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BeitragVerfasst: So 23. Jul 2017, 13:30 
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Spinning-Jenny
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Zitat:
Was wäre eure Wahl nun das Spray oder Motenkugeln. Bin nach dem Lesen des Beitrages nicht viel schlauer geworden.

Anlässlich dieser Frage in einem der verschiedenen Mottenschutzmittel-Threads möchte ich hier eine kleine Übersicht der existierenden Diskussionen erstellen und einen Thread für eine allgemeine Diskussion über Mottenschutzmittel im allgemeinen eröffnen.

Methoden hauptsächlich zur Schädlingsvermeidung:
Neemöl
Pheromonfallen für Motten
Lavendel
Pyrethrum
Mottenkugeln (Naphtalin u.a.)

Methoden hauptsächlich bei Mottenbefall:
Schlupfwespen u.a. lebende Mottenfeinde
Einfrieren der Wollvorräte
Sonne (Hitze) als Mottenkiller
Befallene Wolle färben

Allgemeiner Thread mit Ratschlägen und Maßnahmen bei starkem Mottenbefall:
Mottenplage - was tun?

Sonstige Spezialfragen:
Entsorgung von mottenbefallener Wolle
Motten und Rohwolle
Motten und Alpaka
Mottenbefall im Schafwollteppich
Motten in Schuhen
Weiterverwendungsmöglichkeiten von Garn mit Mottenfraß

Und wenn Ihr Fraßstellen ohne Mottengespinste habt, dann solltet Ihr auch an einen Befall mit Teppichkäfern denken. Mehr zu dem Thema findet Ihr hier in dem Thread:
Teppichkäfer - (engl. carpet beetle)

Soweit die Liste der Schädlingsbefallthreads (Stand Juli 2017). Ich werde sie bei Bedarf und Gelegenheit natürlich ergänzen.

Wenn Ihr Euch ausführlicher über eine Methode auslassen wollt, dann verwendet bitte dafür die Einzelthreads zu den verschiedenen Methoden. Sollten Euch noch weitere Methoden bekannt sein, dürft Ihr natürlich gerne einen neuen Thread aufmachen.

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BeitragVerfasst: So 23. Jul 2017, 16:55 
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Spinning-Jenny
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Welchen Mottenschutz ich verwende?

Zitat:
Überwiegend habe ich alle Wolle in in Kisten des schwedischen Kaufhauses mit diesen Klemmen dran, die es zur Zeit nicht gibt.

Was irgendwie geht, ist bei mir in Vakuumsäcke verpackt. Alles andere ist auf dem Dachboden in ähnlichen Kisten (nicht von Ikea sondern von Bauhaus und ohne Klemmen) verpackt. Dies sind insbesondere die Sachen, bei denen ich ab und mal ran muss.

Anfangs habe ich darin nur Neemölspray verwendet. Auf die Dauer und wahrscheinlich auch, weil ich einfach nicht dazugekommen bin, das ausreichend oft anzuwenden, hat dies keinen ausreichenden Schutz geboten.
Nun bin ich dazu übergegangen, ein DinA5-Papier oben auf den Deckel derart zu kleben, dass drei Seiten mit Klebeband zugeklebt sind und eine Seite offen bleibt. In diese Tasche lege ich nun (grob) alle 6 Monate ein frisches Blatt Mottenpapier.
Also ein Mittel, was i.R. mit synthetischen Pyrethroiden arbeitet. So hundertpro wohl ist mir damit nicht, da diese Produkte bei Stiftung Oekotest alle durchgefallen waren. Außerdem muss ich die mit Latexhandschuhen auslegen, da ich den Hautkontakt damit nicht abkann. Deshalb auch das Ding mit den Papiereinschüben, damit die Stücke keinen direkten Kontakt zur Wolle haben ....
Für fertige Wollsachen im Schrank, die ich so wieder anziehen will, benutze ich das Papier nicht.

Da wende ich das Neemölspray mit Citrusduft an und habe zudem noch Räucherstäbchenpäckchen in den Fächern/Schubladen liegen.

Früher hatte ich ganz viel Wollzeugs überall in der Wohnung verteilt und alles massiv mit dem Neemspray eingesprüht. Nach jeder Sprühaktion hatte ich allerdings erst mal dicke Kopfschmerzen. Mittlerweile hat auch eine Endokrinologe davon abgeraten das Spray großflächig und viel zu verwenden. Denn es beeinflußt auch die Hormonsysteme des Menschen und sind somit gerade für Leute mit Hormonstörungen (wie ich) nicht so ohne.

Deshalb versuche ich so wenig Wolle wie möglich in der Wohnung zu haben. Auch die Wollklamotten sind auf wenige Fächer/Schubladen konzentriert, damit ich nicht den ganzen Schrank mit Neem einduften muss.

Die Wollsachen in Arbeit und Wollvorräten versuche ich auf eine Handarbeitskiste und eine kleine Schublade zu beschränken. Diese Sachen versuche ich alle paar Monate 2x durch die Gefriertruhe wandern zu lassen und regelmäßig zu sichten. Alle anderen Wollvorräte sind auf den Dachbodenraum gewandert und entsprechend verpackt und durch Antimottenmittel geschützt. So dass es sich auch möglichst nicht gegenseitig anstecken kann und leicht zu sichten sind. Spinnwolle, bei denen ich einen stärkeren Befall entdecke, werfe ich direkt in den Müll ... inkl. Verpackung/Vakuumsack.

Leider hat sich wieder zuviel Wollkram in der Wohnung angesammelt (es stehen 1-2 kleine Stofftaschen herum, zwei große Pappkisten mit Garnen auf dem Schrank und eine große Schublade unterm Bett ist auch schon wieder halbvoll) und ich habe wieder ab und an ein Viech herumflattern. Das muss ich unbedingt sichten. 1-2x einfrieren und dann mottensicher verpacken und auf den Dachboden räumen.

Ganz wichtig für die Wollvermeidung ist auch das gründliche Saubermachen. Durch das Spinnen und Weben verteilt sich ein feiner Wollstaub in der ganzen Wohnung, der sich gerne auch dort ansammelt, wo man mit dem Staubsauger nicht, nur schlecht und damit nicht oft hinkommt ... wie z.B. UNTER den Teppichen, unter Schränken und Co. Diese Wollstaubflusen, Haare, Hautreste sind auch ideales Fraßmaterial und Vermehrungsorte für Motten.
Ich hatte unter meinem Webstuhl einen Grasteppich liegen (den ich leider nicht hochnehmen konnte, weil neben dem Webstuhl an zwei Enden auch Schränke mit daraufstanden). Als ich diesen dann bei den Umräumarbeiten zur Einrichtung eines Kinderzimmers aufnahm, war unter dem Teppich teilweise eine fast durchgehende Schicht von Mottengespinsten darunter. Auch habe ich schon einzelne Mottengespinste aus den Ritzen der Dielen gepuhlt. Und als ich meinen Schrank mit geschlossenem Sockel umgestellt habe, war ich baß erstaunt, wieviel Staub und vereinzelte Mottengespinste sich dort drunter angesammelt haben.
Nun entferne ich 1x im Jahr die untersten Schubladen meiner Kleiderschränke und sauge darunter. Auch sauge ich beim gründlicheren Saubermachen mit der kleinen Düse alle Dielenritzen ab.
Alle Teppiche in der Wohnung sind aus mottenresistentem Material (Sisal, Seegras, Baumwollflickenteppiche u.ä.). Der letzte (leider auch selbst gewebte) Wollteppich flog nach dem ersten Jahr Seefahrtszeit aus der Wohnung, weil darunter die Motten sich derart wohlgefühlt haben. Wenn man ihn regelmäßig absaugt, besser noch ausklopft und regelmäßig umdreht, mag das ja noch gehen. Aber in einer Wohnung, die immer mal wieder 4-6 Monate unbewohnt war, ging das gar nicht mehr.

Alle meine Teppiche liegen nun so, dass ich sie mind. 1x im Jahr hochnehmen, ausklopfen und darunter gründlich saubermachen kann. Und wäre es nicht eine EG-Wohnung mit unisolierter Kellerdecke, hätte ich gar keine Teppiche mehr.

Wenn Motten Spinnwolle futtern, ist das ja schon doof. Noch ärgerlicher wird es, wenn es das selbstgesponnene Garn ist, das man evtl. im Geiste auch schon für ein bestimmtes Projekt verplant hatte.
Deshalb achte ich darauf, dass das Garn nach Fertigstellung entsprechend heiß badet, so dass darin auch Motteneier kaputtgehen sollten und nach dem Trocknen wird es dann weggepackt.

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 Betreff des Beitrags: Das Insektizid Chlorpyrifos
BeitragVerfasst: So 23. Jul 2017, 19:08 
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Spinning-Jenny
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Ich bin jetzt gerade über einen weiteren Wirkstoff gestolpert, der auch (neben den synth. Pyrethroiden) in Mottenpapieren verwendet werden soll:

Chlorpyrifos



Dieser ist in den USA verboten, hier in der EU aber wohl (noch) nicht.
Was ich jetzt so auf die Schnelle darüber durchgelesen habe, scheint mir dieser Stoff ein ganz anderes Kaliber zu sein in puncto Gefährlich- bzw. Giftigkeit wie die Pyrethroide. Werde wohl mal ganz schnell schauen, welches Insektizid in meinem Mottenpapier vertreten ist und werde in Zukunft darauf achten, lieber solches mit Pyrethroiden zu verwenden.

NACHTRAG:
Zitat:
... In Deutschland dürfen seit 2009 keine Präparate mit Chlorpyriphos als Wirkstoff mehr vertrieben werden ...

Quelle: Wikipedia über Chlorpyrifos, Link s.u.



Hier ein paar Links zu Chlorpyrifos:
http://www.purenature.de/fachinfo-chlorpyrifos
https://de.wikipedia.org/wiki/Chlorpyrifos

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