der flachen Schnittstelle auf den Boden und ziehst die Klopapierschlange nach oben hoch, wirst Du sehen, dass diese verdreht ist.

In der Regel fällt dieses Phänomen nicht wirklich ins Gewicht, da es sich nur im wenige zu- oder abgeführte Drehung handelt. Nur bei sehr dicken und wenig gedrehten Garnen kann das 'Auflösende Eigenschaften' haben.

Oder willst Du die 'Bobbins' mit Hilfe Deines Spinnrades neu aufspulen?
Das geht ... nur müsstest Du darauf achten, dass sich beim Umspulen entweder nur der Spinnflügel- oder nur die Spule dreht, um sicherzugehen, dass sich die Drehung (Drall) nicht ändert.
Je nachdem ob Du ein zweifädiges Rad, eines mit Spulen- oder Flügelbremse hast, würde das unterschiedlich ablaufen.
Mit Flügel- oder Spulenbremse einfach die Bremse ganz doll anknallen, so dass sich der Flügel- bzw. die Spule nicht mehr mitdreht. Beim Zweifädigen würde ich beide Antriebsriemenschlaufen nur über die Spule legen und den Spinnflügel irgendwie festsetzen. In dem Falle wäre die Drehrichtung egal.
Ich mache dies öfters, weil ich lieber auf dem Rad zwirne als auf der Handspindel. Also spule ich von der Handspindel auf eine Spinnradspule um ...

Wenn Du nur eine Spule bei Deinem Spinnrad hast, ist das gar kein Problem. Dann wickelst Du Dir einfach das Garn von einer Spule auf einen 'Center-Pull'-Knäul d.h. ein Knäul, bei dem man den Faden aus der Mitte heraus abspulen kann ohne dass das Knäul herumrollt (zwar besteht da das 'Klopapier-Drall-Problem', aber wie gesagt ist das meist nicht tragisch).
Solche Knäul kann man mit einem Knäulwickler, mit einem Wickeldorn oder Nostepinde wickeln oder auch einfach über einer Klorolle oder Küchenpapierrolle. Es wären also keine weiteren Gerätschaften nötig.
Hier ein bißchen Lesestoff dazu aus dem Forum:
Wickeldorn, ja oder nein?
Nostepinde - ein manueller Knäulwickler

Wenn Du auf Klopapierrollen wickelst, kannst Du diese auch in einen Faulenzer (Spulenständer, engl.: Lazy Kate) hängen (wobei da Faulenzer mit 'liegenden' Spulen besser funktionieren als solche mit aufrechten Spulen)

Natürlich könnte man alternativ auch normale runde Knäuls wickeln und diese in zwei Schüsseln oder unter zwei umgedrehte Tonblumentöpfe legen, damit sie nicht umherrollen.

Vielleicht hilft Dir auch das weiter:
Wer baut Ersatzspulen nach für nicht mehr gebaute Räder

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BeitragVerfasst: So 22. Mai 2016, 20:25 
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Kreuzspindel

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:oops: Ohje man merkt die blutige Anfängerin...
Ich meinte Spulen. Allerdings sind diese aus Plastik und wurden nur als Bobbins bezeichnet. Daher dachte ich dieses spezielle Material, Form usw würde denn dann Bobbins genannt.
Ich versuche es einfach mal mit einem von meinen Testspinnfäden.
Einen Knäuelwickler hätte ich auch zur Not...

Allzu viel Geld in spezielle Spulen, vllt sogar als Sonderanfertigung möchte ich im Augenblick nicht rein hängen, da ich evtl mir irgendwann ein neues Rädchen kaufen möchte. Irgendwann 2016... ;) :D Da mein Dachboden-Flohmarkt -Stück doch schnell an seine Grenzen kommt.

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BeitragVerfasst: Mo 23. Mai 2016, 08:03 
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Flügelspinnrad

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Wenn Du sowieso einen Knäulwickler hast, dann nimm doch den.
Als "Notlösung" würde ich das nicht empfinden, das ist ein erprobtes und bewährtes Verfahren.

Schau mal, hier kann man das ganz gut sehen: https://www.youtube.com/watch?v=e41SC4894Pw

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BeitragVerfasst: Mo 23. Mai 2016, 08:15 
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Flügelspinnrad

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Und weil ich gar nicht neugierig bin, würde ich so gerne mal ein Foto von Deinem Rädchen sehen.
Und vielleicht auch von diesen Bobbins? Ich kann mir da nämlich immer noch kaum was drunter vorstellen.

Anfänger waren wir übrigens alle mal. Es ist doch toll, was man alles lernen kann!
(Diese ganzen Begriffe und das Know kow gehören ja heutzutage nicht wirklich zur Allgemeinbilding. Woher soll man das denn wissen, wenn man erst anfängt, sich damit zu beschäftigen? Also mach Dir nichts draus!)

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BeitragVerfasst: Mo 23. Mai 2016, 23:04 
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Spinning-Jenny
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Zwischenbemerkung: Bilder vom Rädchen gibt es mittlerweile hier zu sehen.

Und nachdem ich das Foto und die Radkonstruktion dort gesehen habe, würde ich zum Umspulen das Garn gar nicht über den Flügel/die Häkchen laufen lassen, sofern Du auch die Zwirnspule mit dem Antriebsriemen drehen kannst.
Bei der Spinnradkonstruktion sitzt Du doch so oder so 90° zur Spinnflügelachse. Also nimm den Faden in die Hand und fang an zu treten und führe den Faden vom einen Ende der Spule zum anderen Ende immer hin und her, so dass er in gleichmäßigen dünnen Lagen auf der Spule verteilt ist. Das läuft dann beim Zwirnen viel besser ab, als wenn Du über die Häkchen Häufchen bildest. Alden Amos empfiehlt in seinem Buch sogar, dass man alle Spinnradspulen, die in Häufchen über die Spinnflügelhaken besponnen wurde, vor dem Zwirnen erst mal so umspulen.

Bei den Spulen handelt es sich wohl um diese Zwirnspulen vom Wollschaf.
Alternativ könntest Du natürlich auch diesen Einsatz und einen Akkuschrauber verwenden, wie es dort beschrieben ist.

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