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BeitragVerfasst: So 6. Feb 2011, 20:02 
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Spinn-Stöckchen
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Registriert: So 6. Feb 2011, 01:08
Beiträge: 6
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Wohnort: Untersiggenthal / Schweiz
Land: Schweiz
Eine Geschichte, die sich immer wiederholt. Ein Museumsbesuch, oder ein Buch über die einheimische Achäologie und da ist er... atemberaubend schön... ein Jauchzer des Entzückend... diese Form, dieses Muster und ich weiss genau, mit was ich mich in meiner Freizeit in den nächsten Wochen beschäftigen werde: Diesen Wirtel reproduzieren.

Auch mit dem Schaft begann es so. Ich klebte förmlich an der Museumsvitrine des Museums in Avenches und schmachtete diese absolut genialen Spindelschäfte aus der gallorömischen Epoche der frühen Kaiserzeit an. "Haben will... HABEN MUSS!!!" Das war die Geburtstunde des Handspindelproduktion und auch der Handspindel AVEN. Sie ist die Reproduktion der gallorömischen Spindel von Aventicum und der Anfang einer grossen Leidenschaft.

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Die AVEN ist schlicht, doch sie brigt einige kleine Geheimnisse. Ich nenne sie gerne die "Universalspindel". Ob Anfänger oder Fortgeschrittene, mit ihr scheinen alle umgehen zu können. Zudem ist sie bei den Geschichtsdarstellern eine beliebte Spindel, denn ihre Form ist zeitlos. Von der Jungsteinzeit bis ins hohe Mittelalter tritt diese Wirtelform immer wieder auf. Zudem kann man mit ihr feine bis mittelgrobe Wolle spinnen und sie eignet sich durch ihr Gewicht wunderbar zum Flachsspinnen.

Jede der Spindeln auf http://www.handspindel.ch hat ihre eigene kleine Geschichte. Meine neueste Entdeckung ist gerade in Produktion. Das Original, eine Linsenhandspindel, wurde in einem Pfahlbauerdorf am Neuenburgersee entdeckt. Ich reproduziere diese Wirtel nun in Teller-, und Linsenform.

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Das ist die Neolit. Hier noch in Rohform und ungebrannt. Im März ist sie erhältlich. In ihrer Art, wie die TENE, leicht und rundlich, ist sie schnell, aber mit einem langen Drall, gut geeignet für Anfänger und Fortgeschrittene und für feinen bis mittelfeinen Faden.

Apropos TENE, auch eine Reproduktion einer Handspindel aus dem Neolithikum aus der Gegend des Neuenburgersees, ist der ultimative Renner bei den Kindern.
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Warum das so ist, hab ich noch nicht heraus gefunden.

SIS und SISSA (Die Namensverwandschaft ist kein Zufall) sind Repros von Hallstattzeitlichen Handspindeln aus dem Ort Sissach.
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SIS

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SISSA

Das Original der SIS ist allerdings eine Linsenhandspindel. Die findet man bei mir in Form der Mini-SIS.
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Mini - SIS
Sie gehört bereits zu den Turbos und eignet sich zur Produktion von hauchdünnen Fäden.

Doch wer Hauchfeines spinnen will, ist bei der gallorömischen VINDO in bester Gesellschaft.
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Soviel fürs Erste von Handspindelrepros und was sie drauf haben. Ich finde es immer wieder spannend, wie man die verschiedenen Wirtel am Besten einsetzen kann.

Bis zum nächsten Mal und spinnt recht schön. ;)

Gruss Renat

_________________
http://www.handspindel.ch/


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BeitragVerfasst: Mo 7. Feb 2011, 19:31 
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Tahkli

Registriert: So 19. Dez 2010, 09:50
Beiträge: 222
Postleitzahl: 1792
Land: Schweiz
Nun denn, dann will ich als Kundin doch gleich meine Erfahrungen mitteilen.
Bestellt man sich bei Renat so eine Spindel, bekommt man den gewünschten Wirtel und einen - wie oben beschrieben - wirklich ansprechenden Schaft dazu. Als Schmankerl ein Täschchen für die Spindel und eine Kurzanleitung. Weiter eine Garantie: Sollte der Wirtel brechen (oder der Schaft auf dem postalen Weg ;) ), wird er umgehend ersetzt. Schliesslich das liebevolle Angebot, dass man sich mit Fragen jederzeit an sie richten darf.
Das alles begeisterte mich!

Gekauft hab ich mir die Aven-Spindel, ein anbetungswürdiges hübsches Ding. Leider muss ich ehrlich sagen, dass ich anfangs grosse Mühe hatte, damit fliegend zu spinnen. Nachdem ich es aber mit Hilfe einer CD-Spindel hingekriegt hatte, klappte es dann auch mit der Aven plötzlich problemlos (scheint der berühmte nötige "Klick" gewesen zu sein, bei mir klappte der halt nur über die grosse CD-Spindel.). Tatsächlich, wie Renat schreibt, kann man mit ihr sowohl dicke als auch wirklich dünne Fäden spinnen. Der Vorteil dieser Spindel: Sie ist klein und äusserst handlich, passt in jede Handtasche und - je nach Jacke oder Mantel - auch in eine Seitentasche.

Jetzt aber meine Frage, Renat: Wie bist du eigentlich drauf gekommen, selber Handspindeln herzustellen? Magst du darüber was erzählen?
Edit: Blöd, du hast es ja geschrieben - beim Besuch in Avenches und dem Habenmüssenwill-Ding. :roll:


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BeitragVerfasst: Di 8. Feb 2011, 07:49 
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Taiga-Rad

Registriert: Sa 12. Jul 2008, 12:48
Beiträge: 907
Postleitzahl: 44670
Hi,

schöne Spindeln! Aber, was ich mich immer gefragt habe: Kann man eigentlich davon ausgehen, dass die als Fallspindeln eingesetzt wurden? Ich stelle mir vor, dass der Wirtel bei dem kleinen Durchmesser vermutlich doch relativ schwer ist (bei den Tonspindeln weiss ich jetzt nicht, aber etliche waren ja auch aus Stein), und habe mir schon, als ich in Fabienne Médards Buch (Les activités de filage au Néolithique sur le Plateau suisse) zum ersten Mal reingeschaut habe, gedacht, dass die Form doch fast mehr an heutige Standspindeln erinnert. Wobei ja auch, wenn (falls) Wolle gesponnen wurde, das wahrscheinlich nur die Unterwolle von mischwolligen oder sogar kurzhaarigen Schafen war - also eine extrem kurze Faser, für die's entweder eine extrem leichte Spindel braucht - oder eine, die gar nicht am Faden zieht.

Weiss jemand was Näheres?

Ciao, Klara

_________________
http://www.lahottee.info


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BeitragVerfasst: Di 8. Feb 2011, 15:05 
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CD-Spindel
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Registriert: So 26. Dez 2010, 15:08
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Ohhhh... gallo-römische Spindeln *haben muss* Mein Freund wird sehr begeistert sein :roll: :lol:

@ Klara: Ich kenn eine abbildung einer Römerin, dort wird die spindel als Fallspindel eingesetzt.
aber auf den meisten Darstellungen werden sie einfach in der Hand gehalten.


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BeitragVerfasst: Fr 11. Feb 2011, 22:27 
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Buch-Charka
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Registriert: Do 16. Jul 2009, 10:52
Beiträge: 1266
Postleitzahl: 0
Land: Deutschland
Ich hab ja schon von maren tonspindeln bekommen, und spinne sie lieber als standspindel am boden, mir ist schon ein wirtel kaputt gegangen beim runetrfallen, das will ich bei den anderen nicht riskieren.


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