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BeitragVerfasst: Di 15. Jul 2008, 22:29 
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Spinning-Jenny
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im alten Forum geschrieben am 03.12.2006 - 18:36


Hallo,

Ich suche auch schon seit längerem nach Rezepten und Erfahrungen mit Schlichten. Leider kennt sich damit kaum einer aus und auch in der Literatur habe ich nur vereinzelt Hinweise u. Rezepte gefunden. Meist aber keine näheren Angaben ...

In den US gibt es in Webläden fertige Schlichten zu kaufen.

Früher konnte man wohl auch Tapetenkleister nehmen (heutzutage sind da aber i.R. irgendwelche Zusätze drin, die das Garn schädigen und ggf. nicht mehr vollständig rauswaschbar sind).

Man kann auch Gelatine nehmen (da gab's mal in der Spin-Off ein Rezept ... was sich leider nicht 1:1 übertragen lässt, weil ich hier die entsprechende granulierte Gelatine nicht auftreiben konnte - suche mal die genaue Literaturangabe raus!).

Auch von der Verwendung von Perlleim (Knochenleim) habe ich gelesen.

Man kann sich auch eine Mehl- oder Stärkepampe kochen (im Amos' ist glaube ich ein Rezept drin ... habe mir aber erzählen lassen, das das Ergebnis nicht so optimal ist und es Schwierigkeiten gibt, das wieder völlig herauszuwaschen).

Man kann auch einfach die (aufgezogene) Kette mit Wäschesprühstärke oder Haarspray einsprühen. (Letzteres fällt bei mir flach, weil ich irgendwas in Haarspray nicht vertrage u. übel drauf reagiere)

Ich habe auch schon von Rezepten erzählt bekommen mit Fett, Öl o.ä. (aber nichts genaues und hörte sich nicht wirklich nachahmenswert für mich an).

Für Leinenketten gibt es wieder spezielle Rezepte ...
... und bei Seidenketten muss man auch sehr drauf achten, welches Rezept sich dafür verwenden lässt. Stärke und Co. hinterlässt nämlich nicht mehr auswaschbare Spuren auf Seide ...

Wann schlichtet man eigentlich?
(Ich meine nicht, welche Ketten geschlichtet werden sondern zwischen welchen Verarbeitungsschritten man die Kettfäden entsprechend mit Schlichte behandelt)
Ich denke, da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Welche ist wann vorzuziehen?

Meine erste Erfahrung:

Ich habe gerade meine erste geschlichtete Kette gestern aufgezogen. Habe dafür einfach ganz normale Wäschestärke (Reisstärke, als Pulver bzw. Granulat) ohne weitere Verdünnung (angerührt mit 1 1/2-facher Menge wie in der Anleitung und den anschließenden Verdünnungsschritt ganz weggelassen).

Ich hatte dabei den schon fertig geschorenen Kettzopf eingeweicht. Ist wohl nicht so die geniale Vorgehensweise glaube ich. Die Kettfäden pappten nämlich anschließend ziemlich aneinander und mussten zum Aufbäumen bzw. spätestens Einziehen in Litzen und Webblatt mühselig auseinandergepuselt werden.

Das nächste Mal werde ich nach dem Spinnen schlichten und dannach erst schären. Hoffe das klappt dann mit den so steiferen Fäden.

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BeitragVerfasst: Di 15. Jul 2008, 22:29 
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Geisterwesen aus dem alten Forum

Registriert: Di 8. Jul 2008, 02:27
Beiträge: 509
im alten Forum schrieb Dido am 06.12.2006 - 09:57:

Hallo,
ich hab's leider noch nie probiert, ich hab aber mal gelesen, dass nach dem Aufziehen der Kette geschlichtet wird und zwar mit einem breiten Pinsel der Teil der Kette (in dem Fall mit Stärke) eingeschmiert wird, der gerade gewebt wird.
Besser als ein Pinsel scheint mir hier die Methode mit Sprühstärke, aber wie gesagt, aus eigener Erfahrung weiss ich es nicht....Bild

Ich schau nochmal genauer nach, hab' den Tipp aus einem Buch über das Spinnen, Weben Färben etc von leineen.


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BeitragVerfasst: Di 15. Jul 2008, 22:30 
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Taiga-Rad

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Beiträge: 907
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im alten Forum geschrieben am 09.11.2007 - 16:13


Auf Englisch heisst schlichten vor Aufziehen der Kette "warp sizing" und nach Aufziehen "warp dressing" - es gibt also beides.

Ich hab's auf dem Triloom mal mit "sizing" mit Mehlkleister für meinen Mohair-Wollfaden (ca 50/50) probiert. Hat ausser viel weissem Staub am Boden aber nicht viel gebracht (wenn ich auch natürlich nicht weiss, wie's ohne gewesen wäre).

Jetzt am Kammwebrahmen habe ich Absorbine Show-Sheen genommen, wenn die Kettfäden (absichtlich viel zu dick fürs Gatter gewählt) zusammengeklebten. Das ist ein Produkt, um Pferdeschweife am Verwirren zu hindern und hinterlässt eine hübsche "igitt"-Silikonschicht auf allem, was sich in 2 m Umkreis befindet. Aber es hilft. Ich hab's genommen, weil's seit ein paar Jahren hier rumsteht und ich doch nicht mehr aufs Turnier gehe.

Noch besser war dann allerdings eine schlichte Holzleiste, mit der ich das Fach geöffnet (und überprüft und ein bisschen vergrössert) habe, bevor ich das Schiffchen durchgeschickt habe.

Klara

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BeitragVerfasst: Mo 23. Jan 2012, 09:37 
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Tahkli

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Mir fällt dazu Bienenwachs ein ..... ?
Es müßte doch funktioniere mit einer handwarmen Bienenwachskerze über das aufgezogenen Kettgarn zu streichen.
Das was drauf bleibt ist sicher genug um das Garn zu isolieren bzw zu stabilisieren.
Wenn das nicht funzt , müßte man diese recht weiche Material mit ein wenig Lanolin wischbarer machen und in einem kleinen Gewürz Tupperware zum Block erstarren lassen.

Es gibt ja auch gewachsten Zwirn. (beim Schuhmacher Glaub ich )

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Eine Wunderfaser wie Wolle verspinnen zu können, sollte ständig gute Laune erzeugen :)
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BeitragVerfasst: Mo 23. Jan 2012, 15:04 
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Taiga-Rad

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Und wie kriegst du das Wachs wieder aus dem Stoff raus? Ich habe was im Hinterkopf, dass Wachsflecken ziemlich eklig sind (ich glaube, man muss sie rausbügeln, oder?)

Ciao, Klara

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BeitragVerfasst: Mo 23. Jan 2012, 19:46 
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Tahkli

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Das ist so hauch dünn. Nur das es ja nicht fusseln soll. Ich könnte mir auch noch gefrorenes Palmin vorstellen. Im gefrorenen Zustand geht nicht so viel ab. Über die gespannten Fäden drüber fahren.

oder Talg. Die gewachsten Schusterfäden sind nicht fettig. man muss ein wasserarmes wachs haben. Kein lanolin oder Schmalz.
irgend so etwas müßte funktionieren.
- gewachster Leinenzwirn - wäre das Google Wort . da findet man Einträge für Sattlerarbeiten die mit soetwas arbeiten
Hier weiter unten Ledergarn oder Leinenzwirn,die haben auf der Seite auch Polyestergran tatsächlich als gewachste Qualität
http://www.lederhaus.de/naeherei/naehgarn.php#leinengarn

http://www.leder-tools.de/print_product_info.php?products_id=23

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BeitragVerfasst: Di 24. Jan 2012, 15:11 
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Taiga-Rad

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Wenn du in den Stichen und Vertiefungen bei Sattlerarbeiten ein bisschen Wachs hast, dann macht das nichts. Aber stell' dir mal einen Angoraschal mit Wachsüberzug vor! Gerade fluffige, fusslige Fäden profitieren vom Schlichten während des Webens - aber diese Fäden werden verwoben, weil man ein fluffiges, fussliges Gewebe will. Sprich, alles, was während des Webens drauf kommt muss vor dem Tragen wieder runter.

Sonst kriegst du sowas wie eine Barbour-Regenjacke. Da werden gewachste Fäden verwebt - aber den Stoff möchte ich nicht als Schal (oder sonstwas auf der Haut) tragen.

Ciao, Klara

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BeitragVerfasst: Di 24. Jan 2012, 17:56 
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Tahkli

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Es geht um Wachs . Nicht um Fett . Das ist ein Unterschied.
Fett fettet. Wachs wachst .Glättet also
Es gibt Wachsarten die fast so wie Kunst-Stoff sind von der Härte her.
Auch Paraffine.
Barbour Jacken sind Stoffe aus Baumwolle , keine Wolle. Wo der gesamte Stoff wasserdicht gewachst wird. Tuchwarenhandel J Barbour & Sons im Jahre 1894. Anfangs zählten insbesondere Reedereien und Seeleute zum Kundenstamm. das Pendant zur Jeans. Kleidung aus solch fester gewachster Baumwolle nennt man ’Oilskins’. Das Verfahren, Stoffe durch ölen und wachsen wasserdicht zu machen. Es gibt mehrere Arten gewachster Baumwolle, die sich je nach Herstellung, Aussehen und Eigenschaften unterscheiden: Sylkoil, Milledwax, Thornproof, Antique Wax, Weathered Wax.

Und es ging ja nur um das aufspleißen Kettfäden zu verhindern .Nicht um ein rückfettendes Material ins Schussmaterial zu tränken.
Nimm eine Paraffinkerze (eine harte)und probiere was es mit dem Kettfaden macht .
Vielleicht würde es sogar bei Angora die Feinfussel besser im Gewebe halten.
Vielleicht kann man wenn das klappt , die Menge über ein solches Material laufen lassen und dann erst als Kettfaden aufziehen.


Genau wie bei einer Maschenprobe oder die test`s der anderen beim Schlichten,muss man eben probieren was klappt.
Auf jeden Fall ist Bienenwachs zu fest und muss mit sehr wenig Lanolin oder Öl (1-3 gramm auf 10 Gramm wachs evtl) richtig eingestellt sein . Also auflösen und mischen und als Block gießen und abkühlen lassen. Hier sind Tropfen gemeint und nicht die gelbe, klebrige Bienenwachskerze mit den guten Duft.



.

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BeitragVerfasst: Di 24. Jan 2012, 21:45 
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Spinning-Jenny
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Huhu,

so abwegig ist das nicht. Beim Stricken mit der Strickmaschine wird der Faden auch oft über eine Paraffinkerze oder einen extra Paraffinblock gezogen vor der Verwendung, damit er sich besser verstricken lässt. Es gibt dazu spezielle Vorrichtungen für Knäul- bzw. Konenwickler, wo man das beim Aufwickeln erledigen kann. Habe auch schon entsprechende Halterungen an einer Strickmaschine für ein kleines Paraffinstückchen gesehen, wo der Arbeitsfaden drüber läuft.
Irgendwie scheint man dieses ja dann auch anschließend auswaschen zu können. Sollte dann wohl auch bei einem gewebten Stück funktionieren. Ich nehme an, dass dieses Paraffinwachs einen niedrigeren Schmelzpunkt hat und sich deshalb gut auswaschen lässt.
Genaus könnte ich mir vorstellen, dass diese Bienwachs-Öl-etc-Mischung funktionieren könnte (so ähnlich werden ja auch Cremes hergestellt ...).

Ob das dann die gleichen Eigenschaften hat, wie eine Schlichte aus den anderen Rezepten und sich gut wieder auswaschen lässt, müsste man halt mal ausprobieren.

lg spinntantchen

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BeitragVerfasst: Mi 25. Jan 2012, 09:01 
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Tahkli

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Wenn man das richtige Wachs findet , könnte es weniger Sauerei verursachen wie die alten Methoden.
Es sei den man will die alten Methoden erkunden.

Klebwachs ist herrlich, um Kerzen auf dem Ständer zu halten.
Das harte Bienenwachsgranulat gibt es grammweise in Apotheken als W E I ß E S W A C H S
Aber auch Paraffinkerzen kann man mit etwas Weißöl evtl gänginger machen für die Textile Verarbeitung.

Gelbe Stoffe würde ich vorsichtshalber nicht verwenden.

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