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BeitragVerfasst: Mo 26. Mär 2012, 12:50 
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Fallspindel
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Hallo,

ich organisiere mir so nach und nach eine Grundausstattung für meinen 8 schäftigen Kontermarschen - Stuhl. Vielleicht kann mir jemand ein paar Tipps geben was wirklich nützlich und notwendig ist.

Ich besitze im Moment neben dem Webstuhl, seinen Teilen und einer Bank...
- einen kleinen Schärbaum von Ashford
- 2 Riethe mit 40/10 und 30/10
- jede Menge Texolv - Litzen
- einen Einzugshaken
- Maßband, Scheren,
- 3 Plastikeimer zum Schären anstatt eines Konenhalters.
- Ein Spulgerät
- Einen Handschützen mit Spulen.
- Einen Spulenwickler
sowie diverse Kleinigkeiten wie Öl, Stoffstreifen zum Anweben etc.

Welche Materialien könnt Ihr mir zusätzlich empfehlen?
Lohnen sich bei den Webblättern die teureren mit Aluminium - Bund? Ich liebäugele mit einem 50/10er.

lg,

der Viator

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BeitragVerfasst: Di 27. Mär 2012, 13:17 
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Taiga-Rad

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Reedekamm bräuchtest du noch, wenn du nicht statt dessen durchs Blatt fädeln willst (rough-sleying à la "Big Book of Weaving"). Bäumknecht (unter warping valet auf Kerstin Frobergs Blog) ist angeblich sehr praktisch, aber ich habe meinen noch nicht ausprobiert, mangels langer Kette. Dazu gehört dann noch eine Schnur um das Gewicht anzuhängen und natürlich das Gewicht. (kann man alles selber bauen - mein Reedekamm hat heute gerade eine gute Stunde gebraucht).

Stecknadeln hast du vermutlich (um abzumessen, wieviel bis zum Aufwickeln gewebt wurde). Sticknadel (oder Webernadel) um Fäden zu vernähen, hast du vermutlich auch.

Ein zweiter Handschütze wäre nicht falsch, zum zweifarbigen Weben. Ich nehme Papierröllchen als Spulen.

Schiffchen, wenn du mit Garnen arbeiten willst, die für den Handschützen zu dick sind (meine sind aus Holzleisten selbst gedremelt).

Hast du einen Blattstecher (kann man aus einem Stück Plastik - Eisdosendeckel oder abgelaufene Kreditkarte - selber zuschneiden)? Finde ich bequemer als den langen Einzugshaken, weil man nicht so weit ausholen muss zum durchziehen.

Den langen, flachen Einzugshaken für die Litzen habe ich durch Häkelnadeln ersetzt - damit geht Laura Frys '4 Litzen auf einmal'-Methode (Video auf Youtube).

WeaveDesign (kostenlose Software) zum Muster ausprobieren.

Notizbuch und Stift (neben dem Webstuhl, sonst ist man zu faul aufzustehen, schreibt nicht auf, und dann ist es vergessen...)

Bügeleisen fürs Finish - eventuell Nudelholz für Leinen (siehe wieder Laura Fry).

Ein paar ordentliche Bücher...

Ein intelligentes System, um all die Kleinteile, die man fürs aktuelle Projekt braucht, nahe beim Webstuhl aufzubewahren (wenn du eines hast, sag's mir bitte - bei mir liegt alles durcheinander auf einem Klapptisch).

Das war's fürs Erste - anderen fällt bestimmt noch mehr ein.

Ciao, Klara

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BeitragVerfasst: Di 27. Mär 2012, 14:08 
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Fallspindel
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Herzlichen Dank für die Tipps, Klara.
Es sind für mich viele brauchbare Tipps dabei. Ein großer Teil der genannten Gegenstände ist bereits in meinem Haushalt vorhanden. Ich Schussel hatte in der Liste im Themenstart meinen Reedekamm vergessen.

Welche Literatur empfielst Du mir?
Ich habe bisher vier Ausgaben vom Väv Magazinet (Jahrgang 2011) mit Übersetzung und das "Handbuch Weben" von Erika Arndt.

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BeitragVerfasst: Di 27. Mär 2012, 20:17 
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Taiga-Rad

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Ich kenn' das Handbuch Weben leider nicht - es war mir einfach zu teuer, da ich für das Geld drei gute englische Bücher kriege.

Ich liebe Deborah Chandlers "Learning to Weave", das geht von den grundlegendsten Grundlagen (Bäumen, Leinwandbindung und Abwandlungen) über Patronen verstehen, zeichnen und verändern, Köperbindung bis zu Doubleweave, waffle weave, Bronson lace, overshot und noch ein paar Sachen, mit denen ich mich noch nicht auseinandergesetzt habe. Alles für 4 Schäfte, und alles sehr freundlich und ermutigend geschrieben. Ich versteh' das Buch sehr gut (ist sehr textlastig), kann aber daran liegen, dass mir Chandlers Denkweise einfach gut liegt. Zu den floating selvedges (waren das schwebende Randfäden?) steht mehr drin als bei Arndt - und für mich sind die der Schlüssel zum problemlosen Köper. Theoretisch sollte aber der Inhalt grundsätzlich bei Arndt auch zu finden sein - das Tolle an Chandler sind der Ton - sehr persönlich, sie gibt zu, auch Fehler gemacht zu haben und zu machen - und die Aufmachung: Das Buch ist in Kursform, Lektionen mit Hausaufgaben (die ich bis aufs Patronen-Zeichnen nicht gemacht habe).

Sharon Aldermans "Mastering Weave Structures" ist die ideale Fortsetzung. Es erklärt genau, wie eine Webstruktur funktioniert (z. B. wie man undulating Twills macht - ein Thema, das mich fasziniert), was Handweber besser können als die Industrie, welche Strukturen mit welchen Garnen sinnvoll sind, wie lange Floats sein dürfen und noch dreitausend Sachen mehr, an die ich mich nicht erinnere, weil ich sie teilweise noch gar nicht wirklich verstehe. Auf jeden Fall macht mir das Buch Lust auf mehr Schäfte (ich habe 4 - das Buch geht bis 16 mindestens). Grösster Nachteil: Interweave hat etliche Seiten mit Korrekturen von Druckfehlern auf der Website. Die allerdings teilweise in neuen Büchern schon korrigiert sind, und ich hab' noch nicht die Energie aufgebracht, alles zu vergleichen. Sonst ein absolutes Super-Buch.

Doubleweave habe ich mir noch gekauft (von Interweave). Ein schönes, verständlich geschriebenes Buch, aber für mich ist nur Pickup mehr drin als bei Chandler. Du kannst allerdings den 8-Schaft-Teil auch umsetzen, da rentiert es sich eher. (Doubleweave ist übrigens überhaupt nicht schwierig, wenn man mal kapiert hat, wie's geht. Auf deutsch gibt's auch ein Buch zu Doppelgeweben, das gerade spottbillig bei Amazon zu haben ist und auf das in Doubleweave immer wieder verwiesen wird.

Sehr hochgelobt wird "The Big Book of Weaving", das finde ich aber relativ überflüssig, auch wenn ich gerne darin blättere, weil's die meisten und buntesten Bilder hat. Ein langer Verriss steht bei Petzis.

Falls du an Teppiche denkst: Peter Collingwoods The Techniques of Rug Weaving sind hier runterzuladen: http://www.cs.arizona.edu/patterns/weaving/books.html#C (und da gibt's sonst auch noch einiges - ich finde nur PC und Webstuhl so inkompatibel. Ich hab' meine Teppichmuster heute im Büro versäubert, damit ich immer wieder auf den Bildschirm schauen kann. Neuer, kleiner Laptop steht auf der Wunschliste.)

Was ich noch habe, aber nicht wirklich brauche: Allen Fannins Handloom Weaving Technology, Mary E. Black The Key to Weaving (sehr vollständig, aber alt - Erstauflage 1948 - und pedantisch), Anne Dixon's 600 Patterns for Handweaving (oder so ähnlich lautet der Titel - sollte eigentlich ein sehr nützliches Buch sein - sowas wie the Treasury of Knitting Patterns - aber es macht mich einfach nicht an. Ich find's witziger, mit der Software rumzuspielen.), Rachel Browns Weaving, Spinning and Dyeing Book (ein ganz tolles Buch fürs Weben mit Besenstielen - Besprechung hier im Forum - aber Trittwebstuhl ist nur ein Thema unter vielen und 8 Schäfte sind gar nicht vorgesehen). Und dann noch einige, die mir im Moment entfallen sind, also so wichtig nicht sein können ;)

Ciao, Klara

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BeitragVerfasst: Di 27. Mär 2012, 21:26 
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Fallspindel
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Registriert: Mi 28. Jul 2010, 09:11
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Das ist erst einmal ein großes Paket an Informationen. Dankeschön. ^^

Ich befürchte, daß meine Englischkenntisse für Fachbücher noch nicht ausreichen werden. Gibt es zu den genannten Büchern Übersetzungen oder deutschsprachige Alternativen?
Das deutschsprachige Buch mit dem Doppelgeweben steht auf meiner Leseliste.

Gibt es im Netz ein Glossar mit englischen Web - Begriffen und deren deutsche Übersetzung?

bis bald,

der Viator

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BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2012, 10:00 
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Taiga-Rad

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Soweit ich weiss, gibt's die Bücher nicht auf Deutsch (was mir im Falle Chandlers total unverständlich ist - das Buch ist seit ca. 30 Jahren auf dem Markt) - ausser Ann Dixons 600 Muster zum Handweben. Wobei du, wenn du englische Romane lesen kannst (oder Filme verstehst), Fachbücher auch verstehst - die sind nämlich einfacher, weil der Wortschatz beschränkter ist. Weshalb Peter Collingwood sehr internationale Biographien in seinen Büchern hat, obwohl er nur Englisch spricht.

Ciao, Klara

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BeitragVerfasst: Mi 28. Mär 2012, 15:55 
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Kreuzspindel

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Wenn Du Dich für Doppelgewebe interressierst,
kann ich Dir das Buch "Doppelgewebe von U. Arn-Grischott"
wirklich nur empfehlen.

Es bietet einen sehr schönen Einstieg in Doppelgewebe,
auch in einfacher Form an 4schäftigen Webstühlen.
Es lässt aber auch fast keine Frage offen, für komplizierte Doppelgewebe.

Alles ist sehr verständlich erklärt,
und wird von vielen schönen Abbildungen unterstützt.

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Liebe Grüsse
das Minchen


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