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BeitragVerfasst: Mo 21. Jul 2008, 12:35 
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Akha-Spindel

Registriert: Di 8. Jul 2008, 13:51
Beiträge: 76

im alten Forum geschrieben am 21.07.2006 - 16:20


Hallo,
mir ist anlässlich des hiesigen Pheromon-Threads noch was ganz anderes eingefallen:
Eine Freundin von mir hatte eine üble Katzenflohplage, die Mieze zu entflohen brachte nichts, weil die Biester schon überall durch die Wohnung hüpften. Also rief sie den Kammerjäger. Dieser kam nicht, sondern nannte ihr eine Firma und ein Präparat, das normalerweise eben nur von Kammerjägern verwendet wird, aber frei verkäuflich ist. Grundstoff ist Pyrethrum, dieses Chrysanthemengift. Es ist eine Art Spraydose, die aber nicht mehr aufhört zu sprühen, wenn man den Knopf runtergedrückt hat. Also Mensch und Haustier evakuieren, Türen und Fenster schließen und ein paar Stunden die Wohnung verlassen. Anschließend gut lüften.
Meine Freundin wurde auf die Art nicht nur die Flöhe los, sondern auch alle Kleidermotten.

Was haltet Ihr von dieser Lösung? Ich weiß, Pyrethrum ist zwar pflanzlich, aber trotzdem nicht gerade gesund. Aber für hartnäckige Fälle? Und hat jemand Erfahrungen, ob diese kleinen Plättchen gegen Stechmücken, die man in Steckdosen steckt (auch Pyrethrum, aber viel niedriger dosiert) auch Motten killen? Wäre doch vielleicht eine Lösung für den Woll-Lagerraum?

Liebe Grüße, Lunula


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 Betreff des Beitrags: Re: die ganz dicke Keule: Pyrethrum
BeitragVerfasst: Mo 21. Jul 2008, 12:36 
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Akha-Spindel
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Registriert: Sa 27. Sep 2008, 16:08
Beiträge: 95
Postleitzahl: 26506
Wohnort: bargebuhr
Land: Deutschland

im alten Forum geschrieben am 17.04.2007 - 04:04


wo selbst pyrethrum nicht mehr hilft (motten und andere sich schnell und in hoher zahl vermehrende organismen neigen zur resistenzenbildung) dem sei die welt der organischen chemie empfohlen. wenn wirklich garnichts mehr hilft, dann gibts noch gammexan (handelsname lindan). aber bitte wirklich nur im äußersten notfall, da lindan auch menschliches nervengewebe und damit auch das gehirn stark schädigen kann. das zeug wird kaum noch verkauft, aber zum zwecke eines starken bis extremen läusebefalls (Pediculose) gibt es noch gammexanhaltige shampoos und seifen in der apotheke. und wo selbst das nichts mehr hilft, da gibts die möglichkeit, die befallenen materialien in einer kleinen kiste mit chemisch reinem nikotin zu bedampfen, das bringt in jedem fall jede kerfe um. abert vorsicht! das zeug is ein paar nummern giftiger als blausäure.

_________________
wahnsinnig mag zutreffen, doch mein wahnsinn hat methode


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 Betreff des Beitrags: Re: Pyrethrum / Pyrethroide
BeitragVerfasst: So 23. Jul 2017, 18:09 
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Spinning-Jenny
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Registriert: Mo 7. Jul 2008, 01:10
Beiträge: 3641
Postleitzahl: 24943
Wohnort: Flensdorf
Land: Deutschland
Ich habe gerade mal den Fred umbenannt in Pyrethrum / Pyrethroide um ihn allgemein über diese Giftgruppe zu verwenden.

Neben den - sicherlich nicht frei verkäuflichen - und nur durch den Kammerjäger zu verwendende Mittel, wie sie Lunula erwähnte, sowie diesen Steckdosenverdampfern oder wie man auch immer dazu sagen soll, sind synthetische Pyrethroide ja auch in Form von Mottenpapier zu finden.

Auch in Läusemitteln sind diese zu finden.

Sie sollen eher schlecht über die Haut und den Magen-Darm-Trackt aufzunehmen sein, dafür aber gefährlicher beim Einatmen. Die Verwendung der Elektroverdampfer und der Sprühanwendung durch den Kammerjäger sind also nicht ganz ohne.

Hier gibt es einen netten Artikel über die Giftigkeit von Pyrethroiden:
https://www.allum.de/stoffe-und-ausloes ... itsrisiken

Allerdings geht er nicht weiter auf die Verwendung in Mottenpapier usw. ein, sondern nur auf Holzschutz- und Insektengift (z.B. in der Forst- und Landwirtschaft), als Läusebekämpfungsmittel und den von Lunula verwendeten Elektroverdampfern.

Das natürliche / reine aus Chrysanthemen hergestellte Pyrethrum ist in Deutschland nicht zugelassen. Siehe auch hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Pyrethrum

Und hier noch der Link zu den Pyrethroiden bei Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Pyrethroide

In dem Mottenschutzmitteltest von Oekotest aus dem Jahre 2008 schnitten pyrethroidhaltige Mittel alle mit mangelhaft ab.
Den Test an sich kenne ich nicht - nur die Zusammenfassung hier:
http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=66550&bernr=10
Der genaue Test (4 Seite als pdf) läßt sich dort für 2,50 EUR herunterladen. Ich muss mal in mich gehen, ob es Sinn macht, Geld für einen 9 Jahre alten Test auszugeben. Ob es diese Mittel noch alle so gibt und ob sich die Zusammensetzung mitterlweile evtl. nicht geändert haben könnte?

_________________

Meine Seiten: www.spinntantchen.de und www.nadelbindung.de



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