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BeitragVerfasst: Di 20. Mär 2012, 10:02 
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Spinning-Jenny
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In ein paar anderen Freds hier im Forum (z.B. in den letzten Tagen in der Abteilung Garngestaltung) wurde schon mehrfach das Problem des Pillings angesprochen und so dachte ich, dass ich einfach mal hier einen neuen Fred aufmachen, wo wir die Fakten, Meinungen und Erfahrungen rund um das Thema sammeln können.

shorty hat geschrieben:
Die Schafwolljanker meines Vater mit gut Drall sind nahezu 30 Jahre und älter und wie neu.
Bei locker Gezwirnten beginnt schon nach kurzer Zeit die Pillerei und sie sehen einfach abgetragen aus, so wie mehrere Generationen vererbt ;-)

Quelle



Hiertauchte u.a. auch diese interessante Frage auf, die noch nicht beantwortet wurde...
Hummelbrummel hat geschrieben:
2. Nun dachte ich beim Spinnen schon die ganze Zeit: Das wird elend pillen. Wenn ich die Weste dann anfilzen würde, würde sich dann das Pillen verringern oder verhindern lassen? Hat das schon jemand gemacht?


... und noch eine Frage, die so im Raum steht:
Zitat:
Vielleicht ist die Gefahr des Pillens geringer wenn Seide in der Wolle gemischt ist.

Quelle: http://www.handspinn-forum.de/forum/viewtopic.php?p=22276#p22276



Ist Pilling ein großes Problem für Euch?
Ich nehme das eher nicht so tragisch und wenn ich näher darüber nachdenke, würde ich wohl nicht extra mit viel, viel Drehung spinnen und zwirnen nur um das Pilling zu vermeiden. Durch sehr viel Drehung wird ja das Garn echt auch hart, steif und das fertige Stück eher etwas brettartig. Da gefallen mir doch lieber Sachen die durch weniger Drehung schön anschmiegsam sind und weich und locker fallen... dafür nehme ich dann auch lieber das Pilling in Kauf.

Habe gerade mal so ein paar Stücke angeschaut, ob und wie sehr die herum-pillen.
Das eine ist mein Lieblingsnackenkisschen, locker gewebt aus locker versponnenen Einfachgarnresten (auf gekaufter Kette) gefüllt mit Schafwolle. Das pillt ganz schön und hat einige kleine "Pilling-Zöpfchen". Habe ich aber bisher nie drauf geachtet. Das Kissen ist so wie es ist total kuschelig und mir stört das nicht wirklich.
Dann gibt es da noch eine gewebte Kissenhülle aus gezwirnten Garnen ganz unterschiedlicheren Materials ... die pillt nicht so stark.

Mein grauer Arbeitspullover (gekauft, irgendeine Landschafrasse, kommerziell mit einem weichen Baumwollfaden verzwirntes Garn, recht locker gestrickt). Die haart eher als dass da Pilling zu entdecken ist. Ist allerdings mittlerweile an einigen Stellen schon fast durchgescheuert ...

Dann mein braun-melierten Pullover. Bei dem muss man echt schon 3x hingucken, um überhaupt einzelne Beispiele von Pilling zu entdecken, da das Garn schon so knubbelig und mit rausguckenden Löckchen gesponnen ist. Den Pulli kann man - in fast neuem Zustand - hier in meinem Blog inkl. Garnproben sehen.

Entfernt Ihr das Pilling? ... und wenn ja mit welcher Methode?
Mir ist das eigentlich ziemlich schnuppe und ich lebe einfach damit.
Nur als ich noch in die Schule ging, habe ich bei meinem Lieblingsschafwollpulli die Pilling-Zöpfchen immer mit der Schwere abgeschnitten, einfach weil ich eine Umhängetasche hatte und das immer nur auf der einen Seite, wo die Umhängetasche scheuerte gepillt hat und das sah einfach doof und einseitig aus, wenn man das dann ohne Schultasche trug. Da das richtige vereinzelte größere Zöpfchen waren, ging das sehr gut mit der Schere. Da wäre ein Fusselrasierer nicht gegen angekommen.

Dann habe ich mal einen schwarzen Schurwollrolli (gekauft) mit einem Fusselrasierer behandeln müssen, weil ich einen Segeltörn lang einen hellen Schafwollpulli noch drüber gezogen hatte und da dann helle Fasern auf dem schwarzen Rolli festgepillt waren. Das sah schon mächtig seltsam aus ...

mhhh ... ich habe auch schon von Anti-Pilling-Steinen oder -kämmen gelesen. Diese aber noch nicht in Natura gesehen oder gar ausprobiert. Habt Ihr damit Erfahrungen?

Habt Ihr Beispiele, wo das Pilling besonders extrem war?
Welches Material, wie versponnen, wie weiterverarbeitet war das?
Habt Ihr evtl. sogar Bilder davon?

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BeitragVerfasst: Di 20. Mär 2012, 10:40 
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Großes Wollrad

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Mhh extrem war es bei gekauften "Doch"garnen z.B.

Mich stört es schon, vor allem wenn die Wolle relativ teuer war.
Auch einige Qualitäten der Noro Wollen pillen wie Hölle.
Da gibts Strickstücke die schauen nach 2 Jahren aus, als wären sie schon Generationen getragen worden.
Das find ich unschön, und spricht nicht unbedingt von guter Qualität.

Sind vorwiegend Singlegarne, bei denen ich das hatte.

Auch wenn Klara dazu ne andere Theorie schrieb.

Anfilzen veringert mit Sicherheit das Pillen, denn die Fadenoberfläche ist ja gefestigt, und die Fasern halten mit Sicherheit mehr am Platz.

Wenn ich für Janker spinne, spinne ich definitiv mit mehr Drall.
Sieht schlampig aus zum Hemd, wenn sich überall Wuckerln bilden, und auf lange Sicht, wird der Janker aus instabiler. Das rausgepillte Material fehlt ja.
Ohne Pilling ist so ein Janker absolut Feiertaglich, er gehört wie die Joppe aus Walk zur Sonntagskleidung für Jahrzehnte.

Obs mich stört , hängt also auch ein bißerl vom Verwendungszweck ab, bei nem Schlumpi Pulli für Zuhause störts mich weniger, oder nem Arbeitsjanker.

Bei nem feinen Tuch zum Weggehen, oder nem schicken Pulli mehr.
Ich zupf die Pillingknötchen weg.
Karin


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BeitragVerfasst: Di 20. Mär 2012, 17:41 
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Taiga-Rad

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Welche andere Theorie? Ich habe nie bestritten, dass deine gekauften Singles teuflisch pillen - ich habe nur gesagt (zumindest das letzte, was mir in Erinnerung ist), du sollst von gekaufter minderwertiger Wolle nicht auf die Eigenschaften von gut handgesponnener schliessen!

Mein ziemlich fest dreifachgezwirnter Pulli pillt jetzt auch - ich trage ihn aber auch den dritten (oder ist es schon der vierte?) Winter, und fast täglich. Meine superharten Arbeits-Handwärmer pillen nicht - sind aber auch erst ein paar Wochen wirklich im Gebrauch (Ende Winter 2010/11, und ein paar Tag in diesem - zuerst war's zu warm, dann zu kalt). Mein Tuch aus angefilzter Thônes et Marthod Single hält sich gut - dafür, dass es nicht geschont wird. Meine Angorateile pillen auch nicht, werden aber pfleglich behandelt.

In einer alten Spin-Off war ein Artikel übers Pillen und wie man's vermeidet. Soweit ich mich erinnere, sollen die Fasern beim Spinnen so parallel wie möglich liegen, mit möglichst wenig abstehenden Enden (weil die's sind, die abbrechen). Und wenn man doch Knubbel auf dem Strickstück hat, soll man die nicht wegzupfen (weil man da mehr rausstehende Enden kreiiert) sondern lieber abschneiden.

Ciao, Klara

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BeitragVerfasst: Di 20. Mär 2012, 17:52 
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Großes Wollrad

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Ja, war besagter thread.

Tja nur war die Wolle dem Preis nach absolut nicht minderwertig :-))
Und auch meine handgesponnenen Singles pillen mehr als meine Zwirne ;-)
Ich hab allerdings nicht viele und sie sind nicht angefilzt.

Karin


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BeitragVerfasst: Di 20. Mär 2012, 19:40 
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Navajo-Spindel

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Meine gestrickten und gezwirnten Pullis aus hiesiger Landschafwolle(bleu du Maine oder rouge de l'Ouest) haben noch nie gepillt, dabei sind die ältesten um 30 Jahre alt. Nachteil : die Wolle ist nicht weich, Vorteil : sie pillt nicht; ich weiss nicht ob ein Zusammenhang besteht.

Ich habe noch keine Kleider gestrickt mit schöner Merino oder Kaschmirwolle, bis auf eine Mischung Merino und Seide für ein Bolero meiner Tochter, und der pillt auch nicht . Eine Alpaka Weste pillt nicht, eine Lamaweste auch nicht.
Dagegen zwei gestrickte Jacken aus gekaufter Mischung Schurwolle und Akryl, die pillen viel.

Ich hatte eine Bettdecke gefilzt aus Jakobschaf, die pillt viel, ich benutze sie jeden Tag, da gibt es viel Reibungen. Ich habe aber nicht sehr fest gefilzt

Was am meisten pillt ist Hundewolle (Socken und Handschuhe)


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BeitragVerfasst: Di 20. Mär 2012, 19:54 
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Taiga-Rad

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shorty hat geschrieben:

Tja nur war die Wolle dem Preis nach absolut nicht minderwertig :-))


Nur weil was teuer ist und ein berühmter Name draufsteht muss es ja noch lange nicht gut gemacht sein... Mein einfachstgewebter Mini-Mohairschal (von der SICA Mohair maschinell gesponnen und gewebt, mit Qualitätsprädikat "Mohair des Fermes de France") hat auch 40 Euro gekostet und fusselt so schlimm, dass er sämtliche Käufer auf lange Zeit von Mohair abschrecken wird - grrr! :twisted: MEIN Mohair fusselt nicht...

Von daher würde ich's einfach mal probieren mit den Singles aus einer stabilen Wolle - und anfilzen.

Ciao, Klara

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BeitragVerfasst: Fr 13. Apr 2012, 09:41 
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Spinning-Jenny
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Hat schon jemand diesen Sweaterstone ausprobiert?

http://ulrich-natuerlich.de/deutsch/sweaterstone.html

Zitat:
Die einfachste Art, Fussel, Wollkügelchen und Tierhaare von allen strapazierten Textilien aus Wolle, Baumwolle und Leinen zu entfernen. Auch Velour und Wildleder können damit leicht gepflegt werden. Besteht aus geschäumten Glas und ist in einer stabilen Aufbewahrungsbox erhältlich.

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